Drei Dinge, die bei Dortmund gegen Union Berlin auffielen: Mats Hummels überzeugt nach DFB-Rückkehr

Borussia Dortmund ringt Union Berlin nach einer schwachen ersten Halbzeit 4:2 nieder. Mats Hummels erlebt dabei ein Wechselbad der Gefühle, beweist allerdings, dass er zurecht wieder für Deutschland spielt. Der BVB zeigt eine Willensleistung, schafft es aber erneut nicht, spielerische Lösungen zu präsentieren. Für Union geht die Horrorserie weiter, weil die Eisernen wieder naive Fehler begehen.

207. Sieg mit dem BVB - Hummels stellt Rekord auf

Quelle: Perform

Zwei Tore nach Standards, zwei aberkannte Tore nach Standards und gefühlt endlos lange Pausen durch VAR-Überprüfungen - die erste Halbzeit zwischen Borussia Dortmund und Union Berlin (4:2) war nichts für schwache Nerven.
Am Ende triumphierte der BVB dank einer Energieleistung nach der Pause und baute seine Heimserie in der Bundesliga auf 19 ungeschlagene Spiele aus.
Im Gegensatz dazu kassierte Union die siebte Pflichtspielpleite in Folge.
Drei Dinge, die uns am Samstag im Signal Iduna Park auffielen.

1.) Hummels für Deutschland - Nagelsmann liegt richtig

In der 73. Minute schien der große Traum von Mats Hummels zu platzen. Der BVB-Verteidiger fasste sich an den linken Oberschenkel und deutete seiner Bank an, dass da nix mehr geht. Comeback in der Nationalmannschaft nach über zwei Jahren gefährdet? "Nein", versicherte Hummels nach dem Spiel bei "Sky".
"Ich habe mir den Oberschenkelmuskel klassisch zugelaufen. Ich habe viele Spiele gemacht und vor allem am Mittwoch gegen Mailand viel abbekommen. Aber es ist alles gut", so Hummels.
Der 34-Jährige wird folglich mit dem DFB-Tross in die USA reisen. "Jeder weiß, welch großes Ziel es für mich war, wieder in die Nationalmannschaft zu kommen. Es ist das Größte, für sein Land zu spielen", sagte Hummels.
76 Mal hat er für Deutschland gespielt, zuletzt im EM-Achtelfinale 2021 gegen England (0:2). Bundestrainer Julian Nagelsmann hat ihn zurückgeholt und setzt auf Hummels' Erfahrung und Leaderqualitäten.
Gegen Union bestätigte Hummels seine starken Leistungen aus den letzten Monaten, auch wenn er durch ein Foul an Sheraldo Becker den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2 verursachte.
Hummels kam auf 98 Prozent Passquote und 79 Prozent gewonnene Zweikämpfe. "Gegen so ein starkes Stürmerduo wie Kevin Behrens und Becker so eine Zweikampfquote zu erreichen, ist ein Brett. Das hat Hummels super gelöst", lobte "Sky"-Experte Didi Hamann.
Ganz nebenbei stellte Hummels einen neuen Dortmunder Vereinsrekord auf. Mit 207 Bundesligasiegen überflügelte er Michael Zorc. "Das habe ich nicht erwartet, als ich am 3. Januar 2008 ein paar Sachen ins Auto gepackt habe und hier hoch gedonnert bin. Fünfzehneinhalb Jahre später stehe ich hier und es sieht so aus - verrückte Geschichte", sagte Hummels. Läuft beim ihm derzeit einfach.

2.) Aus dem BVB wird man nicht schlau

Die BVB-Fangemeinde war sich in der Halbzeitpause auf Twitter einig: Abermals war es durch die schwarz-gelbe Brille offenbar schwer zu ertragen, was da geboten wurde.
Das frühe Führungstor durch Niclas Füllkrug (7.) wurde gleich wieder verspielt - Robin Gosens glich in der 9. Minute aus. In der Folge war Dortmund nicht in der Lage, das Spiel auch nur ansatzweise zu kontrollieren. Keine Ruhe am Ball, keine Ideen, hohe Fehlpassquote - der BVB fand offensiv nicht statt.
"Das war eine sehr schwierige erste Halbzeit mit sehr vielen und langen Spielunterbrechungen. Dadurch war es sehr schwer, das Tempo hochzuhalten. Wir hatten uns vorgenommen, viel mehr die Flügel einzusetzen, viel schneller in Eins-gegen-Eins-Duelle zu kommen. Das ist uns nicht gelungen und hat uns auch nicht gefallen", analysierte Trainer Edin Terzic.
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Starkes Duo: Marco Reus (l.) bereitete das 3:2 durch Julian Brandt vor

Fotocredit: Getty Images

Seine personelle Maßnahme, Jamie Bynoe-Gittens anstelle von Julian Brandt von Beginn an spielen zu lassen, ging nach hinten los. In der Pause korrigierte Terzic diesen Aufstellungsfehler und lang diesmal richtig. Brandt war gleich im Spiel und brachte Dortmund nach Nico Schlotterbecks Tor des Monats (49.) auf die Siegerstraße (53.).
Es war die sechste direkte Torbeteiligung von Brandt in den vergangenen sechs Spielen. Das gelang im BVB-Trikot zuletzt Erling Haaland Ende 2021.
Letztlich genügten dem BVB starke 25 Minuten, um Union in die Knie zu zwingen. Spielerisch blieben aber erneut viele Wünsche offen. Ein klarer Plan, wie und was Terzic eigentlich spielen lassen will, ist nicht eindeutig zu definieren.
Die drei Punkte holte die Borussia durch eine Willensleistung nach der Pause. "Wir haben in der zweiten Halbzeit eine deutliche bessere Leistung gezeigt als in der ersten. Wir haben erneut eine richtig gute Mentalität gezeigt", sagte Sportdirektor Sebastian Kehl. Wenigstens darauf kann sich der BVB derzeit verlassen.

3.) Union kriegt die Kurve nicht

Seit dem Bundesliga-Aufstieg 2019 ging es für Union Berlin nur bergauf bis hinein in die Champions League. Jetzt erleben die Köpenicker ihre erste echte Krise. Sieben Pflichtspielniederlagen in Folge, schon 14 Gegentore in sieben Ligaspielen.
In Dortmund waren die Eisernen 45 Minuten auf einem guten Weg, den Turnaround zu schaffen. Doch nach dem 2:2 brachen mal wieder alle Dämme. "Wie wir uns vor dem zweiten dritten Gegentor verhalten, geht auf diesem Niveau nicht. Das ist ungenügend. Da fehlt jegliche letzte Konsequenz, obwohl klar abgesprochen ist, was wir in diesen Situationen zu tun haben", schimpfte Trainer Urs Fischer.
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Fischer zur Pleitenserie: "Da stimmt was nicht"

Quelle: Perform

Das 3:2 fiel durch einen Konter nach einer Union-Ecke - vier Dortmunder liefen auf drei Berliner zu. "Sie reden immer von Nackenschlägen, aber die führen sie durch so ein Verhalten selbst herbei", sagte Didi Hamann bei "Sky".
Wie schon bei der Last-Minute-Pleite in der Champions League gegen Sporting Braga (2:3) schlug sich Union durch naive Fehler selbst.
Allmählich nagt die Negativserie am Union-Gemüt. "Wenn du eigentlich ein gutes Spiel machst und dich für den Aufwand belohnst, aber trotzdem immer wieder Nackenschläge bekommst, ist das auch eine mentale Geschichte", sagte Gosens.
Für die Mannschaft komme die zweiwöchige Pause genau richtig. Gosens: "Die Spieler, die nicht zur Nationalmannschaft fahren, können auch mal anderes machen als nur dauernd an Fußball zu denken. Und die, die fahren, sehen mal andere Teamkollegen und gewinnen vielleicht wieder. Das sollte uns allen helfen, in zwei Wochen wieder neu anzugreifen."
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Terzic zu Phänomen Reus: Nicht nur auf Offensive reduzieren

Quelle: Perform

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