Drei Dinge, die bei VfL Bochum – FC Bayern auffielen: Olisehr gut und ein Cheatcode namens Jamal Musiala

Der FC Bayern hat sich am Sonntagnachmittag beim VfL Bochum fünffach den Frust für die 1:4-Demütigung in Barcelona von der Seele geschossen. Dabei stachen aus einer starken Münchner Mannschaft besonders zwei Offensiv-Stars eindrucksvoll heraus. Beim aufopferungsvoll kämpfenden Gegner aus dem Ruhrgebiet wird es hingegen schon zu Beginn der Saison zappenduster. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: Perform

Die Schlachtenbummler waren an diesem schönen Sonntag zu Zehntausenden "anne Castroper" (Bochum-Stadion an der Castroper Straße) geströmt, um ihren VfL anzufeuern.
Die Unterstützung von den Rängen hatte sich gegen die nominell übermächtigen Bayern in den vergangenen Jahren immer mal wieder ausgezahlt - zwei der letzten drei Heimspiele hatten die Bochumer gewonnen.
Dass es diesmal nichts wurde, stattdessen ein 0:5 auf der Anzeigetafel prangte, lag aber freilich nicht am Anhang, der einmal mehr in beeindruckender Manier supportet hatte.
Nein, es war schlicht der große qualitative Unterschied, der diesmal Goliath über David siegen ließ. Insbesondere die Münchner Offensivabteilung, namentlich Michael Olise, Jamal Musiala, Kingsley Coman und Harry Kane machten Bochum den Garaus - und stießen den Klub aus dem tiefen Westen noch tiefer in die sportliche Krise.
Drei Dinge, die bei VfL Bochum - FC Bayern auffielen.

1.) Olisehr gut!

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass Spieler des FC Bayern in Bochum ausgepfiffen werden. Die beiden Fanlager eint eine jahrelange Freundschaft.
Bei FCB-Neuzugang Michael Olise machten die VfL-Anhänger jedoch eine Ausnahme: Weil der Franzose in der Anfangsphase einen Elfmeter schinden wollte, bedachten die Hausherren ihn in der Folge bei jedem Ballkontakt mit negativen Reaktionen.
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Olise.

Fotocredit: Getty Images

Olise ließ sich davon allerdings keineswegs beeinflussen. In der 16. Minute streichelte der 22-Jährige einen direkten Freistoß aus rund 18 Metern sehenswert über die Mauer ins Netz - und eröffnete somit den Münchner Torreigen.
Doch damit nicht genug: In der ersten Halbzeit lief nahezu jeder Angriff der Gäste über Olises rechte Seite. Die Bochumer hatten ihre liebe Mühe mit dem flinken, trickreichen Offensivmann, zumeist half nur ein Foulspiel als letztes mögliches Gegenmittel.
Olise, immerhin mit der Ablöse-Bürde von 53 Millionen Euro an der Isar aufgeschlagen, hat bei seinem neuen Klub bis dato einen prächtigen Einstand gefeiert. Mit nun fünf Saisontoren ist der Silbermedaillengewinner von Paris hinter Harry Kane (9) der treffsicherste Münchner.

2.) Cheatcode Musiala

Jamal Musiala war nach überstandener Hüftgelenkverletzung in die Bayern-Startelf zurückgekehrt.
Wie sehr der Youngster dem deutschen Rekordmeister in den vergangenen Spielen gefehlt hatte, wurde schon nach wenigen Minuten deutlich. Musiala glänzte mit seinen ansehnlichen Dribblings und machte vor allem im Zusammenspiel mit Olise eine gute Figur.
Nach einem punktgenauen Freistoß von Joshua Kimmich netzte der technisch beschlagene Nationalspieler in ungewohnter Rolle als Kopfballungeheuer (26.). "Oh mein Gott", sagte Musiala im Nachgang bei "DAZN" mit einem breiten Grinsen, als er besagte Szene noch einmal gezeigt bekam: "Ich habe den irgendwie mit dem Kopf reingemacht. Ich finde Kopfballtore immer cool, weil mit dem Kopf bin ich eigentlich nicht so stark."
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Jamal Musiala vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Musiala gab zu, dass er sich an der Säbener Straße eigentlich viel häufiger ans Kopfballpendel wagen müsse, stattdessen aber andere Dinge übe.
Selbst Vincent Kompany, normalerweise kein Freund davon, einzelne Spieler herauszuheben, hatte im Anschluss reichlich Lob für seinen Ausnahmekönner übrig. "Jedes Mal, wenn Jamal in der Mannschaft ist, haben wir etwas extra. Jamal hat besondere, einzigartige Qualität", sagte der Bayern-Coach.
Auch Sportvorstand Max Eberl geriet mit Blick auf Musiala ins Schwärmen: "Er ist ein Ausnahmespieler mit Ausnahme-Intuition, wenn er seine Dribblings ansetzt. So ein Spieler macht andere besser."
Oder mit den Worten von "DAZN"-Experte Sebastian Kneißl gesprochen: Musiala ist der "Cheatcode" der Bayern.

3.) Tief im Westen wird es düster

Die Bochumer Fans feierten ihre Spieler noch Minuten nach Abpfiff.
Fehlende Mentalität konnte man den Gastgebern auch wahrlich nicht vorwerfen, nach 90 Minuten stand dennoch eine deftige Packung zu Buche. Weil Moritz Broschinski in der 10. Minute knapp das 1:0 verpasste, weil bei Standards gepennt wurde und weil die Bayern gnadenlos effektiv waren.
"Es ist sehr wichtig, dass die Fans uns nicht auspfeifen, sondern den Kampf anerkennen", sagte Maximilian Wittek. Er ergänzte: "Wir wissen, wie schwierig die Situation ist." Wie schwierig sich die Situation in Zahlen darstellt?
Nach acht Spielen hat Bochum gerade einmal einen mickrigen Zähler und sieben erzielte Tore auf dem Konto, der Revierklub hält aktuell die rote Bundesliga-Laterne - und muss aufpassen, dass diese in den kommenden Wochen nicht mehr und mehr erlischt.
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Der VfL Bochum ist derzeit Tabellenletzter

Fotocredit: Getty Images

Denn: Bochum reist am kommenden Samstag nach Frankfurt zur Eintracht, ehe eine Woche später Meister Bayer Leverkusen "anne Castroper" gastiert. Danach muss man beim VfB Stuttgart antreten. Düstere Aussichten.
Doch dies ist in Bochum keine neue Situation, auch in der vergangenen Saison kämpften die Blau-Weißen bis zum Schluss um den Klassenerhalt, der schließlich im Nachsitzen (Relegation gegen Düsseldorf) - auch dank der Fans - gelang.
"Der Support hat uns letztes Jahr auch geholfen, es noch zu schaffen. Daran wollen wir dieses Jahr anknüpfen", sagte Wittek abschließend voller Hoffnung.
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Flick nach Clásico: "Lewandowski hat seine Qualität gezeigt"

Quelle: Perform


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