Leroy Sané verlässt den FC Bayern: Das Ende eines fünf Jahre andauernden Missverständnisses
Update 12/06/2025 um 14:12 GMT+2 Uhr
Fünf Jahre spielte Leroy Sané beim FC Bayern München, zu seinem Glück fand der deutsche Nationalspieler aber nie. Der bevorstehende Wechsel zu Galatasaray Istanbul stellt den Schlusspunkt eines langjährigen Missverständnisses dar, das von schwankenden Leistungen und harscher Kritik geprägt war. Bei den Bayern wollte Sané zu den Großen zählen, aus der Fantasie wurde aber nie Realität.
Leroy Sané und der FC Bayern München gehen getrennte Wege
Fotocredit: Getty Images
Es war der Auftritt eines Superstars. Hunderte Fans bereiteten Leroy Sané am späten Mittwochabend in Istanbul einen frenetischen Empfang, im Blitzlichtgewitter und unter Polizeischutz präsentierte sich der deutsche Nationalspieler mit einem Galatasaray-Schal um seinen Hals.
Mit einem breiten Lächeln schlug der 29-Jährige ein neues Kapitel in seiner Karriere auf - und setzte zeitgleich einem fünfjährigen Missverständnis ein Ende.
Seine Zeit beim FC Bayern München war von schwankenden Leistungen, Unstimmigkeiten und harscher Kritik geprägt.
Im Gehaltsgefüge zählte Sané zu den Großen. Auf dem Platz war er davon jedoch oft weit entfernt.
Leroy Sané: Killerinstinkt sieht anders aus
Im Juli 2020 klang alles sehr vielversprechend. Rund 50 Millionen Euro zahlten die Bayern damals an Manchester City und bekamen dafür einen temporeichen Rechtsaußen mit starkem linken Fuß - ein vermeintlicher Königstransfer, dazu mit passendem Namen ("Le Roy").
Es war nicht weniger als der Traum vom deutschen Arjen Robben. Die großen Fußstapfen, die sein niederländischer Vorgänger hinterlassen hatte, konnte Sané aber nie ausfüllen.
In 220 Pflichtspielen für den FC Bayern steuerte er 61 Tore und 55 Vorlagen bei. In den entscheidenden Momenten der Saison - und das sind im Falle der Münchner eben die Spätphasen in DFB-Pokal und Champions League - war von ihm in verlässlicher Regelmäßigkeit nichts zu sehen.
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Leroy Sané
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In der K.o.-Phase der Königsklasse markierte Sané in fünf Jahren nur drei magere Treffer. In der Bundesliga erzielte er immerhin 13 spielentscheidende Treffer - davon aber nur zwei gegen Mannschaften aus den Top fünf der Liga. Killerinstinkt sieht anders aus.
Zum Vergleich: Robben erzielte in den K.o.-Phasen der Pokalwettbewerbe zwölfmal das spielentscheidende Tor - allen voran das 2:1 im Wembley-Finale der Königsklasse gegen Borussia Dortmund.
Ikonische Treffer wie gegen Manchester United oder den AC Florenz in der Champions-League-Saison 2009/10, die ähnlich gewichtigen Charakter hatten, fallen übrigens nicht in diese Statistik.
Fünf Jahre FC Bayern voller Knoten
Brachte Sané für einen kurzen Zeitraum annähernd Konstanz auf den Rasen, sprach man schnell vom "geplatzte Knoten". Wie schnell sich der viermalige Deutsche Meister jedoch immer wieder einen neuen einhandelte, offenbarte die zurückliegende Saison.
Zwischen Ende Februar und Anfang April sammelte Sané fleißig Scorerpunkte, gegen Eintracht Frankfurt (4:0), Union Berlin (1:1) und St. Pauli (3:2) war auf ihn Verlass. Im kurz darauf folgenden Viertelfinale der Champions League gegen Inter Mailand (1:2/2:2) kam jedoch wenig.
Halbgare Dribblings, falsche Entscheidungen in Strafraumnähe und - wie so oft - eine zweifelhafte Körpersprache brachten dem ehemaligen Schalker heftige Kritik ein. In solchen Momenten glich Sané weniger einem Leistungsträger, sondern vielmehr einem Mitläufer, wie es Lothar Matthäus Anfang des Jahres treffend auf den Punkt brachte.
"Sané gibt mir nicht die Argumente zu sagen, dass er den Unterschied ausmacht. Er macht gar nicht mehr den Unterschied aus, nicht einmal in jedem dritten Spiel", schrieb Matthäus im Januar in seiner Kolumne bei "Sky". Sein Urteil: "Er ist mehr ein Mitläufer und nicht mehr der Unterschiedsspieler, der er aufgrund seines Talents sein müsste."
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Leroy Sané blieb während seiner fünf Jahre in München einiges schuldig
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Olise lief Sané den Rang ab
Mit Michael Olise fanden die Bayern im vergangenen Sommer schließlich ihr perfektes Match für den rechten Flügel. Der französische Ballkünstler zeigte recht schnell auf, was Sané in den zurückliegenden Jahren schuldig geblieben war.
Mit 17 Toren und 21 Vorlagen in seiner bayerischen Premierensaison lief Olise seinem deutschen Teamkollegen Sané (13/6) eiskalt den Rang ab und verdrängte ihn aus der Startelf.
Das Vertragsende von Sané rückte näher, das wochenlange Hin und Her mit dem als Affront wahrgenommenen Beraterwechsel zu Pini Zahavi waren letztlich ein Spiegel seiner Zeit bei den Bayern. Sané verkannte seinen Wert innerhalb der Mannschaft und wähnte sich auf einer Ebene mit Spielern, denen er in Sachen Effizienz hinterherhinkte.
Die Trennung stellt für beide Parteien einen zufriedenstellenden Schnitt dar, das Missverständnis hat nach holprigen Wochen ein Ende gefunden. Und zwar mit versöhnlichen Tönen.
Sané dankt FC Bayern für gemeinsame Zeit
"Ich bin unglaublich stolz darauf, das Trikot des besten und größten Vereins in Deutschland über 200 Spiele lang getragen zu haben und werde die Titel, die wir gemeinsam gewonnen haben, immer in Ehren halten", schrieb der 29-Jährige bei Instagram unter ein Video mit Höhepunkten aus seiner Zeit beim deutschen Rekordmeister.
Er habe sich "nach fünf intensiven Jahren hier in München entschlossen, in der kommenden Saison ein neues Kapitel aufzuschlagen".
Sané dankte "dem Verein, dem Trainerstab, allen hinter den Kulissen, meinen Mitspielern und vor allem euch, den Fans, für die gemeinsame Zeit und die Erinnerungen, die wir geschaffen haben".
Während er sich fortan in der Türkei fernab des Rampenlichts der deutschen Öffentlichkeit verwirklichen will, begeben sich die Bayern auf die Suche nach Olise 2.0 - und bemühen sich schon fleißig um zwei heiße Eisen auf dem Transfermarkt.
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Quelle: SNTV
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