VfB Stuttgart gibt Zwei-Tore-Führung gegen FSV Mainz 05 aus der Hand und kommt nicht über Last-Minute-Remis hinaus

Der VfB Stuttgart kam nach der 1:3-Pleite in Freiburg gegen Mainz nur zu einem 3:3 (2:1). Enzo Millot (8.) und Jamie Leweling (15.) brachten die Schwaben in Führung. Die Gäste schlugen durch Nadiem Amiri (43., FE.) und Jonathan Burkardt (62.) zurück. Fabian Rieder traf per Freistoß (88.) für den VfB, ehe Maxim Leitsch (90.+4) erneut ausglich. "Niemals fucking aufgeben!", schrieb Mainz 05 auf X.

Jubel beim 1. FSV Mainz 05

Fotocredit: Imago

Nach dem Schlusspfiff eines wilden Spiels standen die Spieler des VfB Stuttgart ziemlich bedröppelt und ein wenig ratlos auf dem Rasen. 2:0 geführt, Ausgleich kassiert, 3:2 geführt - und trotzdem nicht gewonnen wegen des dritten Treffers von Mainz 05 in der vierten Minute der Nachspielzeit.
"Wir machen eigentlich ein gutes Spiel", sagte der konsternierte Angelo Stiller, "durch einfache Fehler haben wir sie aber wieder ins Spiel gebracht".
Zweimal hatte der VfB bei diesem turbulenten 3:3 (2:1) wie der sichere und verdiente Sieger ausgesehen. Zuletzt in der 88. Minute, als Fabian Rieder zum 3:2 traf. Sechs Minuten später glich Maxim Leitsch aus.
"Scheiße" fühle sich das an, sagte der verhinderte Matchwinner bei "Sky" und betonte mit finsterer Miene: "Wir müssen den Sieg über die Bühne bringen." Außerdem, ergänzte er, "müssen wir den Sack schon viel früher zumachen." Wie wahr.

Schweigeminute Christoph Daum

Nach einer Schweigeminute für den verstorbenen Christoph Daum, der die Stuttgarter 1992 unerwartet zur Meisterschaft geführt hatte, spielte zunächst nur der VfB. Mainz stand in der ersten Viertelstunde völlig neben sich und war mit den Gegentreffern durch Enzo Millot (8.) und Jamie Leweling (15.) noch gut bedient. "Stuttgart hat uns ein ums andere mal komplett eingedreht", sagte Jonathan Burkardt, der auch zugab: "Das ist ein glücklicher Punktgewinn."
Dass die Mainzer nicht schon zur Halbzeit aussichtslos zurücklagen, hatte auch mit ihrem Trainer zu tun. Während einer Verletzungs- und Trinkpause nach 21 Minuten rief Bo Henriksen seine Mannschaft zusammen, stellte vor ihr eine Taktiktafel auf - und sortierte das heillose Durcheinander, das zuvor in der Abwehr geherrscht hatte. "Danach haben wir tiefer gestanden, das hat deutlich besser geklappt", analysierte Burkhardt.

Millot fällt, Amiri trifft vom Punkt

Es lag freilich auch am Mainzer Angreifer selbst, dass die Gäste zurückkamen. Erst holte Burkardt bei einem Kontakt mit Millot äußerst clever einen Foulelfmeter heraus, den Nadiem Amiri souverän verwandelte (43.). Dann erzielte er per Kopfball das erste Ausgleichstor für seine Mannschaft (62.). Ein weiterer Treffer des 24-Jährigen wurde kurz darauf (70.) nach Begutachtung durch den VAR wegen Abseits aberkannt.
Für den VfB schien sich danach alles zum Guten zu wenden, selbst Burkardt gab gerne zu: "Hinten raus hatte Stuttgart die Überhand." Und hinten raus ging Stuttgart eben erneut in Führung - ein Freistoß von Rieder prallte vom Pfosten an den Rücken des Mainzer Torhüters Robin Zentner und von dort ins Tor. Als wenig später der Ausgleich fiel, wurde jedoch ein weiteres Mal offenbar, dass der VfB Probleme in der nicht eingespielten Abwehr hat.
"Wir sind", sagte Rieder, "immer noch ein wenig in der Findungsphase", als Ausrede wollte er dies aber nicht gelten lassen: "Trotzdem müssen wir das Spiel gewinnen." Stiller, von Bundestrainer Julian Nagelsmann zwei Tage zuvor erstmals in den Kader der Nationalmannschaft berufen, pflichtete bei: "Drei Gegentore daheim sind zu viel, dann reichen auch drei Tore von uns nicht."
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(SID)
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Quelle: Perform


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