Drei Dinge, die bei Hamburger SV - FC Bayern München auffielen: Harry Kane gibt den Mecker-Meister
Publiziert 31/01/2026 um 23:35 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München kommt beim Hamburger SV nicht über ein 2:2 hinaus, denn der HSV bereitete dem Tabellenführer mit ihrer mutigen Spielweise große Probleme. Dem deutschen Rekordmeister hingegen fehlte nach den vielen englischen Wochen die Energie. Nicht nur Sportvorstand Max Eberl fühlte sich aufgrund des Schiedsrichters und der Ballkinder sogar benachteiligt. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Eurosport
Der FC Bayern München bleibt das zweite Bundesliga-Spiel in Folge sieglos. Nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg vor einer Woche folgte beim Bundesliga-Aufsteiger Hamburger SV ein 2:2 (1:1).
Die Hamburger gingen durch einen Elfmeter von Fabio Vieira (34.) in Führung. Harry Kane (42.) gelang der Ausgleich.
Direkt zu Beginn der 2. Halbzeit brachte der frisch eingewechselte Luis Díaz (46.) die Gäste in Führung. Doch HSV-Verteidiger Luka Vuskovic (53.) glich per Kopfball zum 2:2 aus.
Drei Dinge fielen beim Bayern-Remis in Hamburg auf:
1. Mutiger HSV bereitet dem FC Bayern große Probleme
"Es war ein magischer Abend hier im Volksparkstadion", lobte HSV-Trainer Merlin Polzin. "Die Attribute, die wir vor dem Spiel eingefordert haben, was Mut, Galligkeit und Überzeugung anbelangt, haben wir in unserem Spiel wiedergefunden."
Tatsächlich hatte der HSV aus dem katastrophalen Hinspiel gelernt. Zur Erinnerung: In München lagen sie bereits nach 29 Minuten mit 0:4 zurück. Die Norddeutschen waren fußballerisch völlig überfordert und kamen nicht in die Zweikämpfe. Diesmal gab es nach 34 Minuten den Führungstreffer zu bejubeln, weil Vieira vom Elfmeterpunkt die Nerven behielt und in die linke Ecke traf.
Das Besondere: Die Führung war verdient, weil der Aufsteiger mutig spielte, hoch presste und nach Ballgewinnen schnell umschaltete. Die Hamburger hatten über das komplette Spiel zwar nur 28 Prozent Ballbesitz, mit 14 Torschüssen aber einen Abschluss mehr als der Gegner.
Mehrmals mussten die Abwehrspieler Dayot Upamecano und Min-Jae Kim in höchster Not einen Angriff vereiteln, auch Torwart Manuel Neuer war zu einigen Heldentaten gezwungen. Insbesondere die beiden Mittelfeldspieler Vieira und Albert Sambi Lokonga – beide haben eine Vergangenheit beim FC Arsenal – zeigten, dass sie fußballerisch dem FC Bayern etwas entgegenzusetzen haben.
Ebenfalls beeindruckend: Der HSV erholte sich schnell von dem Gegentreffer zum 1:2, der direkt nach der Halbzeit zugelassen wurde. Innenverteidiger Luka Vuskovic glich per Kopfball zum 2:2 aus. Die Hamburger hätten sogar gewinnen können, weil der herauseilende Neuer sich in der 74. Minute überspielen ließ. Doch Rechtsverteidiger Alphonso Davies klärte den Schuss von Vieira kurz vor der Linie.
Ein Erfolgsschlüssel der Hamburger waren die vielen Positionsveränderungen. "Durch die Rotationsbewegungen haben wir es immer geschafft, den Gegner auf so eine Art Reise mitzunehmen und deren Mann-zu-Mann-Orientierung für uns zu nutzen", erklärte der Trainer. Es war eine mutige Taktik, die gegen den eigentlich übermächtigen FC Bayern aufging.
2. Bayern ist im Januar die Energie abhandengekommen
Der Spielplan des FC Bayern war im Januar herausfordernd. "Es war ein sehr komplizierter Januar mit den sieben Spielen in 20 Tagen", sagte Sportvorstand Max Eberl. Die fehlende Energie war der Mannschaft anzusehen.
Lennart Karl versprühte weniger Spielfreude als sonst, scheiterte in der 15. Minute freistehend vor dem Tor an HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes und wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Harry Kane schoss zwar ein Tor, als ihm der Ball praktisch vor die Füße fiel, kam ansonsten aber kaum zum Abschluss. Michael Olise bereitete den Treffer für den eingewechselten Luis Díaz vor, biss sich ansonsten aber an der HSV-Verteidigung die Zähne aus.
Apropos Díaz: Der Flügelspieler traf zwar direkt nach seiner Einwechslung zum 2:1, hätte mit einem katastrophalen Fehlpass in der eigenen Hälfte allerdings auch fast ein Gegentor verschuldet. Kaum ein Spieler des FC Bayern konnte sein eigentliches Potenzial über die kompletten 90 Minuten abrufen.
"Es ist nicht einfach hier zu spielen. Wir mussten heute kämpfen", sagte Manuel Neuer. "Dass die anderen Mannschaften, die nicht international spielen, frischer sind als wir, ist auch klar." Umso glücklicher sind alle Beteiligten, dass sie vor dem nächsten Bundesligaspiel am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim durchschnaufen können.
"Wir sind froh, dass es vorbei ist", sagte Eberl über die vielen englischen Wochen. "Jetzt können wir ein Stück weit eben auch vom Kopf her mal abspannen, vom Kopf her mal runterfahren."
3. Kane, Eberl & Co hadern mit dem Schiedsrichter
Harry Kane war wütend, als er in die Katakomben kam – und fluchte. Der genaue Wortlaut war schwer zu verstehen. Er könnte sich über die eigene Leistung geärgert haben, möglicherweise aber auch über den Schiedsrichter. Die Bayern – und insbesondere Kane - haderten auffällig oft mit den Entscheidungen von dem Unparteiischen Harm Osmers.
"Wenn der Schiedsrichter nach dem Spiel ein Thema ist, dann ist das nie ein gutes Zeichen. Am besten ist es, wenn der Schiedsrichter nicht thematisiert wird, denn dann hatte er das Spiel unter Kontrolle.", sagte Neuer und drückte sich damit diplomatisch aus.
Eberl hingegen äußerte seine Kritik ganz offen: "Für das Produkt Bundesliga ist der Schiedsrichter schon auf sehr viele Fallen des HSV hereingefallen." Welche Entscheidungen ihn genau störten? "Das Foul gegen Harry Kane – das war letzter Mann. Und der gibt nicht einmal Foul. Er pfeift den Elfmeter gegen Jo (Kimmich), gut, kann er vielleicht geben. Aber dann muss er auch den für Michael (Olise) geben."
Auch die Ballkinder bekamen ihr Fett weg, weil sie den Ball offenbar nicht schnell genug herausgaben: "Was das Zeitspiel betraf, nervt mich die Thematik mit den Ballkindern. Ich bin froh, wenn wir endlich dieses Ballsystem haben, dass die Bälle einfach am Boden liegen. Wenn die Balljungen den Ball festhalten, nervt das. Es macht das Spiel kaputt."
Dennoch wollte Eberl dies nicht als Ausrede verstanden haben: "Das heißt nicht, dass wir das Spiel deshalb nicht gewonnen haben. Aber wir haben uns emotionalisieren lassen. Wir waren in Rage, waren nicht mehr so cool wie sonst."
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