FC Bayern München im deutschen Clásico gegen Verfolger Borussia Dortmund - die letzte Chance für die Bundesliga
Der FC Bayern empfängt Borussia Dortmund am Samstag im deutschen Clásico. Der Begriff mag nicht jedem gefallen, Fakt aber ist: Rot gegen Schwarz-Gelb ist endlich wieder das Nonplusultra in der Bundesliga, der Vergleich Eins gegen Zwei, das Duell der Ungeschlagenen. FCB-Coach Vincent Kompany will die Siegesserie ausbauen, warnte seine Stars aber: "Ich möchte nicht, dass einer da an Rekorde denkt."
Kompany kontert Kovac: "Zwei Fäuste gegeneinander"
Quelle: Perform
Es ist eine Dominanz von historischer Dimension: Nie zuvor ist der FC Bayern so gut in eine Saison gestartet. Zehn Siege in zehn Pflichtspielen bei 38:8 Treffern, in der Liga die souveräne Tabellenführung mit einem Goalgetter Harry Kane, der nach sechs Einsätzen bei elf Toren und vier Assists steht. Rekorde, soweit das Auge reicht.
Kein Wunder, dass Vincent Kompany die Euphorie ein wenig einfangen muss. Worum es am Samstag (ab 18:30 Uhr im Liveticker) in der Allianz Arena gegen den BVB gehe, habe "überhaupt nichts mit Rekorden oder drei Punkten zu tun", betonte der Trainer auf der Pressekonferenz einen Tag vor Anpfiff. "Wir wollen Dortmund schlagen, ganz einfach!"
Einfach? Wird es sicher nicht gegen den schärfsten Rivalen, aber es ist beängstigend, in welchem Maße die Bayern Liga-Schwergewichte wie RB Leipzig (6:0 daheim) oder Eintracht Frankfurt (3:0 auswärts) dominierten.
Vier von sechs Partien überstand die Kompany-Auswahl ohne Gegentreffer, dazu traf sie im Schnitt mehr als viermal (25:3) pro Begegnung. Dazu sind Leistungsträger wie Serge Gnabry, Michael Olisé, Luis Díaz, Joshua Kimmich, Konrad Laimer und natürlich Kane in sehr guter bis überragender Form.
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Bayern-Stars Goretzka, Kane, Kimmich, Olise und Díaz jubeln
Fotocredit: Getty Images
Zumindest gefühlt hat die Bundesliga am Samstag die letzte Chance auf eine spannende Saison im Kampf um die Meisterschaft. Dafür braucht Dortmund einen Sahnetag, verlieren ist bei einem drohenden Rückstand von sieben Punkten verboten.
Kompany: Bayern gegen BVB "wie ein eigener Pokal"
Zwar hat Trainer Niko Kovac mit seiner Mannschaft einen formidablen Start hingelegt. Einerseits. Andererseits gelangen die bisherigen vier Siege gegen Union Berlin, Heidenheim, Wolfsburg und Mainz - Gegner, die nicht zur Beletage der Liga zählen. Beim ersten Härtetest am vergangenen Spieltag vor heimischer Kulisse gegen RB Leipzig reichte es "nur" zu einem 1:1.
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Quelle: Eurosport
Für den ersten "echten" Gipfel gegen den BVB seit April 2023, damals standen die beiden Klubs beim direkten Aufeinandertreffen letztmals auf Platz eins und zwei der Tabelle, hat das allerdings wenig Relevanz, glaubt Kompany.
"Diese Topspiele gegen Dortmund sind fast schon wie ein eigener Pokal", sagte der 39-Jährige. "Egal, ob du fünf Siege oder fünf Niederlagen zuvor hattest: Dieses Spiel willst du immer gewinnen! Danach kommt der Rest." Schwer vorstellbar, dass die Bayern die Türe noch einmal aufmachen für den BVB - und den Rest.
Kompany ein "Glücksfall" für Bayern
Verstärkt wird der Eindruck durch die Ruhe, die inzwischen auch um die Mannschaft herum herrscht. Sportvorstand Max Eberl, teils heftiger Kritik durch die Medien und Ehrenpräsident Uli Hoeneß ausgesetzt, hat merklich an Akzeptanz gewonnen. Trainer Kompany, bei der Verpflichtung im Mai 2024 noch als Notlösung tituliert, ist längst über jeden Zweifel erhaben.
Es ist eine Atmosphäre entstanden, unter der das volle Potenzial des Klubs ausgeschöpft werden kann. "Wir haben Vincent vor über einem Jahr für uns gewinnen können, das ist nach wie vor ein Glücksfall. Seitdem haben wir wenig Fluktuation im Kader, der Stamm arbeitet seit über 17 Monaten zusammen", fasste Eberl auf der Spieltagspressekonferenz sichtlich zufrieden die Situation an der Säbener Straße zusammen.
Eberl: "Energie und die Lust auf Siege"
Besonders hervorzuheben sei "die Energie, die Lust auf Siege und die Lust, auch das vierte Tor bei einem 3:0 noch zu machen". Qualitäten, die Kompany und sein Trainerstab von Beginn an im Kader verankert hätten. "Vergangenes Jahr war elementar, damit wir heute so dastehen, wie wir dastehen", unterstrich Eberl.
Gelingt der Heimerfolg gegen Dortmund, hätte der Meister die Bestmarke des BVB von elf Pflichtspielerfolgen zum Saisonstart (2015/2016) egalisiert. Und dann dürfte sich selbst Kompany den einen oder anderen Gedanken an Rekorde erlauben ...
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Eberl weicht Schlotterbeck-Frage aus: "Steht bei uns über allem"
Quelle: Perform
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