VfB Stuttgart schlägt FC Augsburg: Last-Minute-Tor von Waldemar Anton bringt Heimsieg und lässt Fans ausrasten

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Der VfB Stuttgart hat gegen den FC Augsburg in letzter Minute zurück in die Erfolgsspur gefunden und sich etwas Luft im Tabellenkeller verschafft. Die Mannschaft von Interimstrainer Michael Wimmer gewann das Schwaben-Duell in der Bundesliga 2:1 (1:1) und ließ damit die nach der 0:5-Abreibung bei Borussia Dortmund vor einer Woche gebremste Anfangseuphorie unter Wimmer wieder aufleben.

Der VfB Stuttgart jubelt über den späten Sieg gegen den FC Augsburg

Fotocredit: Imago

Der VfB setzt seinen Lauf unter Interimstrainer Michael Wimmer fort und gewinnt wettbewerbsübergreifend das dritte Heimspiel in Folge. Dabei verfallen die Stuttgarter allerdings in bereits bekannte Muster und kassieren das siebte Gegentor in der Anfangsviertelstunde, kein Bundesligateam fing sich bisher mehr frühe Gegentore ein.
Die Augsburger kamen gut in die Partie und nutzten früh einen Aussetzer von Dan-Axel Zagadou aus, der sich von Florian Niederlechner bei einem hohen Ball abkochen ließ - der Stürmer hatte keine Probleme, Florian Müller einfach zu überlupfen (4.). Die Stuttgarter gaben aber die richtige Antwort und glichen mit ihrer ersten richtigen Chance aus. Borna Sosa flankte in den Sechzehner und fand den Kopf von Serhou Guirassy, der Tomas Koubek aus fünf Metern keine Chance ließ (15.).
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit guten Chancen auf beiden Seiten. Zunächst kam Niederlechner nach Flanke von Ermedin Demirovic im Sechzehner per Volley zum Abschluss, er verfehlte das lange Eck allerdings knapp (17.). Kurz darauf scheiterte Mergim Berisha nachdem Müller einen Ball nicht weit genug wegfaustete am Keeper (22.). Kurz vor der Pause wurde der VfB dann besser und meldete sich mit einem starken Distanzschuss von Luca Pfeiffer zurück (33.).
In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs konnte Koubek eine erneute Sosa-Flanke nicht weit genug abwehren und Silas Katompa Mvumpa kam frei im Sechzehner zum Abschluss, doch Mads Pedersen stand im Weg (45.+2).
Der FCA kam dann zunächst besser aus der Pause und hatte direkt die erste gute Chance durch einen direkten Freistoß von Berisha aus spitzem Winkel, Müller war aber hellwach und lenkte die Kugel über die Latte (47.). Dann gab es eine viel diskutierte Szene, der eingewechselte Lukas Petkov köpfte den Ball an den ausgestreckten Arm von Sosa, der aber mit dem Rücken zur Situation stand. Die Gäste forderten Elfmeter und auch der VAR diskutierte mit Tobias Stieler über diese Situation. Der Unparteiische blieb aber bei seiner Entscheidung - vertretbar, wenn man bedenkt, dass der Kroate den Ball nicht einmal gesehen hatte (58.).
Der VfB brauchte lange, um im zweiten Durchgang anzukommen, doch er meldete sich mit einer Doppelchance zurück. Gleich zweimal hintereinander landete eine Ecke der Stuttgarter bei Endo, der aber an einem Gegenspieler auf der Linie hängen blieb (69. & 70.). Die Schlussphase gehörte dann nur den Hausherren. Guirassy kam gleich zweimal gefährlich im Sechzehner zum Abschluss (75. & 76.). Und nachdem Pfeiffer eine Ecke an die Latte köpfte (86.), musste Koubek gleich zweimal Großchancen verhindern (87. & 89.). Der starke Einsatz des Tschechen wurde am Ende aber nicht belohnt, weil die Stuttgarter am Ende noch das Last-Minute-Tor erzielten.
Tiago Tomas leitete den Ball mit der Hacke weiter zu Waldemar Anton, der im Strafraum ins linke Eck einschoss (90.+2).
Am Ende kein unverdienter Sieg für den VfB, die vor allem in der Schlussphase das bessere und gefährlichere Team waren. Auch wenn das Handspiel von Sosa eine strittige Szene bleibt, können es die Augsburger nicht alleine darauf reduzieren, sie waren in der Schlussviertelstunde einfach viel zu harmlos. Die Stuttgarter sammeln drei wichtige Punkte, rücken bis auf drei Zähler an die Augsburger ran und verlassen die Abstiegsränge.

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Wimmer (Trainer VfB Stuttgart): "Wir sind unglaublich schlecht ins Spiel reingekommen. Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten aggressiv sein und trotzdem kriegen wir nach fünf Minuten das 1:0. Das 1:1 zur Halbzeit war verdient. Nach der Pause bekommen wir wieder gar keinen Zugriff, Augsburg war in dieser Phase klar besser. Ab der 65. haben wir es dann richtig gut gespielt und uns viele Torchancen herausgespielt. So war es dann zum Schluss auch ein verdienter Sieg für uns."
Enrico Maaßen (Trainer FC Augsburg): "Ich glaube, dass wir sehr gut ins Spiel gekommen sind. Ich fand, dass wir zum Ende der ersten Halbzeit die aktivere Mannschaft waren und auch sehr gut aus der Kabine gekommen sind. Es gibt eine Schlüsselszene: Das ist die Situation, die leider nicht zum Elfmeter für uns geführt hat. Die Wucht, die das Stadion und die Stuttgarter Mannschaft danach entfacht hat, haben wir nicht mehr eingefangen bekommen."
Luca Pfeiffer (VfB Stuttgart): "Wir sind denkbar schlecht gestartet, haben dann aber eine gute Reaktion gezeigt. Nach der Pause hatten wir schwierige 15 bis 20 Minuten. Danach haben wir uns Chance um Chance erspielt. Es war zu sehen, dass wir immer an den Sieg geglaubt haben. Letztlich ist es ein verdienter Sieg. Das Einzige, was wir uns vorwerfen lassen können, ist, dass wir die Partie nicht früher entschieden haben."
Waldemar Anton (VfB Stuttgart): "Auch wenn ich direkt nach dem Tor ein paar Minuten gebraucht habe und nicht mehr richtig jubeln konnte, war es ein schöner Moment. Es ist ein verdienter Sieg. Wir hatten eine ganze Reihe guter Chancen. Wir sind schlecht in die Partie gestartet, haben aber nie aufgegeben, zunehmend selbstbewusster gespielt und verdient gewonnen."
Felix Uduokhai (FC Augsburg): “Es war ein harter Fight. Die erste Halbzeit war relativ ausgeglichen, wir sind ganz gut reingekommen. Aber nach dem Tor waren die Stuttgarter etwas griffiger in den Zweikämpfen und in der zweiten Halbzeit war Stuttgart einfach zwingender. Sie hatten die klareren Chancen und dann ist es ärgerlich, so spät das 2:1 zu bekommen.”

Der Tweet zum Spiel

Das fiel auf: Den Start verschlafen, am Ende stark

In beiden Halbzeiten zeigten die Stuttgarter ein bereits bekanntes Verhaltensmuster. In der Anfangsphase von beiden Durchgängen war jeweils der FCA die deutlich bessere Mannschaft mit mehr Chancen und auch weniger individuellen Aussetzern. Aber in beiden Hälften wurde der VfB am Ende deutlich besser und vor allem in der zweiten Halbzeit hatten sie in den letzten 20 Minuten eine regelrechte Chancenflut, lediglich an der Chancenverwertung muss da noch gearbeitet werden.

Die Statistik: 7

Der VfB kassierte heute bereits nach vier Minuten das 0:1, was bereits der siebte Gegentreffer in der Anfangsviertelstunde war. Alleine in der Vorwoche lagen die Stuttgarter gegen den BVB nach 15 Minuten 0:2 zurück, kein Team fängt sich mehr Gegentore in dieser Zeit.
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Quelle: Perform

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