Die Bundesliga-Saison 2024/25 ist beendet. Der FC Bayern München ist nach einem Jahr ohne Titel zurück an der Spitze des deutschen Fußballs, während Holstein Kiel und der VfL Bochum den Gang in die 2. Liga antreten - die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit laufen.
Es werden Planungen gemacht und Transfers vorbereitet. Welche Spieler bleiben, welche müssen gehen. Wo wurde im vergangenen Jahr gut gearbeitet, wo gibt es Verbesserungsbedarf?
Eine große Rolle dürften dabei auch die Neuzugänge, die vor oder während der abgelaufenen Saison, kamen, spielen. Natürlich konnten nicht alle neuen Hoffnungsträger ganz erfüllen, aber einige Neuankömmlingen gelang es direkt im ersten Jahr bei ihrem neuen Klub ein Ausrufezeichen zu setzen.
Eurosport.de zeigt die Top-Elf der Neuzugänge der Spielzeit.
Tor
Kamil Grabara (VfL Wolfsburg)
Bis zum 20. Spieltag war der VfL Wolfsburg auf Europa-Kurs. Ein Grund dafür: Kamil Grabara. Der Neuzugang im Tor gab der neu formierten Abwehrkette Sicherheit durch seine gute Strafraumbeherrschung und viele wichtige Paraden.
Mit dem Ball am Fuß hält es der Pole einfach und wählt oft lange Pässe nach vorne – sehr passend zu Ralph Hasenhüttls intensivem Fußball. Bis zu Grabaras Verletzung stand man auf dem siebten Platz, danach ging es in der Tabelle bergab.
Kamil Grabara
Fotocredit: Getty Images
Abwehr
Rasmus Kristensen (Eintracht Frankfurt)
Wenn Eintracht Frankfurt wirklich nur sechs Millionen Euro für diesen Spieler gezahlt hat, sollten sie Markus Krösche ein Denkmal bauen: Rasmus Kristensen hat die Herzen der SGE-Fans im Sturm erobert.
Mit seinem unbändigen Willen, dem hohem Tempo, der harten Zweikampfführung und den entschlossenen Ausflügen nach vorne ist der Däne nicht mehr wegzudenken von der rechten Seite der Adler. Trotz einer Verletzungspause von drei Spielen kommt er auf die fünftmeisten Einsatzminuten im Kader der Hessen.
Rasmus Kristensen traf für Eintracht Frankfurt
Fotocredit: Getty Images
Chrislain Matsima (FC Augsburg)
Der FCA hat einen neuen Abwehrchef: Chrislain Matsima konnte sich schnell als Stammspieler etablieren, wurde mit der Zeit immer sicherer und ist mittlerweile ein absoluter Schlüsselspieler.
Der Franzose ist ein sehr geschickter Zweikämpfer, der die meisten Duelle fair löst: Nur zehn Fouls musste der 23-Jährige in der gesamten Saison begehen!
Mit seiner Präsenz in der Luft ist er sowohl defensiv als auch offensiv ein wichtiger Faktor für die Augsburger. Seine Leihe wird für lediglich fünf Millionen Euro in eine Verpflichtung umgewandelt - sportlich wie finanziell ein Top-Deal für den FCA!
Chrislain Matsima nach seinem Premierentreffer
Fotocredit: SID
Denis Vavro (VfL Wolfsburg)
Bälle richtig klären? Kompromisslose Zweikämpfe, die weh tun? Dominanz in der Luft? Wer auf Verteidiger der alten Schule steht, sollte sich mit Denis Vavro beschäftigen.
Der per Leihe vom FC Kopenhagen verpflichtete Slowake ist ein äußerst unangenehmer Gegenspieler. In jedem Zweikampf arbeitet er zusätzlich mit den Armen und hat auch harte Grätschen in petto.
Von den Stamm-Innenverteidigern in der Bundesliga hat nur Gladbachs Nico Elvedi (63,5 Prozent) eine bessere Quote im defensiven Bodenzweikampf als Vavro (62,4 Prozent).
Dem Vernehmen nach beträgt Wolfsburgs Kaufoption für den 29-Jährigen zwei Millionen Euro - ein echtes Schnäppchen für einen eisenharten Innenverteidiger, der zudem auch noch ein Fernschussspezialist ist.
Denis Vavro und Gift Orban im Kampf um den Ball
Fotocredit: Getty Images
Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt)
Bei Nathaniel Brown bewiesen die Frankfurter ebenfalls ein gutes Näschen: Frühzeitig vom 1.FC Nürnberg verpflichtet, per Leihe dort "geparkt" und im Sommer als Herausforderer dazugeholt.
Der Linksverteidiger eroberte sich schnell einen festen Platz - im wahrsten Sinne des Wortes: Brown kommt sowohl im Antritt als auch in der Endgeschwindigkeit auch Topwerte jenseits der 34 km/h.
Nach seinem ersten Kurzeinsatz in der Liga machte er gleich zehn Spiele in Folge in der Startelf. Mit seiner unbekümmerten Spielweise - und letztlich auch sieben (!) Scorerpunkten (drei Tore, vier Vorlagen) - bewies er in dieser Phase seine Bundesligatauglichkeit.
Dass er im Verlauf der Saison auch noch offensiver eingesetzt wurde, beweist seine Vielseitigkeit und dass die Eintracht noch viel Spaß an dem 21-Jährigen haben wird.
Nathaniel Brown spielt sich bei Eintracht Frankfurt ins Rampenlicht
Fotocredit: Getty Images
Mittelfeld
Kaishu Sano (FSV Mainz 05)
Er läuft und läuft und läuft… Kaishu Sano hielt Nebenmann und Strippenzieher Nadiem Amiri im Mainzer 3-4-3 auf der Doppelsechs den Rücken frei: Kein Bundesligaspieler läuft insgesamt mehr als der Japaner.
Doch nicht nur die Gesamtdistanz ist beachtlich: Ein zweiter Platz bei intensiven Läufen gegen den Ball und ein fünfter Platz bei defensiven Sprints runden das Profil des Staubsaugers ab.
Dass Sano darüber hinaus auch noch ein guter Fußballer ist, der mit klugen, aber einfachen Pässen das Spiel nach vorne trägt, kann man dabei schon mal kurz vergessen. Als Zuarbeiter im positivsten Sinne ist er ein großer Faktor für die gute Saison der 05er.
Kaishu Sano (1. FSV Mainz 05)
Fotocredit: Getty Images
Patrick Osterhage (SC Freiburg)
Ein Tor, keine Vorlage und trotzdem in der Top-Elf der Neuzugänge? Auf den ersten Blick wirkt die Saison von Patrick Osterhage beim SC Freiburg eher unauffällig.
Nach seinem Wechsel vom VfL Bochum eroberte sich der 25-Jährige aber vom ersten Spieltag an einen Stammplatz im Mittelfeld der Breisgauer – und überzeugte von da an mit ehrlicher Arbeit.
Osterhage kann enorm viel Raum abdecken, agiert als Box-to-Box-Spieler und hilft auch auf den Seiten aus. Vor allem (halb) links hält er damit Ausnahmekönner Vincenzo Grifo den Rücken frei.
Seine große Stärke ist das Timing im Pressing, hier findet er immer wieder gute Momente, um vorzurücken und Druck auszuüben.
Gelingen dem 1,86 m großen Mittelfeldspieler in der kommenden Saison ein paar Scorerpunkte mehr, wird er sicherlich ganz anders wahrgenommen. Intern dürfte Osterhages Debüt-Spielzeit aber auch schon jetzt mehr als gelungen wahrgenommen werden.
Patrick Osterhage vom SC Freiburg und Elias Saad (FC St. Pauli)
Fotocredit: Imago
Michael Olise (FC Bayern München)
Der spektakulärste und individuell stärkste Neuzugang der Saison spielt für den FC Bayern. Den Rekordmeister zu verstärken ist nicht einfach, Olise ist das sofort gelungen.
16 Tore und 20 Vorlagen in 49 Pflichtspieleinsätzen sprechen Bände. In den europäischen Topligen bereitet nur Villarreals Alex Baena mehr Torchancen vor als Olise.
Doch nicht nur die reinen Zahlen machen den Franzosen zum Königstransfer: Mit seiner Spielweise, die bei all den Hochgeschwindigkeitsaktionen trotzdem lässig aussieht, begeistert er die Fans und hat natürlich auch einen Effekt auf die Mitspieler.
Olise wird zunehmend gedoppelt, wenn er von rechts nach innen dribbelt und seine Aktionen startet. Dadurch öffnet er wiederum andere Räume, die er dank seines tollen Passspiels auch bedienen kann. Die erste Saison des Franzosen in der Bundesliga war nicht weniger als ein Ausrufezeichen.
Michael Olise vom FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Sturm
Nick Woltemade (VfB Stuttgart)
Der Hype war zwischendurch fast so groß wie er selbst: Nick Woltemade ist einer der auffälligsten Spieler der Saison 24/25 gewesen. Mit seinen spektakulären Dribblings und Toren spielte er sich auf den Zettel der ganz großen Klubs.
Stuttgarts Verantwortliche hatten die Entwicklung des Bremers bei Werder intensiv verfolgt und erkannt, wie gut Woltemade zum VfB-Spielstil passt.
Nach einem holprigen Start bewies er eine gute Mentalität, nutzte seine kurzen Einsätze und wurde letztlich zum Unverzichtbaren. Elf Tore sind ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen kann bei "Big Nick".
Und wer weiß: Vielleicht sehen wir ihn in einem Jahr ja schon wieder in der Top-Elf der Neuzugänge, wenn ein Klub bereit ist, Stuttgarts Schmerzgrenze zu testen…
Nick Woltemade am Ball
Fotocredit: Getty Images
Serhou Guirassy (Borussia Dortmund)
Dass Woltemade beim VfB auftrumpfen konnte, hat natürlich auch etwas mit dem Abgang von Serhou Guirassy zu tun: Den Stoßstürmer zog es zu Borussia Dortmund.
Der BVB hatte als Team zwar einige Probleme, auf Guirassy war jedoch Verlass. Neben seinen Fähigkeiten im Mitspielen, Bälle festmachen und Anlaufen war er vor allem in seinem Kerngeschäft voll da.
20 Tore in 29 Bundesligaspielen und 13 Tore in 14 Champions League Partien sind extrem gute Werte, insgesamt kommt er wettbewerbsübergreifend auf 42 Scorerpunkte (33 Tore + 9 Vorlagen) in 44 Einsätzen für den BVB.
Guirassy macht die Tore auf alle Arten und Weisen: Per Kopf nach Flanken, aus dem Gewühl in der Box, kontrolliert mit beiden Füßen oder auch vom Elfmeterpunkt. Beachtlich: Für seine 20 Ligatore benötigte er lediglich 86 Abschlüsse.
Serhou Guirassy legt für den BVB eine starke erste Saison hin
Fotocredit: Getty Images
Mohamed Amoura (VfL Wolfsburg)
Was für eine Debütsaison in der Bundesliga! Mohamed Amoura ist ein Spieler, für den man ins Stadion geht: Tempo, Tricks, Tore! Der nur 1,70 m große Algerier verletzte sich zwar in der Vorbereitung und fehlte deshalb in den ersten beiden Spielen, meldete sich dann in seinen ersten fünf Einsätzen für die Wölfe aber eindrucksvoll in der Bundesliga an.
Ein Tor und fünf Vorlagen konnte er in diesen ersten Spielen beitragen und sofort zeigen, was für ein unangenehmer Gegenspieler er ist.
Amoura ist extrem schnell (35,58 km/h Topspeed wurden in dieser Saison gemessen) und hat ein außergewöhnliches Timing bei Wegen in die Tiefe. Diese Kombination macht ihn sehr schwer zu verteidigen.
Weil er dazu auch noch die Bereitschaft und athletischen Fähigkeiten hat, diese Sprints so oft zu wiederholen (nur fünf Spieler in der Bundesliga kommen auf mehr Sprints), war er für Wolfsburgs sehr direkten und geradlinigen Ansatz so wertvoll.
Zehn Tore und elf Vorlagen in 30 Einsätzen hätte sich wohl selbst der größte Optimist vor der Verpflichtung nicht träumen lassen. Knüpft Amoura an diese Leistungen an, wird er wohl nicht allzu lange in Wolfsburg spielen.
Mohammed Amoura vom VfL Wolfsburg
Fotocredit: Getty Images
Pressekonferenz in Rekordzeit? Kompany sorgt für Lacher
Quelle: Perform