Hertha BSC kassiert bei Borussia Mönchengladbach fünfte Niederlage in Serie

Hertha BSC hat am 26. Bundesliga-Spieltag mit 0:2 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach verloren. Alassane Pléa brachte die Fohlen nach 23 Minuten per Strafstoß in Führung, ehe Matthias Ginter (59.) in der zweiten Halbzeit alles klar machte. Gladbach verschaffte sich mit dem Heimsieg Luft im Abstiegskampf, die Berliner stehen dagegen als Tabellenvorletzter mit dem Rücken zur Wand.

Ernüchterung bei Hertha-Profis Gechter und Kade

Fotocredit: Imago

Gegen die schlechteste Defensive der Liga hatte die Borussia in der Anfangsphase die erste richtig gute Chance. Nach einem Freistoß vom rechten Strafraumeck von Alassane Pléa klärte Davie Selke im eigenen Sechzehner vor die Füße von Breel Embolo, der den Ball aus sieben Metern halblinks an den rechten Pfosten zirkelte.
Fünf Minuten später setzte sich Marcus Thuram links im Strafraum gegen drei Gegenspieler durch und hielt aus sieben Metern halblinks drauf – drüber (14.).
Von Hertha BSC war offensiv nichts zu sehen, Tayfun Korkut setzte mit Fünferkette und drei defensiven Mittelfeldspielern vor allem auf defensive Stabilität. All das half aber auch nicht, als Thuram nach feinem Zuspiel von Embolo rechts im Sechzehner auftauchte und Marc Oliver Kempf sich nur mit einem Foulspiel zu helfen wusste (22.). Nach Eingreifen des VAR entschied Schiedsrichter Florian Badstübner schließlich auf Strafstoß. Zu dem trat Pléa an und verwandelte frech halbhoch in die Mitte, Marcel Lotka war geschlagen (24.).
Eine Reaktion der völlig verunsicherten Berliner blieb zunächst aus, stattdessen hatte Hertha Glück, dass Thuram das lange Eck aus 17 Metern halblinks verfehlte (38.).
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte lautete das Duell dann einmal mehr Kempf gegen Thuram, wobei Letzterer erneut zu Boden ging. Wieder war Kempf mit viel Risiko reingegrätscht, dieses Mal aber meldete sich der VAR nicht (45.+1). So durfte Lucas Tousart kurz vor dem Pausenpfiff mit einem 20-Meter-Schuss noch den ersten richtigen Torschuss der Berliner abgeben, gefährlich war dieser allerdings nicht (45.+3).
Im zweiten Durchgang war Hertha BSC bemüht, Druck nach vorne zu entwickeln. Und tatsächlich kamen die Berliner nach einem Eckball zu ihrer ersten richtigen Torchance: Marvin Plattenhardt fand Kempf, der Yann Sommer aus sechs Metern per Kopf zu einer starken Parade zwang (54.).
Mitten in diese stärkere Hertha-Phase hinein erhöhte Gladbach auf 2:0. Zunächst hatte Lotka gegen Joe Scallys Schuss aus sieben Metern stark pariert (58.), bei der anschließenden Ecke ließ Davie Selke dann allerdings Matthias Ginter zu viel Platz. Dessen Kopfballtreffer aus sechs Metern konnte dann auch Lotka nicht mehr verhindern (59.).
Anschließend hatte Gladbach nicht allzu große Mühe, die Führung zu verteidigen. Erst in der Schlussphase hatte der gerade erst eingewechselte Jurgen Ekkelenkamp die große Chance zum Anschluss. Sein Schuss aus 15 Metern halbrechts klatschte an den Querbalken (77.).
Auch in den Schlussminuten drückte Hertha BSC nach vorne, kam aber einfach nicht mehr gefährlich in Position. So konnte Gladbach die Führung letztlich über die Zeit bringen und den ersten Sieg seit dem 12. Februar (3:2 gegen Augsburg) einfahren. Hertha BSC hingegen taumelt weiter dem Abstieg entgegen.

Die Stimmen:

Tayfun Korkut (Trainer Hertha BSC): "So kurz nach dem Spiel ist man natürlich enttäuscht. In der ersten Halbzeit waren wir im Ballbesitz einfach zu unruhig. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann mehr Ballbesitz. Die Momente, in denen wir ein Tor erzielen konnten, da fehlte uns da auch ein bisschen das Glück. Dass ich mich mit Fredi Bobic unterhalten werde ist klar, dass der Verein über uns allen steht, ist auch klar."
Davie Selke (Hertha BSC): "Es ist klar, warum wir verloren haben. Wenn man in so einem Spiel zwei Standard-Gegentore bekommt, ist das einfach ernüchternd. Es ist scheiße, so ist das einfach. Wir müssen aber hier nicht große Töne am Mikro spucken, sondern wir müssen punkten. Wir brauchen jetzt einfach mal ein Erfolgserlebnis. Dafür müssen wir jetzt alles tun."
Fredi Bobic (Geschäftsführer Sport Hertha BSC): "Wichtig ist, dass ich gesehen habe, dass die Jungs alles reingeworfen haben. Sie haben gefightet. Wir kriegen den unnötigen Elfmeter, den wir selbst produzieren. In der zweiten Halbzeit war das Spiel dann offener, da fehlt uns aber dann das Momentum. Dann kommt einen Eckball, da sind die Zuteilungen klar. Einer schläft, da fällt das 2:0 und das Spiel ist vorbei. Erstmal bedeutet es, dass wir uns jetzt wieder besprechen werden nach dem Spiel, so wie wir es immer machen. Nach dem Spiel bin ich keiner, der jetzt groß irgendwas verkünden muss. Trotzdem wird erstmal alles besprochen hinter den Kulissen, da wo es auch hingehört."
Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach): "Es war ein sehr wichtiges Spiel. Ich glaube, man hat bei beiden Mannschaften gemerkt, dass nicht alles rund läuft. In der zweiten Halbzeit haben wir es nicht mehr geschafft, den Gegner hoch anzulaufen. Aber im Endeffekt zählen nur die drei Punkte und darüber sind wir glücklich."

Der Tweet zum Spiel:

Auch die defensive Aufstellung konnte Hertha BSC nicht zum Erfolg führen.

Das fiel auf: Matchwinner Matthias Ginter

Noch vor ein paar Wochen verbannte Adi Hütter Matthias Ginter, der gerade erst seinen Abgang nach der aktuellen Saison verkündet hatte, auf die Bank. Mit der Verpflichtung von Marvin Friedrich von Union Berlin erschien es sogar möglich, dass der Weltmeister von 2014 kein Spiel mehr von Beginn an für Borussia Mönchengladbach machen würde. Dann aber verletzte sich Friedrich und Ginter wurde wieder gebraucht. Gegen Hertha BSC war der Innenverteidiger dann einer der stärksten Gladbacher, hielt hinten die Defensive zusammen und erzielte vorne das ganz wichtige 2:0 – in eine Phase hinein, in der die Berliner gerade stärker wurden.

Die Statistik: 9

Nur neun Punkte aus 13 Spielen sind eine verheerende Bilanz für Tayfun Korkut. Der Trainer von Hertha BSC muss nach der erneuten Niederlage nun auch um seinen Job bangen.
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Quelle: Perform

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