FC Bayern München: Wie Vincent Kompany drei Stars um Serge Gnabry und Leon Goretzka recycelt hat - Aus alt mach neu

Der FC Bayern marschiert von Sieg zu Sieg, zeigt altbekannten Hunger und neue Lust. Ein Schlüssel zum aktuellen Erfolg: Trainer Vincent Kompany hat Spieler flottbekommen, die auf dem Abstellgleis standen, verunsichert wirkten und als Verkaufskandidaten galten. Nun gehören Serge Gnabry, Dayot Upamecano und Leon Goretzka zu den Stars, mit denen der Vertrag über 2026 hinaus verlängert werden könnte.

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Quelle: Eurosport

Ein Trainer kann eigentlich nur genießen, wenn die Saison vorbei ist, wenn ein Erfolg eingefahren, ein Titel geholt wurde. Während der Spielzeit mal eben den Moment genießen? Schwierig, aber nicht unmöglich. 
Vincent Kompany schlenderte am Donnerstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein über die Trainingsplätze des FC Bayern an der Säbener Straße, einen Coffee-to-go in der Hand und lächelte.
Er setzte sich auf einem Ball, beobachtete das Aufbauprogramm der Reha-Profis sowie die Übungseinheit der Ersatztorhüter. Kurz chillen. Aber wer Kompany kennt: Zugleich im Kopf tüfteln.
An den nächsten Aufstellungen und Systemen für die anstehenden Partien. Am Samstag geht es nach Sinsheim zum Duell mit der TSG Hoffenheim (ab 15:30 Uhr im Liveticker), Bundesligaalltag.

Chelsea-Stresstest bestanden

Das bärenstarke 3:1 gegen den FC Chelsea zum Auftakt der Ligaphase der Champions-League-Saison war ein weiterer Beleg für die Frühform der Münchner unter ihrem Trainer in dieser Saison.
"Wir haben einen Gegner geschlagen, der zwei internationale Titel gewonnen hat. Das ist schon ein gutes Zeichen", meinte Kapitän Manuel Neuer. Hinten stabil, nach vorne den Gegner ins Wanken bringen.
Die Bayern funktionieren, sie marschieren. Chelsea, der Klub-Weltmeister und Conference-League-Gewinner, war der erste echte Stresstest dieser Spielzeit. Haken dran, bestanden. Mit Bravour.
Auch dank Chefcoach Kompany, für den die Voraussetzungen in seinem zweiten Jahr deutlich besser sind. Der 39-Jährige kennt nun den Verein, die Mannschaft, Uli Hoeneß und die Tücken des Engagements beim Rekordmeister. Und er kennt seine Pappenheimer. Weil er sie selbst recycelt hat, wieder in Form gebracht hat. Aus Alt mach Neu.
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Quelle: Perform

Kompany fegt Altlasten weg

Max Eberl weiß das. Max Eberl gefällt das. "Vinnie hat ein sehr gutes Gespür für die Jungs", sagte der Sportvorstand. "Sie waren sehr lange da und trotzdem waren sie irgendwie ja auch - ich meine das nicht negativ - aber sie waren verbrannt."
Wen Eberl damit meinte? Zum einen wohl Kompanys Vorgänger Thomas Tuchel, der mit seinen speziellen Meinungen zu Bayern-Profis aneckte und den gesamten Verein in Unruhe brachte. Wäre es nach Tuchel gegangen, wären einige Spieler längst nicht mehr im Bayern-Kader. Doch es war Tuchel, der zuvor weg musste. So kann's gehen.
Bei den Profiteuren benannte Eberl explizit Angreifer Serge Gnabry. "Serge ist ein großer Profiteur von Vinnie", sagte er und dachte des Weiteren laut über Mittelfeldspieler Leon Goretzka sowie die mittlerweile abgewanderten Flügelspieler Kingsley Coman (zum saudi-arabischem Klub Al-Nassr) und Leroy Sané (Galatasaray Istanbul) nach.
Wen er nicht erwähnte: Dayot Upamecano. Was insbesondere auch auf den Innenverteidiger zutrifft, betonte Eberl: "Vinnie hat quasi aus diesen alten Spielern Neuzugänge gemacht." Gibt's gratis. Uli Hoeneß gefällt das am allermeisten.

Vertrauen in Gnabry zahlt sich aus

Aktuell zählen Gnabry (29) und Upamecano (26) wieder zur A-Elf, in der aktuell meist lediglich eine Position im zentralen Mittelfeld (Goretzka oder Aleksandar Pavlovic) offen ist.
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Quelle: Perform

"Ich hoffe, dass Serge fit bleibt und dieses Niveau, das er hat, halten kann", erklärte Kompany, "Serge ist schon immer ein Top-Spieler. Es ist nicht einfach, über sechs, sieben Jahre Top-Leistung zu bringen. Vielleicht hatte er mal Wackler. Aber er hat große Qualität, ich glaube an ihn und seine Stärken."
Das Vertrauen des Trainers ist der Schlüssel. Das braucht ein Spieler wie Gnabry. "Von einem Trainer, der auf ihn setzt und immer wieder auf ihn gesetzt hat - auch nach Spielen, wo es nicht ganz so gut war", erklärte Joshua Kimmich, seit gemeinsamen Tagen in der Jugend des VfB Stuttgart ein enger Kumpel von Gnabry.
"Bei Serge merkt man, dass dieses Vertrauen jetzt zurückkommt, dass er mehr Sicherheit bekommt. Jetzt spielt er auf einer anderen Position." Nicht mehr auf den Flügeln, sondern im Zentrum – als Zehner und damit Ersatz für den langzeitverletzten Jamal Musiala.

Gnabry: Verlängerung statt Verkauf?

Kimmich weiter: "Man merkt, dass er sich immer mehr damit anfreundet, dass er seine Räume findet, dass er da seine Stärken einbringen kann. Er wirkt sehr, sehr frei – auf dem Platz und neben dem Platz. Am Ende spiegelt sich das dann auch in seiner Leistung wider."
Auch Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen schwärmte vom alten, und doch neuen Gnabry, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall für die Heim-EM 2024 den Weg zurück ins Nationalteam unter Bundestrainer Julian Nagelsmann gefunden hat. 
"Serge ist super drauf, es macht große Freude ihm zuzusehen. Er spielt eine fantastische Saison bisher. Wir sind erst am Anfang, aber wir hoffen alle, dass er diese Form hält."
Was oftmals im Laufe einer Spielzeit der Knackpunkt bei Gnabry war: Höhen und Tiefen, wenig Konstanz. Bekommt er die Leistungsschwankungen in den Griff, erscheint eine Verlängerung seines 2026 auslaufenden Vertrags vorstellbar. Und das als Verkaufskandidat, der er in den vergangenen Spielzeiten so häufig war.

Upamecano mit Sprung unter Kompany

Der zweite Fall aus "Alt mach Neu" ist Upamecano. Der Innenverteidiger blüht unter dem ehemaligen Weltklasse-Innenverteidiger Kompany auf. Der Ex-Profi von Manchester City war es, der die Bosse bei seinem Amtsantritt vor 15 Monaten davon überzeugte, nicht – wie Tuchel – auf Matthijs de Ligt in der Stammabwehr zu setzen, sondern auf den Franzosen.
De Ligt wurde nach zwei Jahren in München für 45 Millionen Euro an Manchester United verkauft. Upamecano, dessen Vertrag wie der von Gnabry 2026 ausläuft, agiert seit vergangener Saison deutlich stabiler und zuverlässiger, hat mit Zugang Jonathan Tah nun scheinbar den perfekten Abwehrpartner gefunden.
Das Aufbauspiel und das pure Verteidigen gelingt Upamecano aktuell so gut, dass er heiß begehrt ist bei Europas Top-Klubs, etwa bei Real Madrid und einigen Premier-League-Klubs.
Die Bayern-Bosse arbeiten schon seit längerem an einer Vertragsverlängerung mit dem neuen, alten Upa. Sie versuchen ihn von einem Verbleib in München, von einer Weiterarbeit unter seiner Vertrauensperson Kompany zu überzeugen.
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Quelle: Perform

Bleibt Kompany über 2027 hinaus?

Es geht natürlich auch ums Geld beim französischen Nationalspieler (in der Abwehr der L`Équipe tricolore ist er ein Fixpunkt), zuletzt waren die Verhandlungen ins Stocken geraten. Upamecanos Management und der Spieler wissen um ihre komfortable Verhandlungsposition.
Nach dem 3:1 gegen Chelsea sagte Upamecano auf Nachfrage zum Stand seiner Zukunftsplanungen: "Ich fühle mich wohl hier und bin glücklich, mit einem sehr guten Trainer und großen Spielern zusammenarbeiten zu können. Mein Agent spricht mit den Verantwortlichen von Bayern. Die Gespräche laufen weiter. Wir werden sehen, was passiert."
Anders als im Fall Sané, der diesen Sommer den Verein ohne Ablöse-Entschädigung verließ, wollen die Münchner Verantwortlichen um Eberl einen ablösefreien Wechsel von Gnabry und Upamecano im Sommer 2026 verhindern.
Und wer weiß, womöglich spricht man auch mit Mittelfeldspieler Goretzka, dem dritten Profi, den Kompany wieder flottbekommen hat, über eine gemeinsame Zukunft. Allen Spielern ist vor allem wichtig zu wissen: Bleibt Kompany langfristig?
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Quelle: Perform


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