Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt auffielen: Vincent Kompanys riskantes Spiel mit dem Feuer

Eintracht Frankfurt und der FC Bayern lieferten am Sonntagnachmittag Spektakel. Insbesondere Omar Marmoush drückte dem Topspiel seinen Stempel auf, sorgte mit zwei Toren und einem Assist dafür, dass die SGE trotz Punkteteilung als gefühlter Sieger vom Platz ging. Der Rekordmeister aus München zeigte einmal mehr, welch Gratwanderung mit dem eigenen Spiel einhergeht. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: Perform

Als die Eintracht-Profis sich zu einer langen Kette aufreihten und vor der eigenen Fantribüne im Frankfurter Deutsche Bank Park zu jubeln begannen, sahen sie aus wie die Sieger des Topspiels gegen den FC Bayern.
Die Wahrheit aber ist, dass diese Eintracht erst in der vierten Minute der Nachspielzeit zum überraschenden 3:3-Ausgleich traf und ob des späten Zeitpunkts einen glücklichen Punktgewinn feierte.
Der FC Bayern erfährt gerade die erste kleinere Ernüchterungsphase der noch jungen Saison, hat nach dem Unentschieden gegen Bayer Leverkusen, der 0:1-Pleite in der Champions League bei Aston Villa nun schon im dritten Spiel in Folge nicht gewonnen.
Die SGE deckte die Schwächen der Bayern hingegen eindrucksvoll auf und macht der Liga Hoffnung auf ein spannendes Titelrennen.
Drei Dinge, die im Spitzenspiel auffielen.

1.) Bayern geht (zu) viel Risiko beim Verteidigen

So dominant das hohe Pressing der Bayern unter Vincent Kompany ist, so risikobehaftet ist die Verteidigung in Umschaltsituationen. Die Eintracht zeigte den Bayern in diesen Situationen klar die eigenen Schwächen auf. Stichwort: Restverteidigung.
Ergatterten die Frankfurter in Bayerns Pressingphase den Ball, standen fast alle Bayern-Spieler so hoch, dass kaum jemand zum Verteidigen übrig war.
Beim 2:1-Führungstreffer der SGE etwa sorgte ein langer Ball auf Marmoush dafür, dass Dayot Upamecano und Minjae Kim jeweils in Eins-gegen-Eins-Duellen gefordert waren. Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic waren anfangs noch in Reichweite, reagierten in der Rückzugsbewegung aber nicht schnell genug und ließen die Innenverteidigerkollegen ihrem Schicksal.
Upamecano zog im Laufduell mit Marmoush letztlich den Kürzeren. Der Ägypter legte anschließend im richtigen Moment quer zu Hugo Ekitiké, der vor Manuel Neuer eiskalt blieb - Tor.
Auch von den Außenverteidigern Raphaël Guerreiro und Alphonso Davies war in besagten Umschaltmomenten insgesamt wenig zu sehen - sie waren zu stark auf das Offensivpressing fokussiert, standen regelmäßig zu hoch, wenn die Eintracht schnell umschaltete.
Dass Frankfurt aus nur fünf Torschüssen drei Treffer produzierte, zeigt, wie groß die Chancen der Hausherren waren, wenn sie sich welche erspielten.
Zum Vergleich: Der FC Bayern schloss mehr als viermal so viel ab (21 Torschüsse).
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Omar Marmoush im Zweikampf mit Min-jae Kim.

Fotocredit: Getty Images

2.) Omar Marmoush: Die Liga hat einen neuen star

Er ist ein Phänomen. Wenn es einer an diesem Abend schaffte, die Bayern auszutänzeln, dann der Stürmer aus Ägypten. Zwei der drei Treffer gingen auf sein Konto, einen weiteren bereitete er vor. Der 25-Jährige ist schneller als Upamecano, Kim, Guerreiro.
Für Ex-Bayern-Profi Michael Ballack ist Marmoush ein "schneller und beweglicher Stoßstürmer, der jedem Verteidiger wehtun kann", wie er bei "DAZN" erläuterte. Einer, der sich vor dem Tor durch Geschwindigkeit und Zweikampfstärke durchsetzt.
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Omar Marmoush traf gegen Bayern dreifach.

Fotocredit: Getty Images

Gerade in Umschaltmomenten kommt der Ex-Wolfsburger zur Entfaltung. Er selbst analysierte rational: "Wir waren kalt vor dem Tor. Wir hatten nicht so viele Chancen, aber die haben wir reingemacht."
Nicht nur gegen die Bayern ist die Tormaschine in Betrieb: Acht Tore und vier Assists gelangen ihm in den ersten sechs Bundesliga-Spielen der Saison - das bedeutet aktuell Platz eins in der Torjäger- und Scorerliste.
Die Liga hat einen neuen Superstar.
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Kompany über Frankfurt-Phänomen Marmoush: "Das ist nicht normal"

Quelle: Perform

3.) Frankfurt macht der Liga Hoffnung

Wo sind sie, die neuen Überbayern? Nachdem der Rekordmeister unter Vincent Kompany vorzüglich in die neue Saison gestartet ist (vier Spiele, vier Siege), durchleben sie gerade die erste kleine Schwächephase.
Bayern spielt ansehnlichen Offensivfußball, macht dabei aber (noch) einige Fehler. In Frankfurt wurde offensichtlich, wo es noch hakt und warum die Konkurrenz auf ein spannendes Titelrennen hoffen darf.
Und dennoch wähnt sich der FC Bayern mit der unter Kompany eingeschlagenen Richtung auf einem guten Weg. Auch deshalb verteidigten die Bayern-Profis die eigene Leistung und die Philosophie des Trainers nach der Punkteteilung in Frankfurt. "Die fehlenden zwei Punkte tun uns sehr, sehr weh. Aber wir spielen guten Fußball, das wird sich auf Sicht auszahlen", sagte etwa Serge Gnabry bei "DAZN".  
Thomas Müller spitzte es noch zu: "Das ist eine gute Spielweise, wenn du so einen starken Gegner auswärts so dominierst", sagte er. "Es war ein Genuss, wie wir den Gegner eingeschnürt haben. Wir haben jetzt dreimal nicht gewonnen, aber in dieser Krise befinde ich mich sehr gerne."
Ob drei Spiele ohne Sieg bereits eine Krise sind, sei zunächst einmal dahingestellt. Klar ist aber: Diese Bayern sind an bestimmten Tagen sicher schlagbar.
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Kompany verteidigt Spielidee: "Werden so viele Spiele gewinnen"

Quelle: Perform


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