Borussia Mönchengladbach - Spiel eins nach Max Eberls Rücktritt: Fohlen gegen Arminia Bielfeld nur mit Remis

Borussia Mönchengladbach tritt in der Bundesliga weiter auf der Stelle. Im ersten Spiel nach Max Eberls emotionalem Rücktritt kamen die Fohlen gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Janni Serra (19.) brachte die Ostwestfalen mit einem Traumtor in Führung, Alassane Pléa (38.) traf noch vor der Pause zum Ausgleich. Nach dem Remis auf der Alm belegt die Elf vom Niederrhein Rang 12.

Arminia Bielefeld - Borussia Mönchengladbach

Fotocredit: Getty Images

Die Arminia kam besser ins Spiel und tauchte direkt nach drei Minuten gefährlich vor Yann Sommer auf. Janni Serra scheiterte allerdings am Schlussmann und stand zudem auch noch im Abseits (3.). Aber auch die Gladbacher waren bereits früh wach und nahmen aktiv am Spiel teil. Alassane Pléa schickte Jonas Hofmann rechts in den Lauf, der allerdings nicht an Stefan Ortega vorbeikam (6.). Die Arminia spielte gerade zu Beginn sehr zielstrebig und suchte immer wieder Serra, auch weit vor dem Sechzehner. Nachdem sich Kevin Wimmer stark gegen Nico Elvedi behaupten konnte, bediente er Serra an der rechten Sechzehnerkante, der nicht richtig attackiert wurde und sich den Ball auf den linken Fuß legen konnte und die Kugel souverän und wunderschön ins lange Eck einschweißte (19.).
Gladbach erhöhte in der Folge direkt den Druck und kam erneut zu Chancen. Zunächst setzte sich Ramy Bensebaini im Dribbling durch, blieb aber ebenfalls an Ortega hängen (21.). Kurz darauf köpfte Matthias Ginter eine Flanke von Pléa ein, stand dabei allerdings im Abseits, sodass der Treffer nicht zählte (23.). Die Borussia konnte sich dann auch kurz vor der Pause für ihre Überlegenheit belohnen und glich noch vor der Pause aus. Eine weite Hereingabe von Bensebaini brachte Hofmann direkt auf den zweiten Pfosten, wo Pléa per Flugkopfball ins rechte Eck traf, eine sehenswerte Kombination (38.). Sommer musste allerdings vor dem Pausenpfiff noch mal ran und sicherte das Remis zur Halbzeit. Er fischte einen gefährlichen Kopfball von Guilherme Ramos aus dem rechten Eck (44.).
Direkt nach der Pause ging es hoch her, als die Gladbacher einen Handelfmeter forderten. Hofmann konnte ein Zuspiel in die Spitze nicht mehr erlaufen und Ortega wehrte die Kugel rechtzeitig ab, spielte den Ball dabei allerdings an den Arm seines Mitspielers Nathan de Medina, der jedoch keinerlei Reaktionszeit hatte und dementsprechend auch keine Absicht zu erkennen war, der VAR tauschte sich zwar mit Cortus aus, entschied aber zurecht nicht auf Strafstoß (46). Nach einem ungenauen Pass von Sommer gab es die nächste Großchance für die Gäste, doch der Schweizer machte seinen Fehler im eins gegen eins mit Fabian Kunze wieder gut und verhinderte den Gegentreffer (53.). Auf der anderen Seite verlor Kunze ebenfalls das Duell mit Bensebaini, der seinen Kopfball allerdings knapp über die Latte setzte (56.).
Die Gladbacher machten weiter Druck und waren auch die überlegenere Mannschaft, doch die gefährlicheren Chancen hatten dennoch die Hausherren. Eine Ecke von Wimmer rutschte an den Elfmeterpunkt zu de Medina durch, der mit seinem Flugvolley allerdings nicht an Sommer vorbeikam, den Nachschuss setzte der eingewechselte Alessandro Schöpf weit über den Kasten (67.). Wenn die Gladbacher mal zum Abschluss kamen, dann aus der zweiten Reihe. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Fabian Klos setzte Ginter Pléa halb links vor dem Strafraum in Szene, der allerdings Ortega nicht überwinden konnte (77.). Weitere Großchancen blieben aus und beide Mannschaften teilten sich die Punkte.

Die Stimmen zum Spiel

Janni Serra (Arminia Bielefeld): „Wir kommen einfach immer besser in die Saison und haben gerade einen super Lauf. Mir selber tut die Spielzeit einfach gut, so kann auch ich mich einfach weiterentwickeln. Der Schuss heute hätte auch sonst wo landen können.“
Stefan Ortega (Arminia Bielefeld): „Es war ein sehr umkämpftes Spiel mit einem gerechten Unentschieden. Beide Mannschaften hatten schöne Angriffe und beide hätten heute gewinnen können.“
Adi Hütter (Trainer Borussia Mönchengladbach): “Es war ein hochverdienter Punkt für uns nach der gezeigten Leistung. Auch nach dem 0:1-Rückstand haben wir uns dann wieder zurück gekämpft und wenn wir dann noch die Konter besser zu Ende spielt, wären wir auch als verdienter Sieger vom Platz gegangen. Aber einen Punkt nehmen wir sehr gerne mit.”
Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): “Ja, wir wollten eine gute Leistung zeigen, indem wir trotz unserer Situation mit Mut auftreten, unser Spielsystem, was der Trainer von uns verlangt, probieren umzusetzen und das ist uns in vielen Situationen gelungen. Klar, es gab zwei, drei Kontermöglichkeiten für unseren Gegner, die auch anders enden können, aber die Bundesliga ist hart umkämpft und wir müssen dadurch, wir müssen richtig fighten, um Punkte zu holen.”

Der Tweet zum Spiel

Das fiel auf: Viel Aufwand, wenig Ertrag

Am Ende des Spiels kommt Borussia Mönchengladbach auf 57% Ballbesitz, 22 Schüsse und auf eine kämpferisch einwandfreie Leistung, doch insgesamt gab es für die Fohlen einfach viel zu wenig Großchancen. Die meisten Torschüsse gab Ramy Bensebaini ab, was schon dafür spricht, dass die meisten Versuche aus der zweiten Reihe stattfanden beziehungsweise aus Standardsituationen entstanden. Aus dem Spiel herausfand die Borussia viel zu wenig Wege, um den stabilen Defensivverbund der Arminia zu durchbrechen und vielversprechend im Sechzehner zum Abschluss zu kommen. Auch wenn der expected Goals-Wert klar für die Gäste spricht, konnte die Arminia durch einfache Konter insgesamt viel mehr Gefahr ausstrahlen und stünde nicht Yann Sommer im Tor, wäre Gladbach ohne einen Zähler nach Hause gefahren. Dennoch hat man spielerisch einen Fortschritt gesehen im Vergleich zu den letzten Wochen, trotzdem muss die Borussia so langsam anfangen, auch mal wieder zu gewinnen.

Die Statistik: 250

Yann Sommer absolvierte heute sein 250.Bundesliga-Spiel und erreicht diese Marke als erster ausländischer Spieler für die Fohlen. Generell ist er erst der dritte ausländische Torhüter, der diese Marke in der Bundesliga knacken konnte. Vor ihm taten es nur Ronnie Hellström (266) und Diego Benaglio (259), beide sollte er auch noch überholen können.
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