Drei Dinge, die bei 1. FC Köln - Borussia Dortmund auffielen: Die nie endende Handspiel-Debatte beim BVB-Zittersieg

Borussia Dortmund gewann beim 1. FC Köln mit 2:1 und festigte damit seinen Kurs Richtung Champions League. Doch der Sieg der Schwarz-Gelben erzählte diverse Geschichten: Köln überzeugte trotz Niederlage mit einer starken Leistung im Abstiegskampf, eine strittige Handspielszene sorgte für Diskussionen – und beim BVB trübten trotz guter Punkteausbeute gleich mehrere Themen die Stimmung.

Saison für BVB gelaufen? Kovac hat noch "Ziele"

Quelle: Perform

Vor dem Bundesliga-Duell mit Köln war die Ausgangslage für das Team von Niko Kovac klar: Im Rennen um die Königsklasse durfte man sich gegen einen Abstiegskandidaten keinen Ausrutscher erlauben.
Doch zunächst gehörte die Partie den Gastgebern. Köln erwischte die deutlich bessere Anfangsphase, setzte den BVB früh unter Druck.
Mit zunehmender Spielzeit zeigte sich jedoch die individuelle Klasse der Gäste. Serhou Guirassy nutzte eine der ersten klaren Möglichkeiten zur Führung (16.) und brachte die Dortmunder damit auf Kurs. Kurz darauf schwächten sich die Kölner mit einer Roten Karte selbst (45.+2).
In Überzahl erhöhte der BVB auf 2:0 und schien das Spiel zunächst unter Kontrolle zu haben. Doch Köln gab sich nicht geschlagen, kam durch Jakub Kaminski noch einmal zum Anschlusstreffer (88.) und sorgte in der Schlussphase für eine spannende Partie, in der Dortmund mehrfach zittern musste - insbesondere nach einem eigentlich offensichtlichen Handspiel.
Drei Dinge fielen beim Auswärtssieg des BVB auf ...

1. Kölns Autritt war der Bundesliga würdig

Der 1. FC Köln zeigte bei der 1:2-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund eine Leistung, die den Anhängern der Geißböcke im Abstiegskampf Hoffnung machen kann.
Gleich zu Beginn riss das Team von Trainer Lukas Kwasniok die Partie an sich. Bereits nach fünf Minuten scheiterte Youssoupha Niang an BVB-Keeper Gregor Kobel, insgesamt gehörte die Anfangsphase klar den Gastgebern. In der ersten Viertelstunde rutschte Köln über die Marke von 60 Prozent Ballbesitz.
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Die Dortmunder taten sich gegen tapfer kämpfende Kölner schwer

Fotocredit: Getty Images

Zwar schlug dann die individuelle Klasse der Dortmunder zu, spätestens mit der Roten Karte für Jahmai Simpson-Pusey (45.+2) wurde die Aufgabe für den FC deutlich komplizierter.
Trotz Unterzahl ließen die Kölner nicht nach. Kaminski kam in der 56. Minute zu einer guten Abschlusschance, doch erneut reagierte Kobel stark. Immer wieder zeigte Köln, dass man sich gegen den Abwärtstrend stemmen will – auch wenn sich das Team, wie so oft in dieser Saison, am Ende nicht für eine engagierte Leistung belohnte.
Experte Lothar Matthäus fand am "Sky"-Mikrofon dennoch lobende Worte für die Mannschaft: "Sie haben gute Phasen, man sollte keine Trainerdiskussion anfangen. Es passt."
Selbst nach dem zwischenzeitlichen 0:2 kam Köln noch einmal zurück, verkürzte durch Kaminski und war dem Ausgleich am Ende sehr nahe. Dennoch spitzt sich die Lage im Tabellenkeller weiter zu: Köln liegt nur zwei Punkte vor Werder Bremen, das mit einem Spiel weniger auf Rang 16 lauert. Mit einer Leistung wie am Samstagabend sollten aber schon bald wieder Punkte auf das Kölner Konto fließen.

2. Couto und die nie endende Handspiel-Debatte

Für reichlich Gesprächsstoff sorgte auch eine Szene tief in der Nachspielzeit. In der 95. Minute streifte eine Flanke die Hand von Dortmunds Außenverteidiger Yan Couto. Der Ball fiel auf den Arm des Brasilianers und änderte somit die Richtung.
Schiedsrichter Daniel Siebert stand kurz per Funk mit dem Video-Assistenten Benjamin Cortus in Kontakt, entschied sich jedoch schnell dafür, weiterspielen zu lassen.
Die Szene wurde nach Abpfiff intensiv diskutiert – nicht ohne Grund. Denn eine Berührung war klar zu erkennen, und ein Elfmeter für Köln wäre durchaus vertretbar gewesen.
Kölns Geschäftsführer Sport Thomas Kessler reagierte bei "Sky" entsprechend verärgert: "Das ist für mich nicht befriedigend. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich verstehe es nicht. Ich weiß nicht, was Benjamin Cortus in dem Moment im Keller gemacht hat. Das ist eine hundertprozentige Torchance, ich will dafür keine Erklärung hören. Das ist eine klare Vereitlung einer Torchance. Dass man das nicht sieht, dafür habe ich absolut kein Verständnis."
Auch Matthäus stellte sich klar auf die Seite der Kölner: "Es wäre ein hundertprozentiger Elfmeter gewesen." Die Szene lässt einmal mehr die Debatte um die Auslegung der Handspiel-Regel aufflammen.
Zwar war der Kontakt offensichtlich unabsichtlich, die Bilder dennoch eindeutig. Dortmunds Sport-Geschäftsführer Lars Ricken pflichtete bei: "Den hätte man durchaus pfeifen können."

3. BVB auf Kurs - und dennoch drückt der Schuh

Das Ziel von Borussia Dortmund in dieser Bundesliga-Saison lautete die Qualifikation für die Champions League. Nach kurzen Meisterschaftsträumen und dem Rückschlag im Topspiel gegen den FC Bayern (2:3) hatte Trainer Niko Kovac zuletzt immer wieder betont, man müsse vor allem "in den Rückspiegel" schauen.
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Tor und Handschlag verweigert: Die zwei Halbzeiten des Serhou Guirassy

Fotocredit: Getty Images

Jener Blick nach hinten dürfte die Dortmunder aktuell beruhigen. Stuttgart patzte am Nachmittag, der Vorsprung auf Rang fünf beträgt nun acht Punkte. Neun Spieltage vor Saisonende rückt die Königsklasse damit immer näher.
Überzeugend war der Auftritt der Schwarz-Gelben in Köln allerdings nicht. Vielmehr musste sich der BVB erneut auf seine Schlüsselspieler verlassen. Guirassy sorgte vorne für einen entscheidenden Moment, während Kobel mit mehreren Paraden den knappen Vorsprung festhielt.
Dass Dortmund eine Partie in Überzahl gegen einen Abstiegskandidaten am Ende noch so spannend werden ließ, dürfte einigen BVB-Fans missfallen. Trainer Kovac dürfte das hingegen nur kurzfristig beschäftigen – zu wichtig sind derzeit die Punkte im Rennen um die Champions-League-Plätze.
Für eine kleine Randnotiz sorgte zudem Guirassy selbst: In der 61. Minute verweigerte der Stürmer seinem Trainer bei der Auswechslung den Handschlag. Eine Szene, die Kovac vermutlich gewohnt souverän moderieren wird.
Sie zeigt jedoch auch, dass beim BVB trotz stabiler Ausgangslage in der Liga keine völlige Harmonie herrscht. Zu oft stehen die Westfalen für das vermeintlich unattraktive Offensivspiel in der Kritik, zu unsouverän sind die Leistungen der vergangenen Wochen.
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Kompany fordert Zeit bei Musiala: "Bleibe noch ruhig mit Jamal"

Quelle: Perform


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