VfL Bochum nach Nullnummer beim 1. FC Heidenheim kurz vor dem direkten Abstieg - große Sorge um bewusstlosen FCH-Keeper Kevin Müller

Der VfL Bochum stolpert in der Bundesliga weiter dem Abstieg entgegen. Zwar bewahrte sich die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking dank eines umkämpften 0:0 im Abstiegsgipfel beim 1. FC Heidenheim noch einen Funken Resthoffnung auf den Klassenerhalt, angesichts von vier Punkten Rückstand auf den Relegationsrang bei nur noch zwei Saisonspielen sind die Chancen darauf jedoch äußerst gering.

Heftiger Zusammenprall zwischen Müller und Sissoko

Fotocredit: SID

Die Spieler des VfL Bochum sackten enttäuscht auf den Boden, im Fanblock herrschte absolute Stille: In seinem vierten Bundesligajahr seit dem Wiederaufstieg taumelt der Ruhrpott-Klub dem siebten Abstieg aus dem Oberhaus entgegen. Das umkämpfte 0:0 beim 1. FC Heidenheim war nicht genug, um noch einmal Hoffnung auf die Wende zu schöpfen.
"Eigentlich ist es natürlich zu wenig", sagte Bochums Torhüter Timo Horn bei "DAZN". Der VfL habe sich "unheimlich viel vorgenommen, wir waren die spielbestimmende Mannschaft", meinte er: "Im Endeffekt brauchen wir Tore und Siege, das haben wir heute wieder nicht geschafft. Nichtsdestotrotz werden wir bis zum Schluss kämpfen und so lange es möglich ist, den Klassenerhalt zu realisieren, alles dafür tun."
Zwar bewahrte sich die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking noch einen Funken Resthoffnung auf die Rettung, angesichts von vier Punkten Rückstand auf den Relegationsrang bei nur noch zwei Saisonspielen sind die Chancen darauf jedoch äußerst gering. Für einen Schock sorgte die Verletzung von Heidenheims Torwart Kevin Müller, der nach zehnminütiger Behandlung vom Feld getragen werden musste.
Während Heidenheim als Tabellen-16. weiter die besten Chancen auf den Relegationsrang besitzt, steht für Bochum, das in den vergangenen sieben Spielen nur zwei Punkte sammelte, am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Mainz 05 das nächste Finale an.

Hecking bleibt auch bei Abstieg in Bochum

Immerhin: Hecking wird auch bei einem immer wahrscheinlicheren Abstieg Trainer des VfL Bochum bleiben. Der Verein habe ihm "ein wertschätzendes Angebot gemacht", sagte er nach dem Spiel und ergänzte: "Es wird so sein, dass ich, auch wenn wir absteigen sollten, in der 2. Liga Trainer vom VfL Bochum bleibe." Kurz darauf bestätigte der Klub Heckings ligaunabhängigen Verbleib bis 2027.
"Wenn man diesen bitteren Weg gehen müsste, ist auch meine Erfahrung gefragt, dem Verein zu helfen", sagte Hecking. "Wenn man sich wohlfühlt an einem Ort, wenn man die Wertschätzung spürt, die ich vom Verein bekomme, dann muss man in meinem Alter auch mal fragen: Was willst du eigentlich?", sagte er: "Willst du Spaß haben in deinem Job oder willst du nur darauf warten, dass du von einem Verein zum anderen wechselst? Ich glaube, dass der VfL Bochum ein toller Verein ist. Es macht Spaß, hier zu arbeiten."
Zuvor hatte Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner bei "DAZN" bereits angedeutet, dass eine Entscheidung zeitnah folgen könnte. Es sei "kein Geheimnis, dass wir ligaunabhängig mit ihm weitermachen wollen und er ein Angebot von uns vorliegen hat", hatte er gesagt: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass er sich für uns entscheidet."

Viel Krampf im Abstiegskampf

Hecking hatte vor dem "Endspiel" in Heidenheim versucht, seinen Spielern die Angst vor einem nahenden Abstieg zu nehmen.
"Wir brauchen keine Angst zu haben. Es ist eine Chance", sagte der 60-Jährige: "Als ich hier angefangen habe, hat niemand damit gerechnet, dass wir diese Chance noch bekommen."
Das Spiel begann, wie es für einen Abstiegsgipfel wohl zu erwarten war: Mit viel K(r)ampf. Beide Mannschaft gingen mit viel Einsatz zu Werke, immer wieder war das Spiel unterbrochen, lagen Spieler am Boden. Bochums Stürmer Philipp Hofmann musste nach einem Treffer auf den Brustkorb schon früh (9.) ausgewechselt werden, auf der Gegenseite erwischte es Leonardo Scienza (29.).

Müller prallt mit Sissoko zusammen

Spielfluss kam so kaum zustande, geschweige denn gute Torchancen. Oft wechselte der Ballbesitz im Mittelfeld hin und her, erst nach über einer halben Stunde gab der für Hofmann eingewechselte Myron Boadu (32., 35.) die ersten nennenswerte Abschlüsse ab. Auch Heidenheim kam nun ein paar Mal gefährlich vor das gegnerische Tor, ohne jedoch wirklich zwingend zu werden.
Die zweite Halbzeit begann mit dem Schock: Müller (49.) prallte im Strafraum heftig mit Bochums Ibrahima Sissoko zusammen und blieb zunächst regungslos liegen. Teamärzte beider Mannschaften sowie Sanitäter eilten herbei, sogar ein Sichtschutz wurde aufgebaut. Erst nach über zehn Minuten konnte Müller vom Feld getragen werden, während beide Fanlager seinen Namen skandierten. Müllers Ersatzmann Frank Feller rückte ins Heidenheimer Tor.
"Als ich aufgestanden bin, war er nicht mehr so ganz da. Das war sehr besorgniserregend. Zum Glück war unser Arzt schnell da. Das sind Momente, die man auf dem Fußballplatz nicht sehen will. Das nimmt einen mit und ist etwas, was alles überschattet", sagte Heidenheims Kapitän Patrick Mainka nach dem 0:0 bei "DAZN". "Man kann nur hoffen, dass da alles schnell wieder heilt", meinte Trainer Frank Schmidt.
Nach der langen Unterbrechung hatten beide Mannschaften Schwierigkeiten, wieder ins Spiel zu finden. Dann traf erst Boadu (67.) den Pfosten, bevor auch Heidenheim offensiv wieder in Erscheinung trat: Benedikt Gimber (72.) und Adrian Beck (76.) verfehlten das Tor nur um Zentimeter. Beck traf zudem kurz vor Schluss den Pfosten (90.+10), Keeper Timo Horn war an seinem Schuss noch dran - das hätte beinahe den Bochumer Abstieg besiegelt.
Das könnte Dich auch interessieren: Guardiola verkündet Abschied von Manchester City
(SID)
picture

SotipptderBoss: Macht Bayern die Meisterschaft klar?

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung