FC Bayern an der Tabellenspitze - Vincent Kompany punktet auf zwischenmenschlicher Ebene: Die Erfolgsfaktoren

Vincent Kompany hat mit dem FC Bayern den perfekten Saisonstart hingelegt. Im DFB-Pokal zog der Rekordmeister mühelos in die zweite Runde ein, in der Liga steht er mit neun Punkten aus den ersten drei Spielen an der Spitze. Kompanys Qualitäten gehen über das Taktische hinaus. Der Belgier scheint im Gegensatz zu Vorgänger Thomas Tuchel vor allem zwischenmenschlich bestens zu funktionieren.

"Nur drei Spiele gemacht": Kompany trotz Kantersieg zurückhaltend

Quelle: Perform

Vier Pflichtspiele, vier Siege, Tabellenplatz 1 in der Bundesliga. Vincent Kompany hat den FC Bayern München (zumindest vorerst) zurück auf die Erfolgsspur gebracht.
Erstmals seit einem Jahr grüßt der deutsche Rekordmeister wieder von der Tabellenspitze. Das 6:1 bei Holstein Kiel war eine Machtdemonstration, die an frühere Zeiten erinnert.
Wie groß der Anteil des Trainers ist? Neuzugang João Palhinha, der am Samstag sein Startelf-Debüt für den FC Bayern gab, geriet jedenfalls ins Schwärmen, als er von Eurosport auf den Trainer angesprochen wurde.
"Das Erste, was ich Ihnen über den Trainer sagen kann, ist, dass er wirklich sehr viel vom Fußball versteht. Wenn man ein Gespräch mit ihm hat, sind es die vielen kleinen Details, die einen wirklich großen Unterschied in unserem Spiel machen. Ich bin stolz, mit ihm zu arbeiten. Ich weiß, dass er mich als Spieler verbessern wird. Ich bin auch seinetwegen hier.“

Rotationen und Systemumstellungen

Taktisch mag Kompany gegen die bisherigen Gegner SSV Ulm, VfL Wolfsburg, SC Freiburg und Kiel noch nicht voll gefordert gewesen sein, weil diese Mannschaften nicht die Qualität des FC Bayern hatten. Auffällig ist aber, dass er einen guten Umgang gefunden hat, um den Kader mit den vielen Top-Stars zu managen.
Der Belgier passt die Systeme je nach Gegner an, ließ zum Beispiel gegen Freiburg in der Verteidigung mit einer Dreierkette und in Kiel mit Viererkette agieren. In Kiel rotierte er in Rechtsverteidiger Sacha Boey, Mittelfeldspieler Palhinha und Flügelspieler Kingsley Coman drei Spieler in die Startelf, die im bisherigen Saisonverlauf noch kein einziges Mal in der Anfangsformation standen - und alle drei fügten sich gut in das Spiel ein.
"Er hat ein gutes Gefühl für die Jungs", lobt Sportdirektor Christoph Freund. "Er sieht sie jeden Tag im Training und spricht viel mit ihnen. Er kann sich gut in sie hineinversetzen. Ich glaube, das ist eine große Stärke von ihm."
Auch Thomas Müller, der in allen drei Bundesligaspielen lediglich als Einwechselspieler fungierte, lobt die mannschaftliche Geschlossenheit: "Wir sind eine gute Einheit. Egal wer spielt, jeder bringt nicht nur seine Skills ein, sondern arbeitet auch für die Mannschaft. Das hat uns jetzt in den letzten Spielen ausgezeichnet und das wollen wir auch mit in die nächsten Partien nehmen."

Kompany versteht den FC Bayern

Kompany ist ein anderer Trainertyp als sein Vorgänger Thomas Tuchel, der öffentlich Neuzugänge forderte und dadurch für Unruhe rund um den Verein sorgte. Kompany stellt sich voll hinter die Mannschaft. "Wir haben einen guten Kader und müssen einfach weitermachen", sagte er. "Die Mentalität war in der Vorbereitung von Anfang an gut, darauf kann man aufbauen."
Dem "Sky"-Experten und früheren Bayern-Spieler Lothar Matthäus gefällt die Herangehensweise: "Er hat den Kontakt zu den Spielern, den ich eineinhalb Jahre vermisst habe. Ich will nicht sagen, dass er ein besserer Trainer ist als seine Vorgänger. Aber er ist ein anderer Trainer, der jetzt schon versteht, wie man den FC Bayern zu händeln hat – auf und neben dem Platz."
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Vincent Kompany (l.) und Raphael Guerreiro in Kiel

Fotocredit: Getty Images

Auch Manuel Neuer, der bereits seit dem Jahr 2011 für den FC Bayern spielt, stellt eine positive Entwicklung fest: "Wir haben die Gewinnermentalität zurück, haben eine kleine Serie. Aber wir wollen da weitermachen und ruhen uns jetzt nicht aus."
Klar ist, dass dem FC Bayern schwierigere Aufgaben bevorstehen. Am Dienstag beginnt mit dem Heimspiel gegen Dinamo Zagreb (ab 21:00 Uhr im Liveticker) die Ligaphase in der Champions League. Der FC Bayern wird vermehrt alle drei bis vier Tage ein Pflichtspiel zu bestreiten haben, trifft zudem bald auf Top-Gegner wie zum Beispiel in der Bundesliga auf Bayer Leverkusen am 28. September (ab 18:30 Uhr im Liveticker).

Kompany blendet das Drumherum aus

Selbst wenn es einmal Misserfolge und Unruhe im Verein geben würde, scheint Kompany laut eigener Aussage gut dazu in der Lage zu sein, damit umzugehen.
"Wichtig sind die Spieler, ob sie das Richtige machen oder nicht", stellte er klar. "Ich hatte schon immer die Qualität, dass ich gut leben kann, ohne all das, was rund um den Verein und das Geschäft passiert. Ich habe nur eine Rolle - das sind die Spieler. Wenn sie gut spielen, bin ich zufrieden. Wenn sie nicht gut spielen, schlafe ich nicht gut."
Aktuell dürfte Kompany sehr gut schlafen.
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"Luxus": Kompany schwärmt von Bayern-Mittelfeld um Palhinha

Quelle: Perform


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