FC Bayern - Dayot Upamecano im Taktik-Check: So profitieren die Münchner vom neuen Spielstil des Innenverteidigers
VonLuca Baier
Update 18/10/2024 um 21:48 GMT+2 Uhr
Vor dem Topspiel gegen den VfB Stuttgart bangt Vincent Kompany um den leicht angeschlagenen Abwehrchef Dayot Upamecano. Man müsse "schauen", ob es reiche. Der Franzose ist einer der Gewinner des Trainerwechsels beim FC Bayern und zeigt konstant gute Leistungen. Eurosport.de erklärt im Taktik-Check, warum Upamecano vom neuen Spielstil profitiert - und warum er so wichtig für Kompanys Fußball ist.
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Quelle: Eurosport
Wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel hatte Dayot Upamecano die Länderspielreise mit der französischen Nationalmannschaft abgesagt.
Beim FC Bayern tut man alles dafür, dass der Innenverteidiger rechtzeitig zum Topspiel gegen Stuttgart (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker) wieder einsatzfähig ist.
Aus gutem Grund: Während Upamecano in der letzten Saison kein unangefochtener Stammspieler war (und unter anderem bei den Saisonhighlights gegen Arsenal und Real Madrid außen vor blieb) und verunsichert wirkte, ist er nun absolut gesetzt - sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League spielte er jede Minute, lediglich im DFB Pokal gönnte ihm Vincent Kompany eine Pause von fünf Minuten.
Die Bayern verteidigen unter Kompany extrem aggressiv und mannorientiert. Um möglichst viel Druck auf den Ballführenden auszuüben, werden alle Spieler gedeckt und sofort attackiert. Ein gemeinsames Abwarten im Abwehrblock spielt kaum eine Rolle, ebenso wenig das klassische Kettenverhalten.
Kompanys Stil kommt Upamecano entgegen
Abstände untereinander einhalten, sich gegenseitig sichern und geduldiges Lenken des Gegners entsprechen nicht dem Naturell und somit auch nicht den Stärken des französischen Nationalspielers.
Upamecano ist ein Verteidiger im klassischen Sinne: Kaum ein Innenverteidiger fühlt sich im Infight mit den Stürmern so wohl wie Bayerns Nummer 2.
Er ist sehr schnell, körperlich extrem stark und ist daher kaum zu besiegen im direkten Duell. All diese Elemente kommen besonders dann zum Tragen, wenn man so mannorientiert verteidigt wie der Rekordmeister das seit Amtsübernahme von Kompany tut.
Diese Spielweise birgt natürlich Risiken: Ist der Gegenspieler mal schneller oder ein anderer Mitspieler verliert ein Duell, verteidigt Bayern in Unterzahl. Dass Upamceano dann wie im letzten Ligaspiel in Frankfurt auch mal das Nachsehen hat, ist in Kompanys Plan einkalkuliert: Letztlich gewinnen sie durch die Art und Weise des Verteidigens mehr als sie verlieren.
Bayern forciert hohe Ballgewinne
Bayern gewinnt nicht nur im hohen Pressing, sondern auch nach eigenen Ballverlusten viele Bälle in kurzer Zeit zurück. Weil Upamecano und Kim bei eigenem Ballbesitz weit mit in die gegnerische Hälfte schieben und dort schon während des Bayernangriffs die Stürmer bewachen, haben sie nach Ballverlusten sofort Zugriff.
Entweder gewinnen sie den Ball oder kämpfen so hart darum, dass der Schiedsrichter abpfeift. Von den Innenverteidigern der Bundesliga foulten nur der Mainzer Dominik Kohr und Heidenheims Benedikt Gimber öfter als Upamecano, der bereits drei Gelbe Karten kassierte.
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Dayot Upamecano (r.) feiert sein Tor gegen Eintracht Frankfurt
Fotocredit: Imago
So riskant und anspruchsvoll die Aufgabe gegen den Ball ist, so einfach gehalten ist sie im eigenen Ballbesitz. Bayerns Spielaufbau ist extrem flexibel, mal lässt sich ein Sechser zu den Innenverteidigern fallen, mal baut ein Außenverteidiger gemeinsam mit den Innenverteidigern auf.
Da diese ständig wechselnde Ordnung nur sehr schwer zu pressen ist, können die Bayern den Ball in der ersten Linie meistens entspannt laufen lassen.
Upamacano mit guter Spieleröffnung
Nur Abwehrkollege Min Jae Kim hat ligaweit mehr Ballaktionen als Upamecano. Die in den letzten Jahren fast schon üblichen gefährlichen Fehlpässe im Aufbau sieht man aktuell nicht – starke 95 Prozent seiner Pässe bringt der Franzose zum Mitspieler.
Dabei spielt der 25-Jährige jedoch nicht nur Sicherheitspässe zum Nebenmann, sondern hat auch immer den Blick für den Pass zwischen die Linien. Findet beispielsweise Jamal Musiala eine kleine Lücke hinter dem gegnerischen Mittelfeld, spielt Upamecano durchaus scharfe und präzise durch die Ketten und nimmt damit die halbe gegnerische Mannschaft aus dem Spiel.
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Dayot Upamecano (l.) und Min-Jae Kim im Topspiel gegen Bayer Leverkusen
Fotocredit: Imago
Auch bei Standards wird Upamecano gefährlich. Nach sechs Ligaspielen stehen ein Tor und drei Abschlüsse per Kopf in seiner Statistik - von den anderen Innenverteidigern in der Liga brachten nur Wolfsburgs Sebastiaan Bornauw, Leverkusens Piero Hincapie und Jonathan Tah sowie Augsburgs Keven Schlotterbeck mehr Kopfbälle aufs Tor.
Eurosport-Check: Dass Upamecano Weltklassefähigkeiten mitbringt, ist kein Geheimnis. Immer wieder lieferte in den vergangenen Jahren überragende Leistungen ab - nur um dann in einigen wenigen, aber oft wichtigen Spielen zu patzen.
Kompanys Spielstil kommt dem Franzosen nun sehr entgegen: Auf der einen Seite steht das riskante, mannorientiere Verteidigen, bei dem vor allem die physische Komponente entscheidend ist.
Auf der anderen Seite entlastet der flexible Spielaufbau die Abwehrspieler in puncto Verantwortung in Ballbesitz - der Innenverteidiger kann sein Spiel einfach halten und seine durchaus vorhandene Passqualität in den wenigen Momenten einstreuen. Upamecano ist wichtig wie nie beim FC Bayern!
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Quelle: SNTV
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