FC Bayern auf Rekordjagd: Mit purer Dominanz Richtung Triple - Pause im Februar für Champions-League-Coup im Mai?

Der FC Bayern fliegt durch die Bundesliga, bezwingt die Gegner nach Belieben und ist auf der Jagd nach neuen Rekorden. Das stößt nicht nur auf Bewunderung, die Kluft zur Konkurrenz wird größer und größer. Kritik an der Dominanz und daraus resultierenden Langweile "prallt an uns ab", so Sportvorstand Max Eberl. Dabei müsste die Bundesliga den Münchnern dankbar sein für deren Erfolge im Europapokal.

SotipptderBoss: BVB lässt wichtige Punkte bei Union liegen

Quelle: Eurosport

Max Eberl, der Bayern-Sportvorstand, wusste Bescheid. Joshua Kimmich dagegen, der Vize-Kapitän, nicht. Die UEFA hat vor Beginn dieser Champions-League-Saison, der zweiten im neuen Format mit einer Ligaphase und den zusätzlichen Playoffs vor dem Achtelfinale, eine neue Regelung eingeführt. Der FC Bayern München kann nun ein Profiteur dieser Neuerung sein - in doppelter Hinsicht. 
Dann, wenn die Bayern nächsten Mittwoch beim Auswärtsspiel bei der PSV Eindhoven (21:00 Uhr im Liveticker) mindestens ein Unentschieden schaffen, schließt man die Liga-Phase als Tabellenzweiter ab.
Die Folgen: Erstens ginge man dem höchst wahrscheinlichen Sieger der XXL-Vorrunde FC Arsenal bis zum möglichen Finale am 30. Mai in Budapest aus dem Weg. Und zweitens: Die Münchner hätten in jeder der K.o.-Runden ab dem Achtelfinale im Rückspiel jeweils Heimrecht.
"Das wäre enorm wichtig für uns", betonte Eberl, während Kimmich meinte: "Das wusste ich tatsächlich gar nicht. Jetzt will ich Zweiter werden." Für Kane ist Etappenziel Rang zwei "ein großer Anreiz".

Mehr Pause im Februar für Coup im Mai?

Was die Bayern nach dem glanzlosen, aber soliden 2:0 gegen Union St. Gilloise jetzt schon sicher haben: Das Ticket für das Achtelfinale und das Rückspiel-Heimrecht bis in ein mögliches Viertelfinale. Somit vermeiden sie die körper- und nervenaufreibende Strafrunde namens Playoffs im Februar. Letztes Jahr musste man sich gegen Celtic Glasgow behaupten, hat nun zwei englische Wochen weniger. Um mehr Körner ab März übrig zu haben, wenn's wirklich wichtig wird?
Die bayerische Bilanz in der Königsklasse kann sich wahrlich sehen lassen: Sieben Spiele, sechs Siege. Makellos – bis auf die 1:3-Niederlage beim FC Arsenal im November. Und national sind die Bayern ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany absolvierte die beste Hinrunde der Bundesliga-Historie mit 50 von 54 möglichen Punkten (lediglich zwei Remis) und einer atemberaubenden Tordifferenz von plus 53.
Zum Vergleich: In der vorherigen Saison mussten die Münchner nach drei Pleiten in den ersten sieben Champions-League-Partien Ende Januar bangen, stand nur auf Rang 15. Und waren aus dem DFB-Pokal bereits ausgeschieden. Ein Jahr später winkt das Triple am Horizont. Das Finale der Königsklasse, das die Bayern 2020 zuletzt erreichten (und mit 1:0 gegen PSG gewannen) scheint in Reichweite. "Ich würde nie sagen, dass wir Favorit sind", meinte Kompany am Mittwochabend, "aber wir sind in guter Form. Und wenn wir so weiter machen, ist alles möglich." Abgesehen vom FC Arsenal, souveräner Tabellenführer in der Premier League sowie in der Champions League, ist kein Team in Europa so konstant wie die Bayern.

Gelingt Bayern früheste Meisterschaft aller Zeiten?

Der letzte, falls überhaupt nötige Beweis der nationalen Dominanz des Rekordmeisters war das 5:1 am Samstag bei RB Leipzig – nach einem 0:1-Pausenrückstand gegen einen stark aufspielenden Gegner. Am Ende mündete die Partie dennoch in einen weiteren Kantersieg der Bayern. Die früheste Meisterschaft der Historie scheint realisierbar. In der Saison 2013/14 waren die Bayern im Debütjahr unter Chefcoach Pep Guardiola bereits Ende März nach dem 27. Spieltag durch, der Konkurrenz meilenweit enteilt. Wie aktuell.
Laaaaangweilig! Stöhnen viele Fans hierzulande auf. "Ich werde mich nicht beschweren, wenn wir die Liga schon im März oder April gewinnen", meinte Toptorjäger Harry Kane, dessen Titelsucht mit der Meisterschaft 2025 erst begonnen hat. Doch Erfolg auf Dauer macht einsam – und angreifbar. Denn durch die frappierende Überlegenheit sinkt die internationale Aufmerksamkeit für die Bundesliga. In der Folge könnten mittelfristig die Erlöse der TV-Auslandsvermarktung einbrechen.
Die Formel lautet: Mehr Konkurrenz, mehr Wettbewerb. Und: Mehr Spannung, mehr Relevanz. Helfen da eine andere Verteilung der nationalen TV-Gelder und eine Gehalts- bzw. Kader-Obergrenze? Mit 980,95 Millionen Euro ist der Kaderwert der Bayern beinahe doppelt so hoch wie der von Borussia Dortmund (502,90). Von Leverkusen immerhin Doublesieger 2024, mit nur 431,25 Millionen ganz zu schweigen.
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Der FC Bayern München jubelt in der Champions League 2026

Fotocredit: Getty Images

Jammern über die Dominanz? Eberl: Prallt an uns ab

Für den Rest der Bundesliga ist das so starke Abschneiden in Europa Fluch und Segen zugleich. Längst ist die Diskussion um die bayerischen Liga-Dominanz erneut entbrannt. "Das prallt an uns ab", meinte Sportvorstand Max Eberl nach dem Erfolg gegen St. Gilloise und erinnerte in guten Zeiten an schlechte Zeiten: "Als Leverkusen und Stuttgart vor eineinhalb Jahren vor uns standen, habe ich keinen Salary Cap gehört. Da haben wir richtig Hohn und Spott bekommen, dass wir nur Dritter wurden, nicht mal den Supercup spielen durften."
Mit dem Selbstbewusstsein des Seriensiegers stellte Eberl klar: "Ich fühle mich nicht ungerecht behandelt. Wir haben einen guten Job gemacht, stehen hochverdient da. Das zeigt, welche Kraft wir haben. Das ist alles nicht geschenkt." Der aktuelle Erfolg hat zwei Seiten: Die Überirdischen werden kritisiert und bewundert. Die Liga ächzt - und ist dankbar. Böse Bayern, nette Bayern.
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Harry Kane jubelt für den FC Bayern München in der Champions League 2026

Fotocredit: Getty Images

Wie so oft halten die Münchner im wichtigsten Wettbewerb des Kontinents fast alleine die nationale Fahne hoch. Während Bayern nach dem einzigen Bundesliga-Sieg dieser Woche in der Champions League vorzeitig im Achtelfinale steht, ist Eintracht Frankfurt nach einer Pleite in Aserbaidschan gegen Qarabag bereits raus (einen Abstieg in die Europa League gibt es nicht mehr). Der BVB kämpft nach dem 0:2 bei Tottenham Hotspur noch um einen Platz in den Top 8 der Tabelle, Leverkusen nach dem 0:2 bei Olympiakos Piräus als 20. ums Erreichen der Playoffs – um das Mindestziel.
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Kompany über Karl: "Wenn Harry Kane das macht…"

Quelle: Perform

In der Königsklasse sind den Bayern schon jetzt Einnahmen von mehr als 50 Millionen Euro an UEFA-Prämien sicher. Für die sechs Siege gab's je 2,1 Millionen, zwei Millionen für den Platz in den Top 8 und elf Millionen für den Achtelfinaleinzug. Da man mindestens Vierter wird, kommen 9,075 Millionen als Belohnung für die Abschlussplatzierung hinzu – bei Platz zwei sogar 9,625 Millionen. Verdient ist verdient. Andererseits: Die Kluft in der Liga wird dadurch größer und größer, weil sich die Münchner fortan wieder die teuersten Transfers leisten und die höchsten Gehälter bezahlten können. Zwölf Meistertitel in den vergangenen 13 Spielzeiten sagen alles.

Titellose Spielzeiten sind für Bayern pure Motivation

Das Paradoxe: Als Leverkusen die Phalanx der Seriensieger mit elf Meisterschaften in Serie mit einer grandiosen Saison unter Cheftrainer Xabi Alonso 2023/24 unterbrach, war dies für die gedemütigten Bayern ein Rückschlag – aber auch eine extreme Motivation. Die Reaktion auf eine schwache Saison wie etwa 2011/12 oder 2006/07 waren stets ausgiebige Shoppingtouren und eine fette Titelernte in der darauffolgenden Wut-Saison.
"Das ist für den FC Bayern auch immer wieder Ansporn, dann wirklich auch gute, versuchen gute Entscheidungen zu treffen, als Mannschaft wieder zusammenzuwachsen, als Verein wieder zusammenzuwachsen", erklärte Eberl. Der Schlüssel zum aktuellen Erfolg: Die Verpflichtung von Trainer Kompany.
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Kompany spricht über seine Rolle im Upamecano-Poker

Quelle: Perform


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