Eintracht Frankfurts mit glanzvoller Transfer-Offensive im Winter: Große Namen, große Fragezeichen bei der SGE
Eintracht Frankfurt blickt auf einen bemerkenswerten Transfer-Winter. Mit Hugo Ekitiké (Paris Saint-Germain), Sasa Kalajdzic (Wolverhampton Wanderers) und Donny van de Beek (Manchester United) fanden gleich drei klangvolle Namen den Weg in die Main-Metropole. Die Transfer-Offensive der SGE offenbart die gestiegenen Ansprüche im Klub – birgt darüber hinaus aber auch Enttäuschungspotenzial.
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Markus Krösche, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, hielt es mit einer alten deutschen Redewendung: "Gut Ding will Weile haben."
Nachdem die Adlerträger im vergangenen Sommer noch erfolglos um Mittelstürmer Hugo Ekitiké von Paris Saint-Germain gebuhlt hatten, verkündeten die Hessen am Donnerstag, nur wenige Minuten vor Schließung des Wintertransfers, endlich Vollzug.
"Hugo ist ein junger Spieler, der sein großes Potenzial schon unter Beweis gestellt hat. Wir waren bereits im Sommer überzeugt von ihm und haben den Gedanken nicht verworfen", wurde Krösche in der entsprechenden Pressemitteilung zitiert. Der 43-Jährige ergänzte: "Wir sind glücklich, dass der Transfer vor dem Hintergrund unserer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen funktioniert hat." Nun wolle man Ekitiké erst einmal Zeit geben, "um anzukommen."
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen ist ein gutes Stichtwort. Ekitiké kommt nämlich zunächst auf Leihbasis aus Frankreich. Dem Vernehmen nach greift bei Erfüllung bestimmter sportlicher Kritikerien eine Kaufpflicht. Der Verein selbst schreibt von einer Kaufoption. Eine mögliche Ablöse zwischen 20 und 25 Millionen Euro steht im Raum. Damit könnte Ekitiké Luka Jovic (kam 2020 für 22,3 Millionen Euro von Benfica) als teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte ablösen.
Ekitiké bei PSG Dauer-Reservist
Der Offensivspezialist wartet mit einer hervorragenden Technik und einer beeindruckenden Grundschnelligkeit auf, mit erst 21 Jahren verfügt er nach wie vor über großes Entwicklungspotenzial. Doch auf der anderen Seite trüben die Zahlen der aktuellen Spielzeit das Bild ein wenig. Ekitiké kam lediglich am ersten Ligue-1-Spieltag für acht Minuten für PSG zum Einsatz, seit Anfang September stand der U-Nationalspieler nicht mal mehr im Kader.
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Frankfurt-Neuzugang Ekitiké: "Will den Fans Show bieten"
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Zunächst einmal ist Ekitiké ein klangvoller Name und ein großes Fragezeichen gleichermaßen. Eine Mischung, auf die die Eintracht in diesem Winter augenscheinlich besonders gerne setzt. Nam- und rätselhaft – das trifft auch auf die beiden weiteren Neuzugänge zu. Donnie van de Beek wechselte von Manchester United nach Frankfurt, Sasa Kalajdzic kam von den Wolverhampton Wanderers. Beide wurden – wie Ekitiké – auf Leihbasis verpflichtet. Für van de Beek sicherte man sich eine Kaufoption, für Kalajdizic laut "kicker" nicht.
Van de Beek sorgte vor einigen Jahren gemeinsam mit unter anderem Frenkie de Jong (FC Barcelona) und Matthijs de Ligt (FC Bayern) bei der aufregenden Youngster-Truppe von Ajax Amsterdam für Furore, die 2019 das Champions-League-Halbfinale erreicht hatte. Unter anderem Real Madrid zeigte seinerzeit großes Interesse.
Van de Beek droht die Bank
Doch nach seinem Wechsel nach Manchester im Jahr 2020 ging es mit der einst so vielversprechenden Karriere bergab. Selbst unter seinem einstigen Ajax-Mentor Erik ten Hag war van de Beek außen vor. In dreieinhalb Saisons kam der Niederländer nur 62 Mal zum Einsatz. In Frankfurt hofft van de Beek auf den Wendepunkt. Trainer Dino Toppmöller setzte in allen drei Bundesliga-Partien des neuen Jahres auf den Mittelfeldstrategen.
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Van de Beek zu Frankfurt-Transfer: Darum komme ich zur Eintracht
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Bis dato deutete der 26-Jährige seine zweifellos vorhandenen Qualitäten aber höchstens an, die fehlende Spielpraxis war van de Beek deutlich anzumerken. Schon am kommenden Samstag, im Duell mit dem 1. FC Köln (18:30 Uhr im Liveticker), könnte ihm sogar schon ein Platz auf der Bank drohen. Der Grund: Mit Ellyes Skhiri (Tunesien) und Fares Chaibi (Algerien) kehrten jüngst zwei Hinrunden-Leistungsträger und direkte Konkurrenten vorzeitig vom Afrika-Cup zurück.
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Braucht bei Frankfurt noch Zeit: Donny van de Beek
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Bei Kalajdzic gestaltet sich die Situation ähnlich. Besonders in puncto mangelnder Spielpraxis. Der österreichische Zwei-Meter-Hüne, der einst für den VfB Stuttgart erfolgreich auf Torejagd gegangen war, zog sich im September 2022, nur eine Woche nach seinem Wechsel vom Schwabenländle auf die Insel, einen Kreuzbandriss zu, der ihn knapp ein Jahr außer Gefecht setzte. Bis zu einem Frankfurt-Transfer standen gerade einmal 159 Premier-League-Minuten zu Buche.
Kalajdzic-Konkurrent kehrt zurück
Diesen Wert hat er schon in drei Spielen für seinen neuen Klub übertroffen. Kalajdzic startete in jeder Partie und steuerte beim 2:2 gegen Darmstadt 98 mit der Vorlage zum zwischenzeitlichen 2:0 seinen ersten Scorerpunkt bei. Mit Omar Marmoush (ebenfalls Afrika-Cup-Rückkehrer) und Ekitiké erhält auch er nun zwei hochkarätige Nebenbuhler um den Platz im Sturmzentrum.
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Sasa Kalajdzic
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Ekitiké, van de Beek und Kalajdzic. Auf dem Papier bekannt und gleichzeitig doch die großen Unbekannten. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um drei Leihgeschäfte handelt, ist das Risiko auf den ersten Blick gering. Aus finanzieller Sicht.
Krösche und Co. vermitteln mit ihrem Transfer-Gebaren dennoch ein neues Frankfurter Selbstverständnis: Die Eintracht will im Konzert der Großen mitmischen. Hinsichtlich der Strahlkraft tut sie das bereits. Die bekannte Wirtschaftsprüfergesellschaft Deloitte rankte die SGE in ihrer prestigeträchtigen Football Money League unlängst auf Platz 16 der 20 umsatzstärksten Fußballklubs weltweit.
Eintracht in einer Reihe mit Atlético
Aus Deutschland wurden nur der FC Bayern (Platz sechs) und Borussia Dortmund (Platz zwölf) noch höher eingestuft. Frankfurt bewegt sich mit seiner Platzierung zwischen Atlético Madrid und Newcastle United. Champions-League-Niveau.
Und genau dahin soll es in naher Zukunft eben auch sportlich wieder gehen. Derzeit rangiert das Toppmöller-Team mit 31 Zählern auf dem sechsten Platz, der Rückstand auf Champions-League-Platz vier (Borussia Dortmund) beträgt fünf Punkte.
Obwohl die drei Star-Neuzugänge ihre Fähigkeiten bei Frankfurt noch unter Beweis stellen müssen, ist schon jetzt klar: Ein Verpassen des internationalen Geschäfts wäre mit diesem Kader eine herbe Enttäuschung für die frenetischen Anhänger. Die anstehenden Begegnungen mit Köln und dem VfL Bochum könnten bereits richtungsweisend sein.
Gut Ding will zwar Weile haben, in Frankfurt geht es aber auch um den kurzfristigen Erfolg. Das haben die Protagonisten in dieser Transferperiode ganz offen gezeigt.
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