Bundesliga: Werder Bremen verschärft Krise des VfB Stuttgart - zwei hanseatische Traumtore in Schwaben

Stuttgarts neuer Trainer Bruno Labbadia muss weiter auf seinen ersten Bundesligasieg mit dem VfB warten. Am Sonntag verloren die Schwaben vor heimischer Kulisse gegen Werder Bremen 0:2. Jens Stage (59.) und Marvin Ducksch (77.) trafen jeweils sehenswert für die Hanseaten. Dank des Dreiers schob sich der SVW auf Rang acht, die Schwaben rangieren weiterhin auf dem Relegationsplatz.

VfB Stuttgart - Werder Bremen

Fotocredit: Getty Images

Die Anfangsphase ging klar an den VfB, der sich durch Chris Führich gleich zwei ordentliche Abschlussmöglichkeiten erspielte (6., 10.). Werder hingegen begann nervös, so erlaubte sich Jiri Pavlenka beinahe einen folgenschweren Fehler. Bremens Schlussmann trat ohne Not über den Ball und eröffnete so die Chance für Serhou Guirassy, machte seinen Fehler gegen den Stuttgarter Stürmer aber auch gleich wieder wett (9.).
Erst nach 15 Minuten kam Bremen besser ins Spiel. Zunächst scheiterte Leonardo Bittencourt, der für den gesperrten Mitchell Weiser die rechte Außenbahn bearbeitete, aus 14 Metern halbrechts an Florian Müller (15.). Kurz darauf klärte Stuttgarts Neuzugang Genki Haraguchi im allerletzten Moment gegen den einschussbereit lauernden Anthony Jung (16.).
Dann aber lag der Ball doch im Stuttgarter Tor – der Treffer zählte allerdings nicht. Nach Jungs Flanke hatte Niclas Füllkrug aus sechs Metern eingeköpft, dabei Hiroki Ito allerdings leicht geschubst (35.).
Kurz vor der Halbzeit wurde es dann nochmal turbulent. Zunächst holte Nikolas Nartey Bremens Niklas Schmidt kurz vor dem Strafraum von den Beinen. Den fälligen Freistoß schlenzte Marvin Ducksch rechts vorbei (42.). Auf der anderen Seite musste Pavlenka nochmal gegen Führich ran, wehrte dessen Schuss aufs kurze Eck ab (45.+1). Beim anschließenden Eckball hatte Luca Pfeiffer – in der 25. Minute für den verletzten Guirassy eingewechselt – das 1:0 auf dem Kopf, zielte aber ziemlich freistehend aus vier Metern drüber (45.+2).
Der zweite Durchgang startete dann durchaus verhaltener. Wieder war Stuttgart das aktivere Team, wirklich zwingend wurde der VfB aber nicht. So fiel die Führung für die Gäste dann auch überraschend: Füllkrug stellte gegen Atakan Karazor den Körper rein und nahm es mit gleich drei Gegenspielern auf. Etwas glücklich legte dann Konstantinos Mavropanos für Jens Stage auf, der aus 16 Metern ins linke Eck traf (59.).
Stuttgart war nun gefordert, blieb im letzten Drittel aber zu ungefährlich. Stattdessen machte Werder in der 77. Minute alles klar. Füllkrug legte ab für Ducksch, der mit einem Sonntagsschuss vom linken Strafraumeck maßgenau in den rechten Winkel traf.
Von diesem Nackenschlag konnte sich die Mannschaft von Bruno Labbadia nicht mehr erholen. So blieb es beim 2:0-Auswärtserfolg für Werder Bremen, das elf Punkte zwischen sich und den VfB brachte. Stuttgart hingegen verharrt auf dem Relegationsrang und steckt weiter mittendrin im Abstiegskampf.

Die Stimmen:

Waldemar Anton (VfB Stuttgart): "Ich glaube, heute war es kein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Beide haben sich irgendwie schwer getan. Es war von Anfang an klar, dass es ein Kampfspiel wird. Und dann verlierst du dieses Spiel durch zwei Kunstschüsse. Wir tun uns immer extrem schwer. Wir haben viele Chancen, aber machen viel zu wenig Tore daraus. Aber ich glaube, heute hätten wir noch 90 Minuten spielen können, wir hätten trotzdem kein Tor gemacht."
Bruno Labbadia (Trainer VfB Stuttgart): "Klar sind wir enttäuscht. Ich finde, wir sind top ins Spiel reingekommen. Wir haben Werder gut laufen lassen, was wir uns vorgenommen haben. Uns fehlt in den letzten 25 Metern einfach die Genauigkeit, das wissen wir. Es war so ein bisschen ein Bruch mit der Gelben Karte udn natürlich, dass Serhou Guirassy rausmusste. Kurz vor der Halbzeit müssen wir eigentlich zwei Tore machen. Dann kommst du wieder gut aus der Halbzeit, hast das Spiel im Griff und dann kriegst du zwei Sonntagsschüsse. Das ist heute sehr ärgerlich. Ein bitterer Nachmittag, weil ich denke, von der Anlage haben wir vieles richtig gemacht. Aber natürlich fehlt uns einfach noch der letzte Pass, die Sauberkeit."
Niclas Füllkrug (SV Werder Bremen): "Ich bin froh, dass es mit Duckschi so gut klappt. Ich habe mir neulich erst ein Video von unseren Zweitliga-Aktionen angeschaut. Mich freut es heute riesig für ihn, das ist richtig schön. Man darf nicht vergessen, Stuttgart ist mitten im Abstiegskampf, dass das hier kein schönes Spiel wird, war allen klar. Ich denke, mit dem 2:0 können wir sehr zufrieden sein."
Marvin Ducksch (SV Werder Bremen): "Das sind so Situationen, die trainieren wir auch ab und zu. Die Jungs wissen, dass ich auch oft versuche, mit dem ersten Kontakt abzuschließen. Überragend. So ein ähnliches Tor haben wir auch gegen Hoffenheim gemacht. Der war jetzt vielleicht ein bisschen schwieriger, aber von der Konstellation ähnlich."
Über Mitspieler Niclas Füllkrug: "Ich bin eher froh, dass ich ihn neben mir habe als anders herum. Man sieht, wieviel er arbeitet. Das gibt uns sehr viel, das wissen wir auch. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns."

Der Tweet zum Spiel:

Hat Bruno Labbadia seinen Kredit bei den Stuttgart-Fans bereits verspielt?

Das fiel auf: Duckschs Traumtor

Wie wichtig Marvin Ducksch für das Bremer Spiel ist, wurde ob der wahnsinnigen Torquote seines Sturmpartners Niclas Füllkrug oftmals vergessen. Während Füllkrug mit der deutschen Nationalmannschaft zur WM fahren durfte, lief Ducksch immer mal wieder unter dem Radar. Das durfte sich nach seinem Tor gegen den VfB Stuttgart ändern – es war ein Treffer der Marke Traumtor. So war es diesmal umgekehrt: Füllkrug legte ab für Ducksch, der den Ball aus 18 Metern halblinks perfekt traf und in den rechten Winkel schlenzte. Während Füllkrug diesmal also ohne Treffer blieb, ließ sich Marvin Ducksch zurecht feiern.

Die Statistik: 31

Seit unglaublichen 31 Heimspielen hat Stuttgart immer jeweils einen Gegentreffer kassiert. Gegen Bremen waren es sogar gleich zwei.
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Quelle: Perform

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