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Kostic-Abgang setzt Eintracht Frankfurt unter Druck - für Trainer Glasner ist Systemwechsel "durchaus denkbar"
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Publiziert 10/08/2022 um 11:36 GMT+2 Uhr
Der voraussichtliche Abgang von Filip Kostic kommt wenig überraschend. Der Serbe stand bei einigen Klubs seit längerer Zeit auf dem Transfer-Zettel. Trotzdem trauern sie dem Mittelfeldspieler in Frankfurt nach. Trainer Oliver Glasner spricht von einem Spieler, der die Offensive "geprägt" hat und dessen Wechsel eine "Schwächung" darstellt. Für Glasner bietet der Transfer aber auch neue Chancen.
Filip Kostic
Fotocredit: Getty Images
Es sollten dann doch die letzten Momente von Filip Kostic vor seinen Fans sein. Stolz klopfte sich der Serbe auf die Brust, er winkte immer wieder ins Publikum, als er sich gegen Bayern München nach seiner Auswechslung auf einer kleinen Ehrenrunde feiern ließ. Nicht einmal eine Woche später ist klar: Es war sein Abschied von Eintracht Frankfurt.
"Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge", gab Trainer Oliver Glasner zu. Natürlich habe Kostic, der die Hessen vor allem aufgrund seiner Leistungen beim Europa-League-Triumph als "Held" verlasse, die Offensive "sehr geprägt", natürlich sei es "eine Schwächung für uns". Aber immer, wenn jemand einen Verein verlasse, sei es auch "gleichzeitig eine Chance", betonte der Österreicher.
Über Jahre erhoben sich die Fans in der Frankfurter Arena, wenn Kostic zu seinen gefürchteten Läufen über links ansetzte. Doch nun, nach Wochen voller Spekulationen und Gerüchte, verlässt der 29-Jährige die Mainmetropole. Das nächste Ziel? Aller Voraussicht nach Juventus Turin.
"Es ist vielleicht ein bisschen schneller gegangen, als wir alle gedacht haben", sagte Glasner. Doch der Klub habe sich auf den kaum zu verhindernden Abgang eingestellt. Er sei jemand, versicherte der Eintracht-Coach, "der sehr gerne die Chancen sieht".
Eintracht: Systemwechsel als Lösung?
Andere Profis können sich in den Fokus spielen. Die Eintracht hat die Möglichkeit, sich unberechenbarer aufzustellen - bislang war vieles auf Kostics Wucht ausgerichtet. Ein Systemwechsel, weg von den dynamischen Schienenspielern, sei "durchaus denkbar", sagte Glasner. Oder Verstärkungen auf dem Transfermarkt? Auch dies sei noch möglich.
"Ich mache mir gar keine Sorgen, weil wir sehr viel Qualität in unserem Kader haben", sagte Sportvorstand Markus Krösche.
Die 15 bis 20 Millionen Euro, die der Kostic-Wechsel in die Kassen spült, könnten dennoch reinvestiert werden. Laut Medienberichten soll Frankfurt schon länger an Junior Dina Ebimbe von Paris St. Germain interessiert sein.
Trapp: Kostic-Abgang "Teil des Geschäfts"
Überrascht war die Mannschaft keineswegs von der Nachricht, dass Kostic nicht einmal mehr mit nach Helsinki zum UEFA-Supercup gegen Real Madrid reisen würde. Torhüter Kevin Trapp sprach vom "Teil des Geschäfts". Der Abgang sei "nichts, was uns aus der Bahn werfen wird oder großartig geschockt hat". Das Thema habe es "gefühlt jedes Jahr" gegeben.
Im vergangenen Sommer etwa, als Kostic gar mit einem Streik einen Wechsel zu Lazio Rom hatte forcieren wollen. Die Eintracht zeigte sich unbeeindruckt, der dribbelstarke Linksfuß, der 2018 nach Frankfurt gekommen war, musste bleiben - er spielte die vielleicht beste Saison seines Lebens.
"Filip hat mit dem Verein Geschichte geschrieben und sehr viel geleistet", sagte Trapp. Die beiden Tore bei der Sensation in Barcelona, die Bilder mit dem silbernen Pott - als Europa-League-Held wird Kostic in Erinnerung bleiben. "Das", betonte Glasner, "gönne ich ihm von Herzen."
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(SID)
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Quelle: Perform
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