Union Berlin holt Steffen Baumgart als neuen Trainer an Bord: "Freue mich sehr auf die Rückkehr" zu Eisernen

Steffen Baumgart wird neuer Trainer bei Union Berlin. Wie die Köpenicker am Montag mitteilten, tritt der 52-Jährige rund fünf Wochen nach seinem Aus beim HSV die Nachfolge von Bo Svensson an. Am 2. Januar wird Baumgart, der bereits als Spieler für Union aufgelaufen war, beim Trainingsauftakt erstmals eine Einheit leiten. Als Profi hatte Baumgart 68 Pflichtspiele im Trikot der Eisernen bestritten.

Steffen Baumgart

Fotocredit: Getty Images

An den Weihnachtstagen war der Stress für Steffen Baumgart noch weit, weit weg. Während seiner Australien-Auszeit fotografierte er Kängurus am Strand, er startete zum Privat-Rundflug über Cape Hillsborough und zeigte sich nach dem Aus beim Hamburger SV ganz lässig in Badelatschen. Wenige Tage später stürzt er sich wieder in die Arbeit - Baumgart wird Trainer von Union Berlin: Dort, wo er vor 20 Jahren als Spieler geglänzt hat. Dort, wo er sich heute noch zu Hause fühlt.
"Ich freue mich sehr auf die Rückkehr in die Bundesliga und zu Union", sagte der 52-Jährige in der Pressemitteilung des Vereins vom Montag. "Es ist sicher ein Vorteil, den Verein und viele Menschen hier gut zu kennen." Schließlich war der ehemalige Offensivspieler in seinen zwei Jahren in Köpenick (2002 bis 2004) extrem beliebt: Er war Kapitän und wurde zweimal zum Union-Profi des Jahres gewählt. Der Stadtteil im Berliner Südosten wurde auch privat seine Heimat.
Nun übernimmt er von seinem entlassenen Vorgänger Bo Svensson eine Mannschaft, die zweifellos Potenzial besitzt, dieses aber zuletzt selten abrief. Vier der letzten fünf Spiele gingen verloren - und den Heim-Punkt im Skandalspiel gegen Schlusslicht VfL Bochum (1:1) könnte der Klub am Grünen Tisch verlieren. Das DFB-Sportgericht verhandelt den Fall mündlich am 9. Januar in Frankfurt. Ein Fan hatte VfL-Torhüter Patrick Drewes mit einem Feuerzeug am Kopf getroffen.

Baumgart: "Union bietet sehr gute Voraussetzungen"

Der letzte Sieg liegt sogar bereits mehr als zwei Monate zurück, immerhin aber besitzt Union (noch) ein Sieben-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz. Steffen Baumgart beginnt also vorerst keine Rettungsmission, er soll stabilisierend wirken und ein altes Fieber neu entfachen. "Wir haben keine lange Vorbereitungszeit und werden mit den Spielern intensiv arbeiten, um für die vor uns liegenden Aufgaben gewappnet zu sein", betonte er: "Union bietet sehr gute Voraussetzungen, um erfolgreich sein zu können. Diese möchte ich gemeinsam mit dem Trainerteam, den Betreuern und der Mannschaft bestmöglich nutzen."
Horst Heldt hat Baumgart 2021 bereits zum 1. FC Köln geholt - er erhofft sich vom alten Bekannten einen Raketenstart nach dem Jahreswechsel. "Er ist ein Trainer, der keine lange Anlaufzeit braucht und einer Mannschaft schnell eine klare Ausrichtung geben kann", sagte der Geschäftsführer Profifußball. "Wir sind überzeugt davon, dass er der richtige Trainertyp für uns ist." Ein wichtiger Aspekt sei Baumgarts Art gewesen, "eine Mannschaft zu führen, Spieler zu fördern und zu fordern". Der Verweis auf die Vergangenheit durfte selbstverständlich nicht fehlen: "Er kennt Union bestens."
Am 2. Januar wird Baumgart die erste Trainingseinheit leiten, sein Debüt ist dann gleich wegweisend: Union reist am 11. Januar zum Tabellen-16. 1. FC Heidenheim, vier Tage später kommt der Tabellennachbar FC Augsburg an die Alte Försterei. Spätestens dann ist es mit der Erholung vorbei.
(SID)
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