Younes Ebnoutalib wechselt von Elversberg zu Eintracht Frankfurt: Vom vereinslosen Stürmer zum Bundesliga-Transfer

Für eine Summe von rund zehn Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen hat Eintracht Frankfurt die Verpflichtung von Younes Ebnoutalib unter Dach und Fach gebracht. Der 22-Jährige Offensivakteur stürmte bisher für den SV Elversberg in der 2. Bundesliga - ein Wechsel in das deutsche Oberhaus war noch vor einem Jahr undenkbar. Was den Zwölf-Tore-Mann auszeichnet und für die SGE so begehrenswert macht.

Younes Ebnoutalib (SV Elversberg)

Fotocredit: Imago

Es war ein kalter, dunkler Abend Anfang des Jahres - genauer gesagt der 31. Januar, als der SV Elversberg den ersten Punkt im Jahr 2025 holte. Und Younes Ebnoutalib die ersten 14 Minuten Profifußball spielte.
Am Ergebnis konnte er damals nichts ändern, Elversberg kam nicht über ein 2:2 gegen den Karlsruher SC hinaus. Doch seit dieser Saison mischt der 22-Jährige nicht nur den kleinen Verein aus dem Saarland, sondern die gesamte Liga auf.
Mit zwölf Toren in 17 Spielen hat sich Ebnoutalib an die Spitze der Torschützenliste der zweiten Bundesliga und in das Visier gleich mehrerer Bundesligisten gespielt.
Eintracht Frankfurt erhielt im Wettbieten den Zuschlag, für acht Millionen Euro plus Boni ließ Elversberg seinen Ausnahmestürmer ziehen. Doch was macht den gebürtigen Hessen, der vor einem Jahr noch in der Regionalliga spielte, so besonders?

Vor einem Jahr noch Regionalliga

50.000 Euro zahlte die SV Elversberg vor einem Jahr, als sie den Offensivmann vom FC Gießen unter Vertrag nahm, einem Klub aus der Regionalliga Südwest.
Auf gerade einmal vier Einsätze kam Ebnoutalib in der Rückrunde der Vorsaison, allesamt Kurzeinsätze. In dieser Saison ist der Deutsch-Marokkaner schon Stammspieler, in der Offensive vielseitig einsetzbar, spielte zuletzt immer als Mittelstürmer.
In 17 Spielen kam er auf zwölf Treffer, im Spiel gegen Greuther Fürth gelang ihm sogar ein Dreierpack. Wechselgerüchte gab es seit einigen Wochen, obwohl Ebnoutalib vertraglich bis 2028 an Elversberg gebunden war und noch Mitte des Monats betonte: "Ich bleibe bis zum Saisonende in Elversberg. Das habe ich für mich so entschieden."
Ein Gedankenspiel während der Verhandlungen mit Eintracht Frankfurt soll gewesen sein, Ebnoutalib zu kaufen und noch bis Ende der Saison an den Zweitligisten auszuleihen. Aufgrund der akuten Personalsorgen für die SGE aber keine Option.
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Younes Ebnoutalib im Spiel gegen Preußen Münster.

Fotocredit: Imago

Mit Taekwondo auf Topniveau

Elversbergs Sportvorstand Ole Book hob den 22-Jährigen lobend hervor: "Einen Spieler mit diesem Potenzial und mit dieser Einstellung gibt es in dem Alter ganz selten."
Damit meint Book die "sehr seltene Mischung aus physischen und fußballerischen Fähigkeiten" des Stürmers, wie er im "kicker" beschrieb.
Mit seinen 1,91 Meter ist Ebnoutalib groß und dabei laut Book "sehr schnell, kann sehr viel laufen, gleichzeitig aber auch dribbeln und abschließen, das ist einfach eine sehr seltene Kombination, die ihn extrem attraktiv macht."
Ebnoutalib nennt seinen Vater Faissal, einen ehemaligen Taekwondo-Profi, als sein großes Vorbild. "Als ich klein war, hat er mich oft zum Taekwondo mitgenommen. Das hat mir sehr geholfen bei Spritzigkeit und Athletik – davon profitierte ich jetzt", sagte er der "Sportschau".

Zurück in die Heimat

Ebnoutalib stand bei seinen zwölf Toren oft genau richtig vor dem Tor, meist reichte ihm ein Ballkontakt für den Treffer. Der gebürtige Frankfurter ist ein Rohdiamant, der lange nicht als solcher erkannt wurde, und hat schon einige Stationen in seiner Fußballerkarriere hinter sich.
Nach Rot-Weiß Frankfurt und Wehen Wiesbaden in der Jugend schloss er sich der AC Perugia, einem italienischen Drittligisten, an, wagte allein den Schritt ins Ausland.
Nach eineinhalb Jahren setzte man ihn dort im Januar 2024 vor die Tür, nachdem er einen Mittelfußbruch erlitten hatte. Erst im Sommer kam er in Gießen unter, wo er ein halbes Jahr blieb und fünf Tore schoss. Der Rest ist Geschichte.
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Quelle: Perform


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