Drei Dinge, die bei FC Bayern – Borussia Dortmund auffielen: Teilzeit-Kraft Serge Gnabry nimmt Platz im Chefsessel

Der FC Bayern hat eine Vorentscheidung im Kampf um die deutsche Meisterschaft verpasst. Nachdem Verfolger Bayer Leverkusen am Nachmittag gegen Union Berlin gepatzt hatte (0:0), kamen auch die Münchner im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund nicht über ein Remis hinaus (2:2). Positiv aus Sicht des FCB: Ein Edelreservist betrieb mal wieder mächtig Eigenwerbung. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: Perform

Leverkusens Steilvorlage nicht genutzt und doch einen Schritt in Richtung deutsche Meisterschaft gemacht - zumindest, wenn es nach Thomas Müller geht, ist der FC Bayern der begehrten Schale nach dem 2:2 gegen Borussia Dortmund ein bisschen nähergekommen.
Dennoch musste auch die scheidende Klubikone am Ende konstatieren, dass die Münchner im Duell mit den Schwarz-Gelben deutlich zu viele Torchancen vergeben hatten.
Teamkollege Serge Gnabry, in dieser Saison eher Teilzeit-Kraft denn Leistungsträger, wurde aber immerhin mit einem berechtigten Sonderlob bedacht.
Gnabry leitete das zwischenzeitliche 1:1 ein (65.), vier Minuten später traf er nach einem herrlichen Solo selbst ins Netz (69.). Für den BVB, der zwei verschiedene Gesichter zeigte, markierten Maxi Beier (48.) und Waldemar Anton die Tore (75.).
Drei Dinge, die in der Allianz Arena auffielen.

1.) Eine Teilzeit-Kraft im Chefsessel

Es war bislang nun wahrlich nicht die Saison des Serge Gnabry. Pendelte der Flügelspieler in der Hinrunde zumindest noch zwischen Startelf und Bank, musste er sich zuletzt vermehrt mit der Rolle des Reservisten begnügen.
Im Endspurt, zur viel zitierten Crunch Time, scheint der 29-Jährige allerdings noch einmal Morgenluft geschnuppert zu haben. Schon am vergangenen Dienstag hatte Gnabry nach Einwechslung im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Inter Mailand (74.) mit reichlich Selbstvertrauen überzeugt, gegen den BVB setzte er aber noch einmal deutlich einen drauf.
Mit seiner Hereinnahme rührte sich etwas in der Münchner Offensivabteilung, Gnabry hatte sich spürbar etwas vorgenommen. Immer wieder suchte er das Eins-gegen-Eins, immer wieder ging er als Sieger aus seinen Duellen hervor.
In der Entstehung des zwischenzeitlichen 1:1 war er es, der sich ein Herz fasste, auf der linken Seite gleich mehrere Gegenspieler zu binden vermochte und letztlich Müller mit einem punktgenauen Pass im Strafraum fand, der wiederum auf Torschützen Guerreiro ablegte.
Nur vier Minuten später spazierte er durch einen menschlichen Slalom-Parcour namens BVB-Hintermannschaft und ließ Dortmunds Torhüter Gregor Kobel mit seinem Abschluss in die rechte untere Ecke keine Chance.
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Serge Gnabry traf gegen den BVB zum zwischenzeitlichen 2:1

Fotocredit: Getty Images

"Serge kam super rein, muss man sagen", lobte Teamkollege Müller: "Er hatte viel Energie und Spielfreude." Also jene Eigenschaften, die sich der geneigte Bayern-Fan viel häufiger von Gnabry wünschen würde.
Jedenfalls gab der 49-malige Nationalspieler mit Blick auf das zweite Aufeinandertreffen in der Königsklasse mit Inter eine valide Startelf-Bewerbung ab.

2.) Kim bereitet Kummer

Min-Jae Kim bringt physisch alles mit, um einen Innenverteidiger von internationalem Format abzugeben.
Doch beim Südkoreaner schleichen sich seit seinem Wechsel von der SSC Neapel zum deutschen Rekordmeister regelmäßig sowohl technische Unzulänglichkeiten als auch bisweilen eklatante Fehler ein.
Den Dortmundern, die im ersten Durchgang keinerlei Ansprüche auf Offensivaktionen angemeldet hatten, ermöglichte Kim mit seinem verheerenden Stellungsfehler, als er gegen Beier orientierungslos durch den Strafraum irrte, die Führung.
"Es war ein Fehler, er hat seinen Gegenspieler aus den Augen verloren", kritisierte Sportvorstand Max Eberl im Anschluss an die Partie. Er ergänzte: "Bis dahin hat er Guirassy gut im Griff gehabt, aber dass er beim Gegentor nicht gut aussah, das weiß er selbst."
Davon darf man sicherlich ausgehen, immerhin nahm Coach Kompany den 28-Jährigen nur sechs Minuten nach der BVB-Führung vom Feld (54.).
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Quelle: Perform

3.) Zwei Dortmunder Gesichter

Demjenigen, der unter den Eindrücken der ersten Halbzeit während der Pause prophezeit hätte, dass die Gäste aus dem Ruhrgebiet nach dem Seitenwechsel noch zwei Tore erzielen würden, hätte man mit Fug und Recht eine blühende Fantasie attestieren dürfen.
Viel zu ängstlich hatten die Schwarz-Gelben im ersten Durchgang agiert, das torlose Remis resultierte neben einer einigermaßen disziplinierten Abwehrarbeit vor allem aus der mangelnden Münchner Effizienz vor Kobels Kasten.
Mauern und Nadelstiche setzen, das schien Niko Kovacs Marschroute gewesen zu sein - nur dass es sich bei den erhofften Nadelstichen eher um kleine, harmlose Streicheleinheiten handelte.
Doch urplötzlich, insbesondere nach Beiers überraschender Führung, legte der Tabellenachte seine Ehrfurcht vor dem Branchenprimus ab und spielte deutlich mutiger nach vorne, erspielte sich zahlreiche hochkarätige Chancen.
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Fotocredit: Getty Images

"Wir haben uns mehr vorgenommen", sagte Anton, der als Torschütze zum 2:2 quasi das letzte zählbare Wort im deutschen "Clásico" hatte: "Aber wer weiß, wofür er noch gut ist." Der ehemalige Stuttgarter schob mit Blick auf Halbzeit eins nach: "Wir haben die Bälle sehr schnell verloren. Da müssen wir klarer sein. Dafür haben wir gut verteidigt."
Allerdings habe der BVB laut Anton in der zweiten Halbzeit in der Defensive die Zügel schleifen lassen, vorne jedoch die Tore gemacht." Coach Kovac gab bei der Pressekonferenz zu Protokoll: "In der ersten Halbzeit war ich fußballerisch nicht zufrieden, danach sind wir gut rausgekommen und wir haben von beiden Mannschaften ein gutes Spiel gesehen."
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Quelle: Perform


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