Bayer Leverkusen - Die Erkenntnisse zur herben Testspiel-Watschn beim FC Arsenal: Schlag ins Gesicht als Weckruf

Bayer Leverkusen präsentiert sich in der laufenden Vorbereitung auf die kommende Saison bislang alles andere als meisterlich. Am Mittwochabend bekam die Werkself beim FC Arsenal nach allen Regeln der Fußball-Kunst ihre Grenzen aufgezeigt. Für die Überflieger der vergangenen Spielzeit kam das 1:4 in London zehn Tage vor der Chance auf den nächsten Titel zur rechten Zeit. Die Erkenntnisse.

Alonso nach Packung: "Brauchten einen Schlag ins Gesicht"

Quelle: Perform

Plötzlich huschte doch noch ein Lächeln über Granit Xhakas Gesicht - als der Schweizer an seiner alten Wirkungsstätte in der 80. Minute dem Feierabend entgegenschritt, bedachten die Zuschauer ihren einstigen Kapitän mit Standing Ovations und tosendem Applaus.
Momente der Glückseligkeit, die an diesem Mittwochabend in der englischen Hauptstadt aus Xhakas Sicht rar gesäht waren. Bei seiner Rückkehr mit seinem neuen Klub zur alten Liebe war der Schweizer gemeinsam mit seinen Teamkollegen durch den fußballerischen Fleischwolf gedreht worden.
1:4 (0:3) hieß es aus Sicht von Bayer Leverkusen gegen den FC Arsenal. Die Gunners zeigten den Rheinländern sämtliche Grenzen auf, ein früher Doppelschlag durch Oleksandr Zinchenko (8.) und Leandro Trossard (9.) sowie Gabriel Jesus' Tor zum 3:0 (38.) stellten die Weichen schon vor dem Wechsel in Richtung Packung.
Dabei offenbarte der ungeschlagene deutsche Doublesieger, der in der Vorsaison die mit Abstand beste Hintermannschaft der Liga gestellt hatte (24 Gegentore), ungewohnte Defensivschwächen. Immer wieder gelang es den Gunners, hinter die Kette zu kommen, vor allem über Leverkusens rechte Seite, auf der sowohl Jeremie Frimpong als auch Odilon Kossounou gänzlich neben sich standen, durften die Hausherren nach Belieben kombinieren.

Wirtz mit vielen Fehlern

Eine halbe Stunde verstrich, ehe Bayer 04 sich auf das stets wiederholende Arsenal-Muster (Dribbling bis zur Grundlinie, Pass in den Rückraum, Abschluss) eingestellt hatte, allerdings hatte Xabi Alonsos Team zu ebenjenem Zeitpunkt schon irreversiblen Schaden genommen.
Ebenfalls auffällig: Nicht nur bei gegnerischem Ballbesitz agierten die Leverkusener kopflos. Die Alonso-Jungs, die sich in der vergangenen Spielzeit üblicherweise in bester Houdini-Manier selbst aus aus den stärksten Pressing-Fesseln sehenswert befreiten, liefen diesmal erschreckend naiv in die Fallen des Gegners.
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Bayer 04 geriet in London unter die Räder

Fotocredit: Getty Images

Selbst Florian Wirtz, gemeinhin als Ausnahmekönner und Ballmagnet bekannt, unterliefen unter Druck etliche "leichte" Fehler, vor dem 0:2 war er es, der die Kugel entscheidend vertendelte. Doch damit nicht genug, aufgrund des mangelhaften Aufbaus gelang es den hochbegabten Kickern aus der Farbenstadt nicht, ein geordnetes Offensivspiel zu generieren.
Neuzugang Martin Terrier war ebenso abgemeldet wie Wirtz und der als falsche Neun aufgebotene Amine Adli. Das Resultat: Nur ein mickriger Schuss aufs gegnerische Tor in den ersten 45 Minuten. Zwar fing sich Bayer 04 im zweiten Durchgang etwas, von der meisterlichen Vorsaison-Form - das wurde in London deutlich - ist die Mannschaft aber noch meilenweit entfernt.

Alonso begrüßt "harten Schlag ins Gesicht"

Ein Umstand, der Sorge bereitet, immerhin steht schon in neun Tagen mit dem Supercup gegen Stuttgart das erste Pflichtspiel und die Chance auf den ersten Titel der neuen Saison an. "Die Leistung war weit unter unseren Standards", monierte Coach Alonso im Nachgang auf der Pressekonferenz.
Doch Xabi wäre nicht Xabi, würde er aus der Watschn nicht doch noch etwas Positives ziehen. "Wahrscheinlich haben wir diesen harten Schlag ins Gesicht gebraucht", sagte er und schob nach: "Das ist ein Weckruf in der Vorbereitung für uns."
Eine Einschätzung, die von Robert Andrich unterstützt wurde: "Der richtige Weckruf zur richtigen Zeit", schrieb der deutsche Nationalspieler bei Instagram. Ob besagter Weckruf laut genug war, wird sich schon am kommenden Samstag zeigen.
Dann hat Bayer vor heimischer Kulisse im Rahmen der Saisoneröffnung gegen Real Betis die Chance, Wiedergutmachung zu betreiben.
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Quelle: Perform


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