Bundestrainer Julian Nagelsmann stichelt gegen Ex-Klub FC Bayern München und seine Entlassung: "Bin besser weggekommen"

Die Amtszeit von Julian Nagelsmann beim FC Bayern München endete vor rund zwei Jahren. Ein halbes Jahr nach seiner Entlassung beim Rekordmeister wurde er Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Nun äußerte er sich im Rahmen der Sport-Messe ISPO zu seiner Zeit in München - und schreckt nicht vor Kritik am alten Arbeitgeber zurück. Die Zeit beim DFB-Team genießt der 37-Jährige.

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Quelle: Perform

"Man sollte schon immer seinen Weg gehen. Wenn man dann nicht mehr der Richtige ist aus Sicht der Verantwortlichen, dann glaube ich, kann man auch gut damit leben", sagte er bei einem Podiumstalk auf der Messe.
"Wenn man nur eine Marionette ist, und wird dann entlassen, glaube ich, dann fällt es einem deutlich schwerer. Und das war ich nicht. Von daher bin ich besser weggekommen aus der Nummer als Bayern selbst."
Julian Nagelsmann wurde im März 2023 von den Bayern entlassen und durch Thomas Tuchel ersetzt. Die Meisterschaft konnte am letzten Spieltag gegen den 1. FC Köln im Fernduell mit Borussia Dortmund noch gerettet werden, ein Jahr später war auch die Ära Tuchel vorbei.
Der Trainer-Job war beim Rekordmeister für Nagelsmann mit besonderen Anforderungen verbunden: "Am Ende glaube ich schon, dass es bei einem großen Klub immer politische Strömungen gibt, auf die man Rücksicht nehmen muss. Man darf sich trotzdem nicht verbiegen lassen."

Nagelsmanns Lehren aus der Zeit beim FC Bayern

Der Bundestrainer räumte auch eigene Fehler ein: "Ich habe Entscheidungen getroffen in meiner Zeit bei Bayern, die ich jetzt im Nachgang anders entscheiden würde. Das sind inhaltliche Entscheidungen, bei denen jeder mitsprechen will."
Die "politischen Strömungen" machten das tägliche Arbeiten an der Säbener Straße nicht immer einfacher - und nicht frei von Widersprüchen: "Es gibt Dinge in so einem großen Verein, die an einem Montag als herausragend gut gesehen werden, an einem Dienstag aber nichts mehr wert sind", sagte Nagelsmann.
"Da habe ich gelernt, dass man ein bisschen mehr aufpassen muss: Dass Dinge, die sehr positiv bewertet werden, am nächsten Tag auf einmal komplett 180 Grad in eine andere Richtung bewertet werden. Dass man sich ein bisschen neutraler verhält."
In seinem neuen Amt als Bundestrainer kann er andere Vorzüge genießen - und die Spieler auch: "Beim Verband kommen die Spieler schon mit der Überzeugung: Dem höre ich jetzt zehn Tage zu und dann muss ich ihn eh einen Monat nicht mehr sehen."
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Quelle: Perform


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