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Bayer 04 Leverkusen: Der ewige Mythos von Vizekusen - das Trauma neigt sich seinem Ende zu
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Publiziert 11/04/2024 um 12:35 GMT+2 Uhr
Bayer Leverkusen schien rund um die Jahrtausendwende ein Dauerabo auf zweite Plätze zu haben, verpasste Titel teils dramatisch. Nun steht der Mythos Vizekusen vor dem Aus. In der Bundesliga fehlt der Werkself lediglich ein Sieg, im DFB-Pokalfinale scheint ein Triumph über Zweitligist Kaiserslautern Formsache zu sein. Doch trotz dieser Ausgangslage warnen einstige Protagonisten vor Hochmut.
#SotipptderBoss: Das Ende von Vizekusen ist da!
Quelle: Eurosport
Reiner Calmund traut dem Braten nicht so recht. Das Trauma wirkt auch nach mehr als 20 Jahren noch nach, der frühere Boss von Bayern Leverkusen ist ein gebranntes Kind.
"Ich spreche erst von der Meisterschaft, wenn es rechnerisch perfekt ist. Vorher nicht", sagte der 75-Jährige dem "SID" vor dem ersten Titelmatchball seines Herzensvereins: "Das hat natürlich auch mit meiner Vergangenheit zu tun. Das spielt sich automatisch ab, da habe ich Respekt."
Er sei noch ein Vertreter der Generation "Vizekusen", führte Calmund aus: "Ich habe so viele Vize-Meisterschaften erlebt, das geht nicht aus dem Kopf.
Deswegen mache ich das nicht." Mit einem Sieg gegen Werder Bremen am Sonntag (17:30 Uhr im Liveticker) würde Bayer die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte perfekt machen, danach gäbe es noch fünf weitere Chancen. Das Ende vom schier unüberwindbaren Mythos "Vizekusen" scheint eine Frage der Zeit - es winkt die Befreiung.
Daum: "Selbst Vizekusen kann Meister werden"
Der Fluch wäre "damit beendet", sagte Christoph Daum: "Wenn ein solcher Ausdruck wie Vizekusen permanent wiederholt wird, dann wird ja damit fast suggeriert, du kannst nicht Meister werden. Aber jetzt siehst du: Selbst Vizekusen kann Meister werden."
Die Bayer AG hatte sich als Muttergesellschaft des Vereins den Begriff "Vizekusen" im Jahr 2010 gar als geschütztes Markenrecht eintragen lassen. Zu viel war rund um die Jahrtausendwende passiert.
1997, 1999, 2000, 2002 und ein letztes Mal 2011 blieb jeweils nur die Vize-Meisterschaft, vor allem die Jahre 2000 und 2002 sind untrennbar mit dem Mythos "Vizekusen" verknüpft.
Leverkusen hätte 2000 als Tabellenführer bereits ein Unentschieden in Unterhaching zur ersten Schale gereicht. Ein Eigentor von Michael Ballack (20.) sowie ein Kopfballtreffer von Markus Oberleitner (72.) beendeten in Haching den Traum. Selbst Oberleitner hatte nach dem "surrealen" Erlebnis "ein bisschen Mitleid".
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Michael Ballack, Eigentorschütze von Bayer Leverkusen gegen Unterhaching
Fotocredit: Getty Images
Leverkusen will Vize-Trauma hinter sich lassen
Jener 20. Mai 2000 sei immer noch "total präsent, weil das sicherlich eine Zäsur war", sagte der damalige Bayer-Coach Daum dem "SID". "Es fühlte sich an, als würdest du unter einer Lawine begraben werden. Alles ist zusammengestürzt und über dich hereingefallen. Diese Gefühle und Erlebnisse, wie ich nach dem Spiel mit meinem Sohn weine."
Ballack sprach vom "Bittersten", was der Verein erlebt habe. Doch nur zwei Jahre später wurde es ähnlich schlimm.
In der Liga verspielte Bayer an den letzten drei Spieltagen einen Vorsprung von fünf Punkten, verlor dazu das Pokalfinale gegen Schalke und das Endspiel der Champions League gegen Real Madrid. Spätestens mit diesem "Triple" war "Vizekusen" omnipräsent.
"Ich habe das immer als eine absolute Scheiße angesehen", sagte Daum: "Aber im Klub habe ich das nie so negativ empfunden." Dort sei das vielmehr als "Riesenauszeichnung" aufgefasst worden.
Und doch wird allen Beteiligten sicher ein Stein vom Herz fallen, wenn "Vizekusen" ab Sonntag Geschichte wäre.
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(SID)
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