Drei Dinge, die bei RB Leipzig gegen FC Bayern auffielen: Kompanys Team wird zu Comeback-Königen - Olise unaufhaltsam
Update 18/01/2026 um 18:12 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern verbreitet in der Bundesliga weiter Angst und Schrecken. Der Rekordmeister demontierte RB Leipzig mit 5:1 (0:1) - und das, obwohl sich der FCB mit Personalproblemen und einem in der ersten Hälfte gefährlichen Gegner herumschlagen musste. Vincent Kompany stellte dabei einmal mehr unter Beweis, dass er ein Meister darin ist, Spiele zu drehen - auch dank Michael Olise. Was uns auffiel.
Werner nach 1:5 gegen Bayern: "Mit 80 Minuten zufrieden"
Quelle: Perform
Der FC Bayern München knüpfte beim Rückrundenstart nahtlos an die beste Bundesliga-Hinrunde der Klubgeschichte an und demontierte RB Leipzig im Topspiel am Samstag nach anfänglicher Mühe mit 5:1 (0:1).
Serge Gnabry (50.), Harry Kane (67.), Jonathan Tah (82.), Aleksandar Pavlovic (85.) und Michael Olise (88.) trafen für die noch ungeschlagenen Münchner, die an der Tabellenspitze weiter einsam ihre Kreise ziehen.
"Wir sind schon öfter in Rückstand geraten, aber wir sind immer zurückgekommen. Das haben wir uns in der Halbzeit geschworen", sagte Bayern-Torwart Manuel Neuer bei "Sky" und fügte an: "Dass wir dann auch noch das dritte, vierte, fünfte Tor machen, ist schon Wahnsinn."
Drei Dinge, die uns beim Bundesliga-Topspiel RB Leipzig gegen FC Bayern auffielen.
1.) Bayern offenbart Probleme - vor allem auf einer Seite
Vincent Kompany war ehrlich, als er die ersten 45 Minuten analysierte. "Die erste Halbzeit ist nicht perfekt gelaufen. Die waren deutlich besser und wir hatten keine Antwort", sagte der Trainer.
Tatsächlich dominierten die Gastgeber die erste Halbzeit, hatten ein Torschussverhältnis von 9:5 und hätten höher als 1:0 führen müssen. Der Expected-Goals-Wert von 2,45 zu 0,17 für Leipzig unterstreicht dies.
Leipzig machte das Zentrum mit Nicolas Seiwald, Xaver Schlager und Christoph Baumgartner dicht, sodass es den Bayern nicht gelang, mit wenigen Ballkontakten in die Tiefe zu gelangen. Dies gab der Mannschaft von Trainer Ole Werner die Möglichkeit, die Bayern hoch zu attackieren und Bälle zu gewinnen.
"Wir waren mutig mit dem Ball und griffig gegen den Ball", analysierte der Leipziger David Raum auf Nachfrage von Eurosport. "Wir haben uns Torchancen herausgespielt und sind bei unserem Plan geblieben. Jeder hat seine Aufgabe erfüllt und wusste, was zu tun ist."
Eine Schwachstelle der Bayern war die rechte Seite, weil dort Tom Bischof auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers agieren musste. Das Zusammenspiel zwischen ihm und seinem Vordermann Lennart Karl funktionierte vor allem defensiv nicht. Dies war insbesondere beim Gegentreffer zum 0:1 zu beobachten: Karl vernachlässigte die Defensivarbeit, Bischof war zu hoch positioniert - dadurch wurde das Gegentor eingeleitet.
"Die rechte Seite hat so noch nicht zusammengespielt", erklärte Manuel Neuer. "Das sind zwei junge Spieler. Wenn die linke Schiene von Leipzig schon öfter zusammengespielt hat und die Abläufe besser kennt, macht es das natürlich nicht einfacher. Leipzig wusste eben, dass über unsere rechte Seite mehr geht, weil Stani (Josip Stanisic) und Konny (Konrad Laimer) fehlen."
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Yan Diomande (l./RB Leipzig) im Zweikampf mit Hiroki Ito (FC Bayern)
Fotocredit: Getty Images
2.) Kompanys Bayern werden zu Comeback-Königen
Rückstände sind für den FC Bayern keine neue Erfahrung. Es war das achte Mal innerhalb der vergangenen zwölf Pflichtspiele, dass der Tabellenführer zwischenzeitlich hinten lag.
Sportvorstand Max Eberl musste grinsen, als er in der Mixed Zone darauf angesprochen wurde. "Und wie sind die Spiele dann ausgegangen?" lautete seine Gegenfrage.
Tatsächlich wurde nur das Spiel beim FC Arsenal verloren. Bayern ist ein Meister darin, Spiele nach Rückstand zu drehen. Fünf der acht Partien wurden schlussendlich gewonnen.
Nach einer schwachen ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft ein anderes Gesicht. Joshua Kimmich kam für den angeschlagenen Leon Goretzka ins Spiel und war der Motor einer Mannschaft, die plötzlich aufdrehte - nicht nur fußballerisch, sondern auch läuferisch. In der zweiten Halbzeit lief der FC Bayern sechs Kilometer mehr als der Gegner.
"Die Mannschaft weiß, was zu tun ist - sie wehrt sich einfach", so Eberl. "Sie akzeptieren diese Ergebnisse nicht und drehen das Spiel. Das hat damit zu tun, dass wir eine riesige Intensität an den Tag legen. Dass wir sechs Kilometer mehr gelaufen sind, ist ein Ausdruck dafür."
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Leipzig in der Schlussphase völlig auseinanderfiel. Ansonsten wären nicht drei Gegentreffer innerhalb von sechs Minuten gefallen. "Ich dachte eigentlich, wir wären reifer. Wir verlieren unseren Kopf, wenn wir Gegentore kriegen. Da müssen wir kritisch mit uns sein", sagte Raum, der allerdings nachschob: "Bayern kann halt nachlegen. Wenn man sieht, wen sie einwechseln - Kimmich, Olise, Davies. Bayern ist in der Bundesliga eben die Nummer eins."
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Jonathan Tah und Michael Olise bejubeln den Sieg gegen RB Leipzig
Fotocredit: Getty Images
3.) Gamechanger Olise vereint Kunst und Effektivität
Ein Tor, drei Torvorlagen - und ganz viele Kunststücke. Olise war der Unterschiedsspieler auf dem Platz. In der 57. Minute eingewechselt, sorgte er direkt für den ersten Hingucker, indem er den Ball per Hacke auf das Tor lenkte.
Zwar wurde daraus kein Treffer, doch die Effektivität ließ nicht lange auf sich warten. Die Treffer von Kane und Pavlovic bereitete er per Flanke vor, das Tor von Tah per Eckball. Er vollendete seinen Gala-Auftritt mit dem eigenen Treffer zum 5:1-Endstand.
"Er ist einfach ein begnadeter Fußballer", lobte Eberl. "Als wir ihn von Crystal Palace geholt haben, sah man bereits, was er kann. Aber was er dann in den letzten eineinhalb Jahren zusammen mit dem Trainerteam erreicht hat, das ist schon außergewöhnlich. Er hat die Bereitschaft, immer weiter zu lernen und das Limit weiter nach oben zu schieben."
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