Köln feiert Auftakt nach Maß gegen Schalke 04 - Königsblau bei Bundesliga-Rückkehr im VAR-Pech
Publiziert 07/08/2022 um 19:27 GMT+2 Uhr
Die Bundesliga-Rückkehr des FC Schake 04 ist missglückt. Die Königsblauen verloren beim 1. FC Köln 1:3 (0:0). Dabei hatte der Aufsteiger Pech mit dem VAR. Erst wurde der Mannschaft das Führungstor durch Rodrigo Zalazar aberkannt, dann flog Dominik Drexler (35.) mit Rot vom Feld. Für die Gastgeber brachen Luca Kilian (49.) und Florian Kainz (62.) mit einem Doppelpack den Bann.
Schalke verliert in Köln
Fotocredit: Imago
Ohne Anthony Modeste, der - wie kurz vor der Partie bestätigt wurde - vor einem Wechsel zu Borussia Dortmund steht, startete der 1. FC Köln gegen Aufsteiger Schalke 04 in die neue Saison. Ob es an dem Wirbel um die Modeste-Personalie lag, oder nicht: In den Anfangsminuten wirkten die Domstädter durchaus gehemmt.
Schalke hingegen spielte frech auf, störte Köln früh und ging nach gerade einmal zehn Minuten vermeintlich in Führung. Eine zu kurz abgewehrte Ecke landete vor den Füßen von Rodrigo Zalazar, der aus 16 Metern wuchtig in den rechten Winkel traf. Nach Videobeweis wurde der Treffer von Schiedsrichter Robert Schröder aber wieder zurückgenommen: Schalkes Kapitän Maya Yoshida hatte Kölns Keeper Marvin Schwäbe in Abseitsposition behindert.
Köln war nun gewarnt und wachte seinerseits langsam auf. Bei einer Ecke von Florian Kainz rutschte Julian Chabot am zweiten Pfosten nur um Zentimeter an der Führung vorbei (17.). Wenig später parierte Alexander Schwolow eine gute Kopfballmöglichkeit von Youngster Florian Dietz (25.).
Dann schaltete sich plötzlich erneut der VAR ein. Bei einem Zweikampf um den Ball war Dominick Drexler Jonas Hector mit der offenen Sohle auf die Wade gestiegen – Schiedsrichter Schröder schickte den Schalker mit der Roten Karte in die Kabine (35.).
Köln, nun in Überzahl, kam vor der Pause noch einmal mit Dejan Ljubicic gefährlich vors Tor, wieder vereitelte Schwolow dessen Abschluss (37.).
Kurz nach Wiederanpfiff nutzten die Hausherren ihre Feldüberlegenheit dann aus. Eine kurz ausgespielte Ecke landete bei Ljubicic, der am Strafraumrand die Übersicht behielt und zu Hector durchsteckte. Der wiederum spielte aus halblinker Position quer. Am zweiten Pfosten rutschte dann Luca Kilian heran und bugsierte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (49.).
Schalke konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Stattdessen verpasste Kölns Jan Thielmann aus zehn Metern halblinks per Dropkick das 2:0 nur knapp (55.).
Wenig später lag der Ball dann erneut im Schalker Tor. Schwolow ließ eine Hereingabe von Ellyes Skhiri im Fünfmeterraum fallen, über den eingewechselten Sargis Adamyan landete der Ball bei Kainz, der aus sechs Metern ins verwaiste Tor traf (62.). Das Tor zählte zunächst nicht – nach einigen Minuten gab der VAR den Treffer dann aber doch gut. Adamyan hatte nicht im Abseits gestanden.
In der Folge war der Effzeh dem dritten Tor näher als Schalke dem Anschluss. Nach einem Standard fiel dieser dann aber doch: Thomas Ouwejans Freistoßflanke köpfte Joker Marius Bülter am kurzen Pfosten in die Maschen (76.).
Lange hielt die Freude über Schalkes Anschluss aber nicht an. Nur wenig später verwertete Ljubicic eine Thielmann-Flanke per Kopf zum 3:1 – wieder sah Schwolow unglücklich aus. Dieses Mal prallte die Kugel nach einem Pfostenkontakt von seiner Hacke über die Linie (80.).
So blieb es beim 3:1-Endstand - ein erfolgreicher Saisonstart für Köln, Schalke hingegen feierte eine unglückliche Bundesliga-Rückkehr.
Die Stimmen zum Spiel:
Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln): "Das Fazit fällt so aus, dass wir die erste Viertelstunde Probleme hatten und dann immer besser reingefunden haben. Dann hatten wir die Situation mit dem sensationellen Schuss, wo einer in der Abseitslinie steht. Deswegen war es aus meiner Sicht auch Abseits. Da hatten wir Glück. Und die entscheidende Frage wird sein, war es Rot oder war es nicht Rot. Aus meiner Sicht erkennen die Fußballer schon selbst, ob da Absicht war oder nicht. Und ich finde es dann immer schwierig, wenn dann fünf Minuten später eingegriffen wird. Daher sage ich: Die kannst du weglassen. Es hat sich auch keiner beschwert. Gegen zehn Mann haben wir es dann gut gemacht. Aber solche Entscheidungen auf unserer Seite hätten uns auch tierisch aufgeregt."
Rouven Schröder (Sportdirektor FC Schalke 04): "Enge Entscheidungen, die übrigens keine klaren Fehlentscheidungen waren, werden zurückgenommen. Das regt mich auf. Ja, wir werden benachteiligt. Wir brauchen einen Video-Assistent und keinen VAR, der komplett bestimmt. Wenn ich in der 35. Spielminute die Rote Karte gebe, dann ist das Spiel völlig verändert."
Luca Kilian (1. FC Köln): "In erster Linie herrscht pure Freude, vor allem gegen die Schalker. Das tut immer besonders gut, als gebürtiger Dortmunder. Uns war klar, dass sie mit zwei Viererketten spielen würden. Wir sind geduldig geblieben, wir hatten Chancen und haben am Ende ganz klar gewonnen."
Der Tweet zum Spiel:
Gleich dreimal war der VAR heute auf Kölns Seite.
Das fiel auf: No Modeste - trotzdem Party
Viel wurde spekuliert in den letzten Tagen, immer wieder wurde über einen möglichen Wechsel von Anthony Modeste zum BVB berichtet. Kurz vor Anpfiff des ersten Saisonspiels verkündete der 1. FC Köln nun tatsächlich den bevorstehenden Transfer. Als Konsequenz wurde Modeste aus dem Kader gestrichen. Nach dem Pokal-Aus gegen Jahn Regensburg hätte die Stimmung in Köln nun also gleich mal ins Negative kippen können. Gegen den Aufsteiger machte die gesamte Kölner Mannschaft das Fehlen ihres Top-Stürmers allerdings schnell vergessen. Mit Luca Kilian, Florian Kainz und Dejan Ljubicic trugen sich gleich drei unterschiedliche Spieler in die Torschützen-Statistik ein, der junge Florian Dietz zeigte bei seinem Bundesligadebüt gute Ansätze. Das ließ den Modeste-Abgang direkt in den Hintergrund rücken.
Die Statistik: 29
Saisonübergreifend ist der FC Schalke 04 nun seit 29 Auswärtsspielen in der Bundesliga ohne Sieg.
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Quelle: Perform
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