FC Bayern München: Ehemaliger Klub-Boss Oliver Kahn wehrt sich gegen Gehaltsvorwürfe - "Alle waren sich einig"
VonNiklas Bien
Update 19/08/2024 um 11:20 GMT+2 Uhr
Oliver Kahn hat sich in einem Interview gegen Vorwürfe gewehrt, die ihn seit seinem Aus als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München begleiten. Ihm und Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic wird vorgeworfen, den Spielern zu hohe Gehälter gezahlt zu haben - was Kahn nun entschieden von sich wies. In Zukunft könne er sich derweil vorstellen, einen Klub als Investor zu führen.
Oliver Kahn wehrte sich im Interview gegen Vorwürfe gegen ihn.
Fotocredit: Getty Images
Gerade im Zusammenhang mit der Arbeit des neuen Sportvorstands Max Eberl wurde die Gehälter-Kritik immer wieder laut. Eberl müsse die Gehaltsstruktur insgesamt nach unten schrauben und hätte so Schwierigkeiten etwas Neues aufzubauen - die hohen Gehälter seien Überbleibsel aus der Amtszeit von Kahn und Salihamidzic.
So einfach will der ehemalige Weltklasse-Torwart die Kritik aber nicht über sich ergehen lassen und wehrte sich nun im Interview mit dem "kicker".
"Die Spielergehälter wurden immer mit dem Finanzvorstand und dem Aufsichtsrat abgestimmt und freigegeben. Alle waren sich einig", sagte Kahn nun.
Warum die Kritik unberechtigt sei, erklärte der 55-Jährige ausführlich: "Die Quote der Gehaltskosten für den Spielerkader im Verhältnis zum Umsatz lag wie in der Vergangenheit unter 50 Prozent. Diese Größe ist im Vergleich zu anderen europäischen Klubs, bei denen sie teilweise bei 80 Prozent und mehr liegt, ein Top-Wert", betonte Kahn.
Die Saläre bei allen anderen Champions-League-Siegern der vergangenen Jahre seien deutlich höher.
Kahn in Zukunft als Klubbesitzer?
Diese Klarstellung schien dem Vize-Weltmeister von 2002 unter den Nägeln gebrannt zu haben, ansonsten äußerte sich Kahn nicht mehr inhaltlich zu seiner Bayern-Trennung im vergangenen Jahr.
Ein Wechsel in der Führungsebene ginge mit großen Veränderungen einher - er selbst schaue aber "nur noch nach vorne".
Zuletzt war Kahn in den USA, Saudi-Arabien und Indien unterwegs. Einen Klub als Investor zu übernehmen kann sich der 55-Jährige aktuell eher vorstellen, als eine Funktion in einem Verein zu übernehmen.
"Im Fußball geht es um Kultur, Identität und Gemeinschaft. Wenn alles zusammenpasst, kann ich mir das sehr gut vorstellen", sagte Kahn mit Blick auf seine berufliche Zukunft.
Als "sehr unternehmerischer Mensch" treibe er "gerne Dinge voran, die nicht unbedingt etwas mit dem Fußball zu tun haben müssen. Aber letztlich ist der Fußball meine DNA."
Kahn schaut auf Piqué und Beckham
Für seine Zukunftspläne sind die Engagements früherer Weltklasse-Gegner Inspirationen. "Wenn ich sehe, dass Gerard Piqué gerade für seine 'Kings League' 60 Millionen Euro von Investoren eingesammelt hat, ist das bemerkenswert", nannte Kahn ein Beispiel.
Auch David Beckhams Einsatz als Boss des US-Teams Inter Miami mit Superstar Lionel Messi sei ein mögliches Leitbild: "Sein Engagement zeigt, dass eine starke Verbindung von Investment- und Sportexpertise viele Vorteile für einen Klub bringen kann."
Kahn plädiert zudem für einen weniger dogmatischen Umgang mit der Begrenzung des Einflusses von Investoren im deutschen Fußball und der 50+1-Regel. Das Konstrukt sei "letztlich ein geduldeter, aber jederzeit angreifbarer Kompromiss", sagte Kahn. Aufgrund der Ausnahmeregelungen stelle sich die Frage der Wettbewerbsgleichheit.
Die Übernahme einer Rolle im operativen Geschäft eines Vereins ist für den ehemaligen Weltklassetorwart momentan kein Thema. "Daran denke ich im Moment nicht." Die Trennung von den Bayern im Frühsommer 2023 sei verarbeitet, versicherte Kahn: "So etwas gehört eben zu diesem Geschäft."
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(mit SID)
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