Bayer 04 Leverkusen will sich nach Dämpfer nicht verrückt machen lassen - Borja Iglesias als Lösung?

Nach zwei Last-Minute-Siegen in Augsburg und Leipzig hat es Bayer 04 Leverkusen im ersten Heimspiel des Jahres versäumt, den FC Bayern auf Distanz zu halten. Zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen in der BayArena sind die Münchner der Werkself nach deren 0:0 gegen Gladbach bis auf zwei Punkte auf die Pelle gerückt. Von Unbehagen will man in Leverkusen aber nichts wissen - auch dank eines Transfers.

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Quelle: Perform

Nach Spielschluss dauerte es noch zwei Minuten, dann hatten die Gladbacher Fans die Botschaft zum Spiel parat.
"Nie deutscher Meister, ihr werdet nie deutscher Meister", sangen sie den Leverkusener Spielern frech hinterher.
Das Rasenpersonal des Tabellenführers trottete in dem Moment etwas unschlüssig der Nordkurve entgegen, um sich dort von der eigenen Anhängerschaft ein bisschen aufmuntern zu lassen.
Denn beim 0:0 gegen die Borussia vom Niederrhein war den Bayer-Kickern versagt geblieben, was sie an den beiden vorangegangenen Samstagen geschafft hatten: auf den letzten Drücker noch zu gewinnen.

Rolfes vermisst den letzten Biss

In Augsburg und in Leipzig trafen sie jeweils in der Nachspielzeit, beim ersten Heimspiel des Jahres vergab der eingewechselte Nathan Tella in dieser Phase aber auch die letzte Großchance zum Sieg. Fünf allerfeinste Möglichkeiten, die extrem tief verteidigenden Gäste zumindest einmal zu überrumpeln, zählte Simon Rolfes am Ende.
"Eine von den fünf machst du dann normalerweise auch. Aber heute waren wir dazu nicht in der Verfassung", seufzte Bayers Sport-Geschäftsführer, dem aufgefallen war: "Der letzte Biss, die letzte Entschlossenheit, auf den entscheidenden Augenblick vorbereitet zu sein - das hat gefehlt."
Und so ist passiert, was der nun seit 28 Pflichtspielen unbesiegte Liga-Primus eigentlich verhindern wollte: Abonnementmeister Bayern München, der nach der Heimpleite gegen Bremen vor einer Woche den Anschluss an die Leverkusener zu verlieren drohte, ist mit zwei knappen Erfolgen im Nachholspiel gegen Union Berlin (1:0) und nun in Augsburg (3:2) plötzlich wieder bis auf zwei Punkte an den fünfmaligen Vizemeister herangerückt.
Eine Ausgangslage, die es den Bayern nun wieder ermöglicht, beim direkten Duell in zwei Wochen in der BayArena an der Werkself vorbeizuziehen.
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Jeremie Frimpong verzweifelt gegen Borussia Mönchengladbach

Fotocredit: Getty Images

Bayer will sich nicht verrückt machen lassen

Deren Chefdompteur Xabi Alonso spielte von 2014 bis 2017 selbst für die Bayern, entsprechend kennt er die dort frisch angestachelte Jagdlust genau.
Bei der Frage, ob er deshalb jetzt nervös werde, bat der Spanier, im Deutschen ansonsten ausgesprochen firm, sicherheitshalber noch mal um eine englische Übersetzung. Ehe er nach kurzer Bedenkzeit antwortete: "Es gibt noch 15 Spiele." Es folgte ein theatralisches "Puuuh" - und dann die Fortführung des Gedanken: "Wenn ich jetzt schon nervös werde, dann bin ich im Mai kaputt."
Sein Team bleibe positiv, habe eine gute Energie, betonte der 42-Jährige noch. Und auch Alonsos Mitstreiter wollten nichts von einsetzendem Unbehagen wegen der zwei verlorenen Punkte wissen.
"Gefühlt ist es ein kleiner Dämpfer. Aber wir werden auf keinen Fall die Köpfe hängen oder uns verrückt machen lassen. Wir bleiben uns treu", versicherte Mittelfeldakteur Jonas Hofmann. Und Rolfes winkte beim Thema Nervosität wegen der Bayern vergnügt ab: "Das hat mich vor zwei Wochen nicht interessiert. Das interessiert mich jetzt nicht." Und: "Wir werden auch wieder Tore schießen."

Alonso freut sich auf Landsmann Iglesias

Gegen Gladbach war den Leverkusenern das zum ersten Mal in dieser Saison nicht gelungen. Das Fehlen des klugen, flexiblen, bei Bedarf aber auch sehr geradlinigen Mittelstürmers Victor Boniface, der bis April ausfällt und aktuell vom lange verletzten Patrik Schick vertreten wird, fiel gegen die Borussia besonders ins Gewicht.
Da trifft es sich gut, dass der Tabellenführer am Samstag mit Schlusspfiff die Leihe des zweimaligen spanischen Nationalspielers Borja Iglesias von Betis Sevilla als Alternative für das Sturmzentrum vermelden konnte.
"Er kann uns bald helfen", sagte Alonso über seinen Landsmann - und bezeichnete das Spiel seines Teams gegen Gladbach vor allem im Strafraum als "nicht gut" und "nicht klinisch genug".

Wohlwollende Kommentare der Gladbacher Punktediebe

Deshalb blieben auch die 948 gespielten Pässe - fast drei Mal so viel wie die Fohlenelf - 29:1 Flanken und 28:4 Torschüsse am Ende nutzloses Zahlenwerk. Statistiken, die die Punktediebe von der niederländischen Grenze aber immerhin mit ausgesprochen wohlwollenden Kommentaren garnierten.
"Leverkusen hat einfach eine total gute Mannschaft. Ich kann mich nicht erinnern, in letzter Zeit gegen einen so starken Gegner gespielt zu haben", erklärte etwa Mittelfeldkraft Florian Neuhaus.
Und Gladbachs Coach Gerardo Seoane, Vorgänger von Señor Alonso bei Bayer, betonte: "Ich habe das Gefühl, dass Leverkusen extrem stabil ist. In ihnen haben die Bayern nicht nur einen Konkurrenten, sondern ein Team, das sie bis zum Schluss fordern wird."
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Tuchel zufrieden: "Extrem wichtige drei Punkte"

Quelle: Perform

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