Dreierpacker Deniz Undav verdirbt BVB-Rückkehr ins "Wohnzimmer" - Miese Stimmung vor Dortmunder Mitgliederversammlung

Deniz Undav hat Borussia Dortmund beim 3:3 (2:0) gegen den VfB Stuttgart einen bitteren Bundesliga-Abend beschert. Mit einem Dreierpack entriss der Stürmer dem BVB den Sieg und verhinderte vor der Mitgliederversammlung um Hand-Joachim Watzke die erhoffte Aufbruchstimmung. Zwar trafen Emre Can, Maximilian Beier und Karim Adeyemi für Dortmund, doch in der Schlussphase fehlte die nötige Stabilität.

Hoeneß feiert VfB-Dreierpacker Undav als "Man of the Match"

Quelle: Perform

Bevor er sich als Dreierpacker feiern ließ, umarmte Deniz Undav noch ein paar seiner frustrierten Dortmunder Gegner.
Es sah aus, als wollte sich der Stürmer des VfB Stuttgart entschuldigen - weil er als Partycrasher die Rückkehr der Borussia ins "Wohnzimmer" und die Stimmung vor der Mitgliederversammlung mit der Wahl von Hans-Joachim Watzke zum Vereinspräsidenten verdorben hatte.
"Gerade am Boden" sei die Laune beim BVB, gab Nationalspieler Maximilian Beier nach dem spektakulären 3:3 (2:0) gegen Undav und den VfB zu, erneut hatte es trotz Führung in der Schlussphase nicht zu seinem Sieg gereicht.
"Was bringt mir Spektakel, wenn wir wieder nur einen Punkt haben?", fragte Trainer Niko Kovac rhetorisch nach dem dritten verspielten Sieg in der Schlussphase. Zerstört hatte das so wichtige Erfolgserlebnis im ersten Heimspiel nach vier Wochen Undav - in "Gerd-Müller-Style", wie er selbst feststellte.

Undav zeigt Torjäger-Qualitäten

"Ball kriegen, Arsch raus, durch die Beine - die Tore sind mir am liebsten", sagte der 29-Jährige über den Ausgleich in der Nachspielzeit (90.+1), den er so ganz im Stile des "Bombers der Nation" erzielt hatte.
Undav schirmte den Ball mit dem Hinterteil ab, drehte sich um seinen Gegenspieler Nico Schlotterbeck herum und schoss ihm den Ball durch die Beine flach ins Tor. Ein Treffer, der - so der Schütze - bewies: "Ich bin eine klare Nummer neun."

Stuttgart macht BVB-Führungen wett

Schon zuvor hatte er das Dortmunder 0:2 durch Treffer von Emre Can mit einem von ihm verursachten Foulelfmeter (34.) und Beier (41.) wettgemacht - erst spektakulär mit dem Rücken zum Tor (47.), dann gedankenschnell mit der Fußspitze (71.).
Doch das 3:3 gefiel dem Nationalspieler, der zuletzt von Bundestrainer Julian Nagelsmann - wie auch Beier - nicht berücksichtigt worden war, am besten: "Ein typisches Stürmertor."

Adeyemi doch kein Match-Winner

Damit verhinderte Undav auch eine Geschichte, die dem BVB vor der JHV mit Watzkes Wechsel vom Profi-Boss zum Vereinsvater wohl deutlich besser gefallen hätte:
Karim Adeyemi wäre ohne den Last-Minute-Ausgleich nach seinem späten Tor zum 3:2 (89.) zum Matchwinner geworden - ausgerechnet nach dem Wirbel um seine Verurteilung wegen illegalen Waffenbesitzes.

Kovac setzt auf Adeyemi

Kovac, der den Nationalspieler nach dessen Ärger mit der Justiz wegen einer im Internet bestellten "Mystery Box" nicht "verbannen" wollte, hatte ihn zur Schlussphase eingewechselt - und bekam, was er erhofft hatte.
"Er hat der Mannschaft geholfen und genau das gezeigt, was er kann", lobte der Coach, "die Geschwindigkeit, das Tempo, die Geradlinigkeit, das ist das, was ihn auszeichnet."

Gedämpfte Stimmung beim BVB

Wegen Undav herrschte in Dortmund nach dem Schlusspfiff aber Enttäuschung. Den Start in den stressigen Jahresendspurt mit acht Spielen bis Weihnachten - sechs davon zu Hause - hatten sich Kovac und Co. nach den Reisestrapazen der vergangenen Wochen ganz anders vorgestellt.
"Wir müssen die Spiele besser nach Hause bringen", forderte Kovac, widersprach jedoch Beier: "Aber dass wir am Boden sind? Um Gottes willen. Wir sind noch dort, wo wir sein wollen, oben. Und am Ende werden wir auch oben bleiben."
(SID)
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Quelle: Perform


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