BVB auf der Suche nach der schwarz-gelben Identität - Borussia Dortmund hofft vor Bundesliga-Start auf den Sahin-Effekt
Update 21/08/2024 um 23:24 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat nach einem Auf und Ab in der vergangenen Saison den Reset-Knopf gedrückt und sich im Sommer ein neues Gesicht verpasst. Mit Neu-Trainer Nuri Sahin will der BVB an die Spitze zurückkehren und alsbald um Titel mitspielen - dieses Vorhaben könnte sich aber als schwierig erweisen. Mit attraktiven Transfers begab sich der achtmalige Meister bereits auf die Suche nach seiner DNA.
Umsatzziel erreicht: Watzke zeigt sich zufrieden
Quelle: Perform
Nach der Achterbahnfahrt der letzten Saison sehnt sich Borussia Dortmund nach Konstanz auf hohem Niveau. Während das Bundesliga-Jahr mit Platz fünf als "durchwachsen" noch wohlwollend beschrieben ist, wurde der BVB in der Champions League erst im Finale von Real Madrid gestoppt. Aus den Turbulenzen zogen die Verantwortlichen Kosequenzen: Auf und neben dem Platz wurde ein großer Umbruch vollzogen.
Lars Ricken wurde als Geschäftsführer Sport eingesetzt, dem Sportdirektor Sebastian Kehl wurde Sven Mislintat als Technischer Direktor zur Seite gestellt, der seit diesem Sommer als Kaderplaner fungiert.
Besonders spannend wird es an der Seitenlinie: Der neue Cheftrainer Nuri Sahin soll der Borussia eine neue DNA mit einer entsprechenden Spielidee verpassen, die unter seinem Vorgänger Edin Terzic so schmerzlich vermisst wurde.
Dafür arbeitet Sahin detailversessen. "In jeder freien Minute spricht er mit den Spielern auch neben dem Platz oder reflektiert mit dem Funktionsteam", lobte Lars Ricken den Start des 35-Jährigen in seiner neuen Rolle.
Auch die Mannschaft hat ein ordentliches Facelifting bekommen und soll auf dem Platz wieder zuverlässig vor allem offensive Ausrufezeichen setzen.
Borussia Dortmund: Wichtigste Transfers
Dafür griff der BVB tief in die Tasche. Innenverteidiger Waldemar Anton (22,5 Millionen Euro Ablöse ) und die Stürmer Serhou Guirassy (18,5 Millionen, beide kamen vom VfB Stuttgart), Maximilian Beier (28,5 Millionen, TSG Hoffenheim), Pascal Groß, (7 Millionen, Brighton & Hove Albion) und Yan Couto (4 Millionen Leihgebühr, Manchester City) sind die prominentesten Transfers.
Ein Altbekannter dagegen würde optisch glatt als Neuzugang durchgehen. Niklas Süle nutzte die Sommerpause, um überflüssige Pfunde loszuwerden und präsentiert sich derzeit körperlich so austrainiert wie seit Jahren nicht.
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Waldemar Anton und Niklas Süle von Borussia Dortmund
Fotocredit: Getty Images
Niclas Füllkrug zog es angesichts des neuen Konkurrenzkampfes im Sturm zu West Ham United (27 Millionen), die Leihen von Jadon Sancho (Manchester United) und Ian Maatsen (FC Chelsea) liefen aus. Für die Altstars Mats Hummels und Marco Reus (beide 35 Jahre alt) war dagegen kein Platz mehr. Während Hummels noch vereinslos ist, heuerte Reus in der MLS bei Los Angeles Galaxy an.
Borussia Dortmund: Spielweise
Sahin ließ bei seiner ersten Trainerstation Antalyaspor ein sehr erfolgreiches 4-2-3-1 spielen, macht seine taktische Grundausrichtung aber vom verfügbaren Personal abhängig.
"Wir wollen dominant spielen", gab Sahin grundsätzlich die Marschroute vor. Was zunächst wenig überraschend klingt, ist doch eine klare Ansage. Gerade in den Top-Spielen in der vergangenen Saison ließen die Borussen diese Dominanz oft vermissen und traten für den Geschmack vieler Fans allzu passiv auf.
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Nuri Sahin gibt bei Borussia Dortmund eine klare Marschroute vor
Fotocredit: Getty Images
Im DFB-Pokal gegen Phoenix Lübeck begann eine Dreierkette mit den drei Innenverteidigern Anton, Süle und Nico Schlotterbeck im Spielaufbau, Julian Ryerson ließ sich gegen den Ball mit in den Abwehrverbund zurückfallen.
Auffällig war beim Pflichtspielauftakt, wie proaktiv Neuzugang Groß sofort die Chefrolle einnahm und neben dem noch schwächelnden Kapitän Emre Can deutlich herausstach.
Borussia Dortmund: Die beste Elf
Kobel - Couto, Anton, Süle, Schlotterbeck - Sabitzer, Groß - Beier, Brandt, Adeyemi - Guirassy
Borussia Dortmund: Player to Watch
Ein BVB-Rohdiamant könnte für besondere Momente sorgen.
Julien Duranville spielte sich in der Vorbereitung ins Blickfeld. Im Pokal gelang ihm nach seiner Einwechslung dazu prompt ein Tor und unterstrich seine außergewöhnlichen Fähigkeiten: Der 18-Jährige besticht mit intelligenten Laufwegen, ist schnell und trickreich.
Sahin zeigte sich über die Entwicklung seines jungen Flügelstürmers hocherfreut: "Julien hatte verletzungsbedingt eine lange Leidenszeit, steht jetzt stabil auf dem Platz und trainiert viel."
Borussia Dortmund: Prognose
Viel hängt von einem möglichst gelungenen Saisonstart ab, um Unruhe im traditionell schnell erregbaren Dortmunder Umfeld zu vermeiden.
Durch die vielen Zu- und Abgänge muss sich erst wieder eine stabile Hierarchie beim BVB entwickeln. Wenn die Neuzugänge performen und der BVB vom Verletzungspech verschont bleibt, ist ein Platz unter den ersten Vier sehr sicher.
Für einen ernsthaften Titelkandidaten wird es aber wohl nicht reichen.
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