FC Bayern München: Der Saisonendspurt auf Messers Schneide - das ist der größte Triple-Stolperstein des Rekordmeisters
Update 21/04/2026 um 14:14 GMT+2 Uhr
Die Deutsche Meisterschaft ist nach dem 4:2-Erfolg über den VfB Stuttgart eingetütet, doch für den FC Bayern beginnt die Saison jetzt erst richtig. Pokal-Halbfinale in Leverkusen, Champions-League-Kracher gegen PSG - das Triple scheint greifbar nah. Form, Stimmung und Momentum sprechen für die Münchner. Ein großer Stolperstein bleibt jedoch, denn eine Verletzungswelle kann man sich nicht erlauben.
Tormaschine rollt: Bayerns irre Rekordsaison mit schon 109 Treffern
Quelle: Perform
Keine Bierduschen, keine XXL-Party, kein rauschender Meisterabend. Schon vor dem 4:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart war intern klar: Sollte der Titel fix gemacht werden, würde beim FC Bayern nur kurz gefeiert. Sonder-Shirts, ein schnelles Essen mit Familie und Freunden, dann sofort voller Fokus auf das Pokal-Halbfinale am Mittwoch bei Bayer 04 Leverkusen (20:45 Uhr im Liveticker).
Und so kam es am Sonntagnachmittag auch. Denn die Botschaft in München ist eindeutig: Die Saison ist noch lange nicht vorbei - sie beginnt jetzt erst so richtig.
An der Säbener Straße dürfte den meisten Verantwortlichen nämlich klar sein: Ein so formstarker FC Bayern kann nur das Ziel haben, das absolute Maximum in allen Wettbewerben zu holen.
Das unterstrich auch Trainer Vincent Kompany nach dem Gewinn der Meisterschaft: "Die Saison ist noch nicht vorbei. Es gibt noch Dinge zu gewinnen. PSG in der Champions League, der Titelverteidiger, das ist wahrscheinlich die schwerste Herausforderung. Aber davor wartet Leverkusen."
Bayern und das Triple: Neun Spiele bis zur Ewigkeit
Die Zahlen zeigen, warum in München jetzt alles auf die großen Titel ausgerichtet ist. Sagenhafte 160 Pflichtspieltore erzielten die Bayern in dieser Saison - neuer Vereinsrekord. Der bisherige Bestwert von 159 Treffern stammte ausgerechnet aus der Triple-Saison 2019/20 und ist damit bereits übertroffen.
Für die Bayern stehen nach dem 35. Meistertitel - wenn alles gut läuft - noch neun Spiele auf dem Plan. Wirklich gemessen wird diese Mannschaft nun an den kommenden Wochen im Pokal und vor allem in der Champions League gegen Paris Saint-Germain.
Ein Blick auf die Leistungsträger zeigt, warum der Glaube an die perfekte Saison so groß ist. Manuel Neuer präsentiert sich einmal mehr extrem stark, Dayot Upamecano spielt konstant auf Top-Niveau und stabilisiert mit dem formstarken Jonathan Tah die Defensive. Joshua Kimmich denkt und lenkt das FCB-Spiel im Zentrum, hinzukommen die FCB-Angreifer um Michael Olise, Luis Díaz und Harry Kane auf absolutem Weltklasse-Niveau.
Ein weiterer Faktor: Die Mannschaft harmoniert unter Kompany hervorragend, die Stimmung gilt als ausgezeichnet, die Einsatzzeiten sind verteilt, viele Spieler fühlen sich eingebunden. Gegen Stuttgart durften etwa Nicolas Jackson und Raphaël Guerreiro ran - und trafen direkt.
Doch es gibt einen Stolperstein, der in München seit Jahren immer wieder auftaucht: die Verletzungen. Und genau sie könnten auch diesmal über Triumph oder Enttäuschung entscheiden.
Bayerns kleiner Kader lässt keine Verletzungswelle zu
Aktuell fehlen Tom Bischof und Lennart Karl noch mit Muskelfaserrissen, dürften aber zeitnah zurückkehren. Schwerer wiegt der Ausfall von Serge Gnabry. Der Nationalspieler fällt mit einem Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel für den Rest der Saison aus.
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Serge Gnabry wird dem FC Bayern länger fehlen
Fotocredit: Getty Images
Besonders bitter: Gnabry war zuletzt Stammspieler unter Kompany und zeigte etwa im Champions-League-Halbfinalhinspiel gegen Real Madrid, dass er wieder absolutes Top-Niveau erreicht hat. Insgesamt verzeichnet der 30-Jährige 21 Torbeteiligungen in dieser Saison (zehn Tore, elf Assists).
Jamal Musiala dürfte ihn ersetzen und findet nach schwierigen Monaten zunehmend zurück zu seiner Form. Dennoch bleibt ein im vergangenen Sommer viel diskutiertes Risiko: Der Kader ist in der Spitze stark, gleichzeitig mangelt es aber an Quantität.
Bricht ein weiterer Spieler aus der zentralen Achse weg, wird die Aufgabe gegen PSG noch komplizierter, als sie ohnehin schon ist. Gerade auf diesem Niveau entscheiden bekanntlich oft Nuancen.
Die Bayern kennen das schmerzhaft aus dem Vorjahr. Im Viertelfinale gegen Inter Mailand fehlten wichtige Kräfte wie Upamecano, Neuer, Alphonso Davies, Musiala oder Aleksandar Pavlovic. Das Resultat: das knappe Aus.
Auch in den Jahren unter Pep Guardiola (2013-2016) wiederholte sich dieses Muster mehrfach: Starke und vermeintlich unaufhaltsame Bayern, dann personelle Rückschläge in der entscheidenden Saisonphase.
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Kompany: "Wann kommt dieser Magic Musiala wieder?"
Quelle: Perform
Joshua Kimmich brachte die Bedeutung des Gnabry-Ausfalls am Sonntag auf den Punkt: "Serge fehlt uns brutal. In der Kabine, auf dem Platz. Das ist ein wirklich, wirklich großer Verlust - als Fußballer und als Mensch. Das wird uns wehtun, aber ich hoffe, dass wir das irgendwie auffangen können."
Klar ist aber auch: Auf manche Dinge haben die Münchner eben nur begrenzt Einfluss. Verletzungen lassen sich nie komplett verhindern, und für das Maximum braucht es immer auch das berühmte Quäntchen Glück.
Der Vorteil: Kompany wird die übrigen Bundesliga-Partien zur XXL-Rotation nutzen können. Wenn dann die Verletzungswelle ausbleibt, dürfte die echte XXL-Party für den Rekordmeister erst noch kommen.
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