Union Berlin feiert Kantersieg gegen den FC Schalke und zieht mit dem FC Bayern München an der Spitze gleich

Union Berlin hat sich in der Bundesliga zum ersten Verfolger des FC Bayern aufgeschwungen. Die Eisernen siegten beim FC Schalke 6:1 (3:1) und zogen mit nun zehn Zählern punktetechnisch mit dem Spitzenreiter aus München gleich. Morten Thorsby (6.), Sheraldo Becker (37./46.), Janik Haberer (45.+3), Sven Michel (87./90.+1) trafen für Union, Marius Bülter konnte zwischenzeitlich ausgleichen (31./HE.).

Sheraldo Becker (l.) und Niko Giebelmann - Union Berlin

Fotocredit: Getty Images

Beide Teams legten sofort los wie die Feuerwehr, spielten mit offenem Visier nach vorne. Es dauerte nur bis zur sechsten Minute, als eine Kooperation zweier Berliner Debütanten die Eisernen in Führung brachte. Nach einer flach ausgeführten Ecke servierte Niko Gießelmann den Ball auf den zweiten Pfosten, wo Debütant Danilho Doekhi völlig blank stand. Der Niederländer bugsierte den Ball clever nach innen, wo Startelfdebütant Morten Thorsby nur noch den Kopf hinhalten musste.
Die Hausherren waren um eine schnelle Antwort bemüht und hatten dann in der 31. Minute das Glück der Tüchtigen, als Union-Verteidiger Robin Knoche in Manier eines Volleyball-Spielers einen klaren Handelfmeter verursachte. Marius Bülter lief an, schickte Frederik Rönnow frech in die falsche Ecke und stellte das Ergebnis auf 1:1.
Schalke hatte auch danach das Momentum auf seiner Seite, musste aber wenig später die Berliner Eiseskälte am eigenen Leib erfahren. Eine Hereingabe von Gießelmann landete bei Jordan, der den Ball zum eingelaufenen Sheraldo Becker tropfen ließ. Dieser wuchtete den Ball von der Strafraumkante in Richtung Schalker Tor und hatte Glück, dass Malik Thiaw den Ball unhaltbar für Alexander Schwolow abfälschte. So schlug der Ball zum 2:1 für Union im Schalker Kasten ein (36.).
Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Königsblau dann erneut Pech, als Dominick Drexler eine Ecke der Gäste per Hacke genau in den Rückraum klärte. Janik Haberer nutzte dies gnadenlos aus und versenkte den Ball mit vollem Risiko zum 3:1. Maya Yoshida hatte Schwolow noch unglücklich die Sicht versperrt (45.)
Zu Beginn des zweiten Abschnittes dauerte es nur 17 Sekunden, bis sich alle Schalker Träume in Luft auflösten. Ein weiter Kopfball von Doekhi reichte aus, um die Gastgeber völlig aus dem Konzept zu bringen. Yoshida versuchte gegen Jordan im Strafraum zu klären, doch der Versuch landete bei Becker. Dieser hatte aus 15 Metern keine Probleme seinen Doppelpack zu schnüren, zum 4:1 (46.).
Nach dem erneuten Nackenschlag nahm die Partie den Charakter eines Testspiels an. Alle fünf eingewechselten Spieler auf Schalker Seite konnten für keine neuen Impulse mehr sorgen. Die Demütigung fand in der Schlussphase der Partie ihr Ende, als der eingewechselte Sven Michel innerhalb von vier Minuten einen Doppelpack schnürte und so Schalke die Treffer fünf (87.) und sechs (90.+1) einschenkte.

Die Stimmen zum Spiel:

Rouven Schröder (Sportdirektor FC Schalke 04): "Es ist ganz klar, dass es ein Spiel war, bei dem man mit dem Endergebnis nicht zufrieden sein kann. 6:1 im eigenen Stadion zu verlieren, das ist unbefriedigend. Es sind gewisse Dinge, gewisse Entscheidungen, die wir falsch machen. Wir haben trotzdem versucht heute alles zu geben. Die Fans haben zum Glück ein feines Gespür dafür."
Oliver Ruhnert (Geschäftsführer 1. FC Union Berlin): "Mit diesem Ergebnis hatte ich vorher natürlich nicht gerechnet. Wir wissen, dass es heute sehr effektiv war. Fast jeder Schuss von uns war ein Treffer. Ich glaube Alexander Schwolow konnte keinen Ball wirklich halten. Wenn du auswärts mit 6:1 in der Bundesliga gewinnst, dann musst du dir eigentlich keine Gedanken mehr machen."
Janik Haberer (1. FC Union Berlin): "Wir wollten unbedingt heute hier punkten. Natürlich dreifach, wenn es geht. Mit einem Punkt wären wir auch zufrieden gewesen. Der Spielverlauf lief heute einfach für uns. Schalke hätte auch in Führung gehen können, dann wäre es anders gelaufen. Das 4:1 nach der Halbzeit war dann der endgültige K.O. für Schalke."

Der Tweet zum Spiel:

Sheraldo Becker wirbelte die Schalker Defensive mit einem Doppelpack kräftig durcheinander.

Das fiel auf: Starke Berliner Debütanten mischen Schalke auf

Nach einem überzeugenden Kantersieg fällt es manchmal schwer, einzelne Akteure besonders zu loben. Da sind Doppelpacker wie Sheraldo Becker und Sven Michel zu nennen, die Schalke fast im Alleingang abgeschossen haben. Doch auch das Debüt von Danilho Doekhi sowie das Startelfdebüt von Morten Thorsby sollten nicht unerwähnt bleiben. Beide fügten sich nahezu perfekt ins Berliner Kollektiv ein. Doekhi leistete die starke Vorarbeit zum 1:0 und war an der Entstehung des spielentscheidenden 4:1 beteiligt. Thorsby traf zum 1:0, hätte in der 69. Minute beinahe ebenfalls einen Doppelpack geschnürt. Über so viel Tiefe im Kader darf sich Urs Fischer definitiv freuen.

Die Statistik: 6

Sechs Versuche brauchte der 1. FC Union Berlin, um den ersten Sieg der Vereinsgeschichte gegen den FC Schalke 04 zu holen. In den bisherigen fünf Duellen hatte es drei Remis und zwei Niederlagen gesetzt.
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