Eurosport
Freiburg bezwingt den VfL Bochum dank Riemann-Patzer - Alu-Festival bei Wasserschlacht im Breisgau
Von
Publiziert 26/08/2022 um 22:24 GMT+2 Uhr
Der SC Freiburg hat sich vorübergehend auf Tabellenplatz zwei der Bundesliga vorgeschoben. Das Team von Christian Streich bezwang am 4. Spieltag in einer Wasserschlacht den VfL Bochum vor heimischer Kulisse 1:0 (0:0). Das goldene Tor erzielte Vincenzo Grifo (48.). Der Italiener scheiterte zunächst vom Elfmeterpunkt an Manuel Riemann, der den Strafstoß verursacht hatte, traf jedoch im Nachschuss.
Christian Günter - SC Freiburg
Fotocredit: Getty Images
Nach der 0:7-Klatsche zuhause gegen den FC Bayern hatten die Bochumer einiges gutzumachen. Da war es schon ein wenig ungünstig, dass es auswärts gegen die heimstarken Freiburger ranging.
Die Hausherren begannen jedoch mutig, attackierten die Freiburger früh und kamen durch Gerrit Holtmann (9.), der SC-Keeper Mark Flekken aus spitzem Winkel zu einer Parade zwang, zu ersten Torchancen.
Das erste richtige Chance hatten dann aber doch die Freiburger in Person von Christian Günter. Der Kapitän lief nach einem Zweikampf auf der linken Seite mit Konstantinos Stafylidis auf VfL-Schlussmann Manuel Riemann zu, konnte den langen Ball aber nicht gut verarbeiten (10.).
Doch in der Folge rissen die Gastgeber die Kontrolle immer mehr an sich und näherten sich dem Bochumer Tor. Zunächst verpasste Freiburgs Ritsu Doan (18.) die Führung, danach vergab das Team von Trainer Christian Streich eine Dreifach-Chance (22.), an dessen Ende Nicolas Höfler aus kurzer Distanz knapp rechts vorbeischoss. Bei Roland Sallais Seitfallzieher musste Riemann dagegen gar nicht erst eingreifen (31.)
Nach einer guten halben Stunde wurden die Highlights auf beiden Seiten jedoch immer weniger - der strömende Regen machte den Spielern auf dem Feld gehörig zu schaffen. So weichte nicht nur der Rasen, sondern auch Bochums Gegenwehr ziemlich auf.
Ein Ausrufezeichen gelang vor der Pause aber doch noch: Einen sehenswerten Distanzschuss von Holtmann konnte Flekken aber mindestens genauso spektakulär wegfausten (45.).
Nach dem Seitenwechsel übernahm Freiburg sofort wieder das Kommando. Fehlten die großen Highlights in der ersten Hälfte noch, ging es in der zweiten direkt mit einem Ausrufezeichen los: Riemann konnte einen langen Ball nicht festhalten und riss in der Folge Sallai, der sich den Abpraller gesichert hatte, im Fallen zu Boden. Nach Ansicht der Bilder entschied Schiedsrichter Marco Fritz, der zunächst weiterspielen ließ, auf Elfmeter.
Vincenzo Grifo trat an und scheiterte am einmal mehr glänzend reagierenden Riemann. Auch den Nachschuss des Italieners parierte der Schlussmann im Fallen - beim dritten Versuch von Grifo war er dann jedoch machtlos (48.).
Freiburg blieb nun am Drücker - von Bochum war in dieser Phase dagegen recht wenig zu sehen. Die Gäste kamen durch Grifo (51.), Günter (55.) und Michal Gregoritsch (62.) immer wieder zu Chancen - konnte diese jedoch nicht verwerten.
Nach gut 65 Minuten läuteten dann beide Teams das Aluminiumschießen ein. Den Auftakt machte dabei der VfL, der nun etwas offensiver agierte. Holtmann, gemeinsam mit Asano auffälligster Bochumer, zog halbrechts von der Strafraumkante einfach mal ab und traf den Pfosten (65.).
Keine zehn Minuten später erneut eine Dreifachchance für Freiburg: Erst scheiterte Gregoritsch an Riemann und dem Pfosten, den anschließenden Versuch von Grifo per Kopf entschärfte Riemann abermals (72.).
Nils Petersen hätte sich ebenfalls um ein Haar in die Torschützenliste eingetragen, doch Freiburgs Edeljoker traf mit seinem Versuch von der Strafraumkante nur die Latte (81.). Bochum witterte in der Schlussphase Morgenluft und hatte in Person von Holtmann, der wie zuvor Petersen die Latte traf (84.), die nächste dicke Möglichkeit auf den Ausgleich.
In den letzten Minuten wurde die Partie recht wild. Bochum-Coach Thomas Reis stellte auf eine Dreierkette um, SCF-Trainer Christian Streich verstärkte dagegen die Defensive. Von besonders viel Ordnung war aber auf beiden Seiten nicht mehr viel zu sehen.
Ein einziges Hin und Her endete fast mit einem skurrilen Treffer: Riemann eilte aus seinem Tor heraus, doch Petersen kam vor ihm an den Ball und zog einfach mal von der Mittellinie ab.
Der Schuss sah zunächst gut aus, doch kurz vor dem Tor titschte der Ball auf dem klatschnassen Boden auf und sprang letztlich knapp über den Bochumer Kasten. So blieb es beim knappen 1:0-Heimsieg für Freiburg.
Die Stimmen:
Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Es war klar, dass es ein schwieriges Spiel wird. Bochum war motiviert, die letzte Woche vergessen zu machen. Wir kamen in der ersten Halbzeit nicht so gut rein, dann kam der Regen, dann ist es schwer, Risikobälle ins Mittelfeld zu spielen. Aber insgesamt haben wir es verdient gewonnen, hatten viele Torchancen, aber wir haben auch ein bisschen Glück gebraucht."
Thomas Reis (Trainer VfL Bochum): "Es ist natürlich wieder ein bisschen schwer, heute hier zu sitzen. Ich fand den Auftritt meiner Mannschaft richtig gut. Wir haben in der letzten Woche sehr viel Lehrgeld bezahlt. Wir wollten versuchen, es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen, und das ist uns sehr gut gelungen. Aber es ist sehr schade, wenn das Spiel dann letztlich durch den Videoschiedsrichter entschieden wird."
Christian Günter (SC Freiburg): "Das Spiel musst du gewinnen! Es war viel Glück dabei, aber das haben wir uns heute erarbeitet."
Kevin Stöger (VfL Bochum): "Das ist natürlich sehr ärgerlich. Wir stehen wieder mit null Punkten da, auf die Leistung gesehen, hätten wir sicher einen Punkt verdient gehabt. Aber nichtsdestotrotz haben wir wieder null Punkte und beißen uns jetzt in den Arsch. Wir haben ein gutes Spiel gemacht - aber was bringt's?"
Simon Zoller (VfL Bochum): "Es war ein ausgeglichenes Spiel. Freiburg kann sich nicht beschweren, wenn sie noch einen fangen am Ende. Klar ist, dass wir solche Chancen nicht oft bekommen - gerade in Freiburg auch. Deswegen ärgere ich mich."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Beide Torhüter im Fokus
Sowohl Mark Flekken als auch Manuel Riemann (mit Ausnahme seines Paters zum 0:1) überzeugten am Freitagabend. Flekken war es zu verdanken, dass die Freiburger die weiße Weste und drei Punkte festhielten. Seine Faustabwehr kurz vor der Halbzeitpause rang sogar dem Gegner einen Applaus ab. Die Bochumer konnten sich bei Riemann bedanken, dass die Niederlage nicht höher ausfiel. Und das, obwohl er aufgrund des Regens oft unsicherer aussah, als er es sonst ist.
Die Statistik: 4
Vier Aluminiumtreffer - und alle in den letzten 25 Minuten. Und da ist Petersens schräger Distanzschuss in der 81. Minute noch gar nicht dabei. Die zweite Halbzeit war auf jeden Fall ein Hingucker.
Das könnte Dich auch interessieren:Fortuna schießt Jahn in die Krise - Bielefeld mit Befreiungsschlag
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/08/26/3439027-70165708-2560-1440.png)
Kein Abschiedsgroll: Nagelsmann hofft auf Beifall für Lewandowski
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung