Drei Dinge, die bei FC Bayern gegen Heidenheim auffielen: Neuer-Vertreter Jonas Urbig erweist sich als "Kampfschwein"

Der FC Bayern München hat das Fußball-Jahr 2025 mit einem 4:0 (2:0)-Sieg beim 1. FC Heidenheim abgeschlossen. Außenverteidiger Josip Stanisic war im letzten Spiel vor der Weihnachtspause der effektivste Spieler auf dem Platz, auch Torwart Jonas Urbig hielt stark. Die Ersatzbank der Bayern erinnerte alterstechnisch dagegen an einen Schulausflug und brachte zwei bemerkenswerte Debütanten hervor.

100-Punkte-Mann Kane - die fantastischen Zahlen zum Bayern-Star

Quelle: Perform

Die letzte Pflichtaufgabe vor Weihnachten ist gemeistert. Josip Stanisic (15.), Michael Olise (32.), Luis Díaz (86.) und Harry Kane (90.+2) sorgten mit ihren Treffern für einen 4:0-Auswärtssieg beim 1. FC Heidenheim.
Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund beträgt nach 15 Spieltagen stolze neun Punkte. Damit ist die "Herbstmeisterschaft" rechnerisch sicher.
Der FC Bayern dominierte mit 73 Prozent Ballbesitz und einem Torschussverhältnis von 23:7 das Spiel, musste in der zweiten Halbzeit allerdings eine kritische Phase überstehen. "Uns fehlten neun Spieler", merkte Sportvorstand Max Eberl bei "DAZN" an. "Aber die Mannschaft hat das Spiel hochkonzentriert, hoch fokussiert und hochprofessionell angenommen."
Drei Dinge, die uns in Heidenheim auffielen:

1. Stanisic & Co.: Bayern-Abwehrspieler können Offensiv-Fußball

Ausgerechnet die Verteidiger sorgten für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Jonathan Tah hatte früh eine Kopfballgelegenheit, bekam allerdings nicht genügend Druck hinter den Ball. In der 15. Minute, als der FC Bayern in Führung ging, bewiesen gleich zwei Abwehrspieler ihre Kopfballstärke.
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Bayern-Profi Stanisic trifft gegen Heidenheim

Fotocredit: Getty Images

Tah köpfte den lang geschossenen Eckball von Michael Olise vor das Tor. Dort stand Stanisic genau richtig und traf aus wenigen Zentimetern per Kopf ins Tor. "Die Ecke zum 1:0 war so einstudiert, dass ich dann trotzdem durchlaufe und hoffe, dass der Ball irgendwie zu mir kommt. Und am Ende ist es ein Tor", erklärte Stanisic.
Heidenheim verteidigte tief in einer 5-3-2-Formation - lief aber zunächst nur dem Ball hinterher. Entlastung durch Ballbesitz? Fehlanzeige! In den ersten 20 Minuten hatte Bayern 83 Prozent Ballbesitz. Dadurch konnten auch die Verteidiger weit aufrücken und im gegnerischen Drittel für Akzente sorgen.
Das 2:0 durch Olise resultierte aus einem scharf geschossenen Ball von Innenverteidiger Hiroki Ito. Dieser prallte unglücklich am liegenden Patrick Mainka ab - und landete vor den Füßen von Olise. Der Franzose ließ die Chance nicht ungenutzt. Auch das 3:0 von Díaz war der starken Vorarbeit von Stanisic zu verdanken, der den Ball direkt auf den Kopf des Flügelspielers flankte.
Schlussendlich traf Kane zum 4:0 und verbuchte dadurch seine 100. Torbeteiligung in der Bundesliga. "Am Ende war es wieder ein guter Sieg", sagte der Engländer und lobte die komplette Mannschaft: "Die Teamenergie ist einfach unglaublich und schwer zu brechen."

2. Heidenheim setzt Nadelstiche, doch Urbig bleibt cool

Jonas Urbig vertrat den verletzten Manuel Neuer (Muskelfaserriss) und zeigte, wie viel er bereits vom fünfmaligen Welttorhüter gelernt hat. Der 22-Jährige positionierte sich weit vor dem Tor, sodass er lange Bälle von Heidenheim hoch klären konnte.
In der 8. Minute vereitelte er einen möglichen Konter bereits in der Entstehung. Zudem bewies er fußballerische Qualität: Wurde er von seinen Mitspielern angespielt, strahlte er selbst unter Druck Sicherheit aus – und fand fußballerische Lösungen. Neuer hätte ähnlich agiert.
Erst in der zweiten Halbzeit nahm das Offensivspiel von Heidenheim an Fahrt auf - dank der Einwechselspieler. Stefan Schimmer traf in der 55. Minute per Kopf die Latte. 13 Minuten später hatte Arijon Ibrahimović (Leihspieler vom FC Bayern) eine 100-prozentige Torchance, setzte nach einer tollen Vorarbeit von Sirlord Conteh den Ball allerdings über das Tor.
In der 78. Minute kam erneut Schimmer zum Abschluss – diesmal sogar völlig freistehend und mit ausreichend Zeit. Doch Urbig hielt den Ball fest. Kane lobte den Schlussmann: "Jonas hat einige richtig gute Paraden gemacht." Eberl sprach sogar von einer "herausragenden Parade".
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Jonas Urbig zeigte im Spiel gegen Heidenheim einige Paraden

Fotocredit: Getty Images

Trainer Vincent Kompany holte bei der Pressekonferenz noch weiter. Auf Urbig angesprochen blickte er auf das komplette Jahr 2025 zurück: "Es war nicht einfach für Jonas. Er kam aus Köln und hatte dort in dieser Zeit nicht gespielt. Aber wir waren überzeugt, dass aus ihm ein ganz starker Torwart wird - für uns und für Deutschland."
Der 22-Jährige habe "viel gelernt von Manu, aber er hat auch unheimlich hart im Training gearbeitet. Früher haben wir dazu immer Kampfschwein gesagt. Das ist seine Persönlichkeit." Die Leistung von Urbig dürfte den FC Bayern beruhigen, sollte sich die Verletzung von Neuer länger hinziehen als erwartet.

3. "Jugend forscht" auf der Ersatzbank - mit zwei Debütanten

Die vielen personellen Ausfälle des FC Bayern waren nicht unbedingt auf dem Platz spürbar, dafür aber auf der Ersatzbank. Mit Ersatz-Torwart Sven Ulreich, Linksverteidiger Alphonso Davies und Offensivspieler Serge Gnabry befanden sich dort lediglich drei gestandene Bundesligaspieler.
Die weitere Besetzung: Cassiano Kiala (16 Jahre alt), Deniz Ofli (18), Felipe Chavez (18), David Santos Daiber (18), Javier Fernandez Gonzalez (19) und Wisdom Mike (17). Mit Ausnahme von Mike – der bereits zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga und einen in der Champions League hatte - wurde keiner der genannten Spieler zuvor im Fußball-Oberhaus eingesetzt.
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David Michael Santos Daiber (FC Bayern München)

Fotocredit: Imago

Für zwei dieser Talente änderte sich dies in Heidenheim. Daiber gab sein Debüt, indem er in der 72. Minute eingewechselt wurde. Kaum auf dem Feld, bekam er von seinem Nebenmann Tah die ersten Anweisungen. Der junge Portugiese fügte sich gut in das Spiel ein, gewann einen Zweikampf und blieb bei 14 Pässen ohne Fehler.
In der Nachspielzeit durfte auch noch Kiala in der Bundesliga debütieren, da er für Dayot Upamecano eingewechselt wurde. Er kam zeitgleich mit Mike ins Spiel – so durften sie den gelungenen Jahresabschluss auf dem Feld mitfeiern.
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Eberl: Upamecano-Verlängerung "unsere oberste Priorität"

Quelle: Perform


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