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Eintracht Frankfurt - Peter Fischer gibt Präsidentenamt bei der SGE auf: Ein Mann mit Haltung tritt ab
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Publiziert 02/02/2024 um 17:34 GMT+1 Uhr
Fanliebling, Party-Präsident und Kämpfer gegen rechts: Nach 25 Jahren endet mit dem Abschied von Peter Fischer bei Eintracht Frankfurt am Montag eine Ära. In der Amtszeit des 67-Jährigen feierte die SGE mit dem Gewinn des DFB-Pokals 2018 und der Europa League 2022 einige der größten Erfolge ihrer Vereinsgeschichte. Daneben wird Fischer auch in gesellschaftlichen Fragen eine Lücke hinterlassen.
Peter Fischer (Eintracht Frankfurt)
Fotocredit: Getty Images
Vielleicht war es keine Liebe auf den ersten Blick. Als Peter Fischer seine erste Begegnung mit Eintracht Frankfurt hatte, dachte er sich schließlich: "Du Dummkopf".
Fünf oder sechs Mark, erzählte er im "hr", habe er für ein SGE-Fähnchen bei einem Auswärtsspiel 1969 in Stuttgart ausgegeben. Trotzdem habe die Eintracht "fürchterlich auf die Ohren bekommen", er habe sich sogar "ein bisschen geschämt".
Und dennoch verlor Fischer sein Herz an den Klub, bei dem er rund 30 Jahre später Präsident werden sollte. Ein Vierteljahrhundert prägte er den Verein, mit klarer Haltung, als eine der lautesten Stimmen im Profifußball gegen Rechtsextremismus, als polarisierender, provokanter und schriller Typ. Bei der Mitgliederversammlung am Montag tritt der 67-Jährige ab und wird wohl von Mathias Beck beerbt - es endet eine Ära.
"Ich liebe diesen Verein, ich habe es immer aus Leidenschaft gemacht", sagte Fischer, hinter dem eine Achterbahnfahrt mit vielen Hochs, aber auch etlichen Tiefs liegt. In seiner Anfangszeit am Riederwald, so erinnerte er sich im Interview mit der "Frankfurter Rundschau", habe es etwa keine Mitarbeiter gegeben, "dafür Ratten im Keller".
Vorkämpfer gegen rechts
Der gelernte Werbekaufmann baute den Verein mit auf - und ist maßgeblich an der eindrucksvollen Entwicklung beteiligt. Fischer machte sich aber weit über den Sport hinaus einen Namen, als er 2017 sagte: Wer die AfD wähle, könne kein Mitglied von Eintracht Frankfurt sein.
Es folgten Beschimpfungen, Anfeindungen, Anzeigen. Fischer zeigte sich unbeeindruckt, er wolle "Spuren hinterlassen", sagt er, der Kampf gegen rechts bleibe seine "Lebensaufgabe".
Er ist stolz auf das, wofür die Eintracht steht. "Was wir hier an Werten, Haltung und gesellschaftspolitischem Engagement gezeigt haben, hat in Europa Maßstäbe gesetzt."
Fischer ist authentisch, nah an den Fans, einer, der auch feiern kann. Als Party-Präsident gab er den Takt vor, beim DFB-Pokalsieg 2018, aber vor allem beim Europa-League-Erfolg 2022 ("Ich will aus diesem verdammten Pokal saufen"). Die Triumphfahrt durch Frankfurt sei der Höhepunkt gewesen, "da kannst du Milliardär sein, den kannst du dir nicht kaufen".
Kokain-Vorwürfe
Der Tiefpunkt? Die Drogen-Vorwürfe im Vorjahr, die ihn auch mit Blick auf seine Familie zum Rückzug bewegte. Das Verfahren wurde eingestellt, Fischer spricht inzwischen von einer "reinen Luftnummer".
Als Ehrenpräsident und Botschafter bleibt er dem Klub erhalten - und als Fan, der sich nicht verbiegen lässt und längst nicht allen gefällt. Sein Lebensmotto sei: "Wer Charakter hat, hat Feinde, wer keinen Charakter hat, hat keine Feinde. Damit kann ich leben."
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(SID)
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Quelle: Eurosport
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