Drei Dinge, die beim FC-Bayern-Sieg in Köln auffielen: Serge Gnabry zeigt seine zwei Gesichter

Mit dem Auswärtssieg beim 1. FC Köln hat der FC Bayern München einen Hinrunden-Rekord aufgestellt und sich zum besten Herbstmeister der Bundesliga-Geschichte gekürt. Die Kölner spielten zwar mutig mit und gingen sogar in Führung, doch Bayern profitierte von einem genialen Moment von Serge Gnabry und hat den effektiveren Teenager im Kader. Drei Dinge, die auffielen.

Serge Gnabry gleicht für den FC Bayern in Köln aus

Fotocredit: Getty Images

Der FC Bayern München hat mit dem 3:1 (1:1) beim 1. FC Köln die erfolgreichste Hinrunde der Bundesliga-Geschichte abgeschlossen. Mit 47 Punkten und einer Tordifferenz von +53 wurde der eigene Rekord aus der Saison 2013/14 gebrochen.
Köln ging zunächst durch Linton Maina (41.) in Führung. "Wir waren selbst dafür verantwortlich, dass es in der ersten Halbzeit nicht so gut lief. Wir haben da sehr unsauber gespielt", sagte Leon Goretzka.
Dann allerdings drehte der FC Bayern durch die Treffer von Serge Gnabry (45.+5), Min-Jae Kim (71.) und Lennart Karl (84.) die Partie.
Drei Dinge fielen dabei auf …

1.) Kölner Leistung zeigt: Trainer und Mannschaft sind eine Einheit

Köln versteckte sich nicht. Der Aufsteiger verteidigte hoch, um Ballverluste zu forcieren und schnell umzuschalten. Bereits in der 2. Spielminute gab es die erste Kontergelegenheit. Said El Mala kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, scheiterte aber an Torwart Manuel Neuer. Auch der Führungstreffer durch Linton Maina resultierte aus einem Konter.
"Sky"-Experte Lothar Matthäus sah in dem guten Auftritt ein Beleg dafür, dass der in der Kritik stehende FC-Coach Lukas Kwasniok seine Spieler erreicht. "Ich glaube, dass der Trainer mit der Mannschaft eine Einheit stellt. Der Plan des Trainers wurde sehr ordentlich umgesetzt", so der frühere Bayern-Profi.
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Manuel Neuer rettet gegen Said El Mala

Fotocredit: Imago

Didi Hamann (ebenfalls "Sky") vertritt die gleiche Meinung: "Köln hat lange nicht gewonnen. Aber ich glaube, man hat heute gesehen, dass es in der Mannschaft stimmt. Aber jetzt müssen sie auch mal wieder Punkte holen."
Der Aufsteiger ist seit acht Spielen sieglos, das Band zwischen Trainer und Mannschaft ist dennoch stabil.

2.) Serge Gnabry zeigt seine zwei Gesichter

Serge Gnabry war beim 8:1-Jahresauftakt gegen den VfL Wolfsburg noch zum Zuschauen gezwungen. In Köln stand der 30-Jährige in der Startelf – und tat sich zunächst schwer.
Das Gegentor zum 0:1 resultierte aus seinem Ballverlust im gegnerischen Drittel. Es war das siebte Mal innerhalb der vergangenen elf Pflichtspiele, dass der FC Bayern in Rückstand geriet. Zum fünften Mal gewannen sie trotzdem.
"Wir wussten, wenn wir geduldig bleiben und unser Spiel spielen, gehen die Räume irgendwann auf", sagte Gnabry. "Dann haben wir verdient gewonnen. Im Moment schaffen wir es, auch bei Setbacks wieder ins Spiel zu finden und unserem Spiel treu zu bleiben."
Gnabry hatte großen Anteil daran, denn er sorgte neun Minuten nach dem Gegentreffer für den Ausgleich - und wie. Einen Pass von Michael Olise nahm er mit einem Kontakt so an, dass er per Lupfer an Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey vorbeikam. Dann der nächste Geniestreich: Aus spitzem Winkel schoss er den Ball gen Boden, wodurch dieser aufprallte und über Torwart Marvin Schwäbe hinweg ins Tor sprang.
Matthäus sprach von einem "Weltklasse-Tor." Sogar der verletzte Köln-Verteidiger Timo Hübers lobte: "Dass jemand so ein Tor schießt, habe ich lange nicht gesehen."

3.) Karl gewinnt das Teenie-Duell gegen El Mala

Lennart Karl und Said El Mala sind die beiden Entdeckungen dieser Saison. Zunächst allerdings stand lediglich El Mala in der Startelf, hatte sogar früh eine Torchance, tauchte danach allerdings ab. Bis zu seiner Auswechslung in der 78. Minute bekam er keinen weiteren Torschuss zustande.
"Er hat unauffällig weitergespielt – um es nett auszudrücken", sagte Matthäus. "Natürlich erwartet man von ihm immer Wunderdinge. Er hat Geschwindigkeit, es gibt einen kleinen Hype um ihn. Das muss er erst einmal alles wegstecken. Ich glaube aber, dass Lukas Kwasniok weiß, was er mit so einem Spieler zu tun hat. Er darf ihn nicht verheizen, sondern muss ihn auch ein bisschen beschützen. Die Fähigkeiten bringt er mit."
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Lennart Karl erzielte in Köln das entscheidende 3:1

Fotocredit: Getty Images

Karl wurde erst in der 67. Minute eingewechselt. Auch er hatte lediglich einen Torschuss. Der Unterschied: Dieser landete im Netz. Nach Vorarbeit von Luis Diaz traf der 17-Jährige ins lange Eck – und bewies einmal mehr seine Effektivität.
Wie groß seine Chance auf eine WM-Teilnahme ist? "Zurzeit bei 100 Prozent", sagte Matthäus. "So einen Spieler musst du mitnehmen. Du musst ihn nicht als Stammspieler mitnehmen. Du musst ihn als einen Spieler mitnehmen, den du genauso wie heute hier ins Spiel bringen kannst. Er macht dann Dinge, die der Mannschaft weiterhelfen können. Er ist in einer überragenden Form. Warum sollte man so einen jungen Spieler bremsen?"
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