VfB Stuttgart feiert späten Sieg im Kellerduell - Konstantinos Mavropanos entreißt Hertha BSC Remis

Der VfB Stuttgart hat dank Konstantinos Mavropanos im Kellerduell gegen Hertha BSC am 14. Spieltag der Bundesliga einen späten 2:1-Heimsieg gefeiert. Serhou Guirassy brachte die Hausherren früh in Front (3.). Die Stuttgarter konnten von diesem Blitzstart nicht lange zehren. Dodi Lukébakio erzielte wenig später den Ausgleich (19.). Mavropanos köpfte den VfB schließlich spät ins Glück (90.+8).

Konstantinos Mavropanos avancierte zum Helden

Fotocredit: Getty Images

Im Kellerduell zwischen dem VfB Stuttgart und Hertha BSC setzte Michael Wimmer auf Rotation: Hiroki Ito begann in einer neu formierten Dreierkette, Lilian Egloff durfte sich auf der Achterposition beweisen und Silas Katompa Mvumpa gab die zweite Spitze neben Serhou Guirassy. Die Hertha blieb dagegen unverändert im Vergleich zum 2:3 gegen den FC Bayern.
In den Stuttgarter Blitzstart war dann allerdings keiner der drei Neuen eingebunden: Tiago Tomas bediente Serhou Guirassy mustergültig per Steilpass, der Mittelstürmer hielt sich mit seiner Physis Marc-Oliver Kempf vom Leib und jagte den Ball per Vollspann ins Netz (3.).
In der Folge ergab sich das erwartete Spiel. Beide Teams führten das Duell leidenschaftlich und intensiv, offensiven Kombinationsfußball gab es dafür nur sehr selten zu sehen. Mit der ersten etwas dominanteren Phase der Hertha fiel dann der Ausgleich. Der sträflich alleinegelassene Dodi Lukébakio vollendete Jonjoe Kennys Flanke per Volley (19.).
Spielerisch blieb die Partie auf einem unterdurchschnittlichen Niveau, was vielen kleinen Fouls und wenig Spielfluss geschuldet war. Kurz vor der Pause musste dann Florian Müller gegen Ito eingreifen, der nach Flanke von Tomas zum Kopfball gekommen war (44.). Am Ende stand ein unspektakuläres und gerechtes 1:1 zur Halbzeit.

Mavropanos wird zum Herzensbrecher

Auch in der zweiten Hälfte blieb das Spiel lange Zeit zerfahren und von Kampf geprägt, das Momentum kippte minütlich in die eine oder andere Richtung. Erst musste Christensen mit dem Fuß gegen Sosa abwehren (57.), wenig später klärte Mavropanos gegen Sunjic auf der Linie (69.).
Richtig rund ging es dann in der Schlussphase. Zuerst jedoch im negativen Sinne: Nach einem Zusammenprall im Luftduell mit Ivan Sunjic musste Wataru Endo minutenlang behandelt und schließlich mit Verdacht auf schwere Kopfverletzung ausgewechselt werden. Kurz darauf hatte Stuttgart Glück, als Ejuke die Kugel nach einem Bock von Müller knapp über die Querlatte zirkelte (84.).
In dieser eigentlich überlegenen Phase der Hertha schien Christensen mit einer Flugeinlage nach Kopfball des eingewechselten Millot erst die später Niederlage zu verhindern, bevor Mavropanos in der achten Minute der Nachspielzeit jegliche Berliner Herzen brach und den Ball nach einer Sosa-Ecke in die Maschen wuchtete.

Die Stimmen:

Michael Wimmer (Trainer VfB Stuttgart): "Wir sind gut ins Spiel gekommen und früh in Führung gegangen. Nach dem 1:1 hatten wir die Kontrolle. Nach dem Wechsel war das Spiel ausgeglichen. Wir hatten Glück, dass Mavropanos auf der Linie rettet. Dass wir in der Nachspielzeit das Tor machen, war glücklich, aber nicht unverdient. Wir haben Mut und Glauben gezeigt."
Sandro Schwarz (Trainer Hertha BSC): "Stuttgart hatte am Anfang bessere Kontrolle, wir hatten keinen Zugriff. Die erste Halbzeit war trotz des Ausgleichs nicht gut genug. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine sehr gute Kontrolle. Wir hatten wenige Chancen zugelassen. Vor dem Gegentor hatten wir wieder einfache Ballverluste. Das ist naiv von uns und extrem bitter. Da müssen wir uns cleverer verhalten und uns gravierend verbessern."
Jean-Paul Boëtius (Hertha BSC): "Ein Spiel geht bis zum Abpfiff. Wir sind sehr, sehr sauer, denn wir wollten unbedingt gewinnen und die drei Zähler holen. Aber wir haben beim Umschalten wieder einige Situationen nicht sauber genug ausgespielt - das war schon Thema nach der Partie in Bremen. Insgesamt haben wir zu wenig Punkte geholt, das wissen wir."
Oliver Christensen (Hertha BSC): "Die letzten zehn Minuten sind zu oft nicht gut genug, das müssen wir ehrlich sagen. Wenn es kurz vor Schluss 1:1 steht, müssen wir smarter und fokussierter agieren. Wir haben zu viel zugelassen, in diesen entscheidenden Momenten und Phasen müssen wir als Team einfach besser sein. Sonst verlieren wir Punkte, das war gegen Leverkusen so, in Mainz, Bremen - und hier."

Das fiel auf: Mavropanos als Lebensversicherung

Nicht nur dass Konstantinos Mavropanos mit seinem Kopfballtreffer den Stuttgarter Sieg perfekt machte, auch in anderer Hinsicht ist der Abwehrchef eine absolute Lebensversicherung für die Schwaben. Neben seiner Kopfballstärke bei Standard ist der Grieche in einer wackligen Stuttgarter Defensive maßgeblich für Stabilität verantwortlich und schafft diese mit beherzter Kommunikation und tollem Zweikampfverhalten.

Die Zahl zum Spiel: 3

Mit dem 2:1 Sieg gegen Hertha BSC gewinnt der VfB das dritte von drei Heimspielen unter Michael Wimmer, seit dieser den Cheftrainerposten von Pellegrino Materazzo übernommen hatte. Zwar will es auswärts mit Punktgewinnen noch nicht so recht klappen, allerdings befinden sich die Schwaben mit ihrer neu gewonnen Heimstärke auf bestem Weg raus aus der Abstiegszone.

Der Tweet zum Spiel

Nach dem Siegtreffer in der Nachspielzeit gegen den FC Augsburg gab es auch heute einen Last-Minute-Sieg im Schwabenland:
(SID)
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