LIGAstheniker - FC Bayern München verliert, die Bundesliga staunt: Kann Borussia Dortmund das Momentum nutzen?

Der FC Bayern menschelt und verliert sein erstes Bundesligaspiel gegen Augsburg, Borussia Dortmund rückt nach dem Sieg bei Union Berlin ran und will die Liga spannend machen. Zumindest, wenn man der Ansage von Nico Schlotterbeck glauben darf. Fakt ist: Die Münchner sind auch in der Liga schlagbar. Der LIGAstheniker fragt sich in seiner Glosse, ob der BVB das Momentum nutzt und Taten folgen lässt.

Kompany braucht "Invincible"-Saison nicht: "Geht nicht um Rekorde"

Quelle: Perform

Liebe Fußballfreundinnen und Freunde,
Gott, Freunde, bin ich erleichtert. Es steckt also doch noch Leben in dieser Liga. Es gibt also noch Mannschaften, die einfach so nach München fahren, um Fußball zu spielen. Sich nicht vorher schon ins Höschen machen, die wissen, dass es bei 0:0 losgeht und dann 90 Minuten lang alles möglich ist.
Irre und doch eigentlich: die Essenz des Sports, der unmittelbare Vergleich im Wettkampf in der Zeit seines Geschehens. Zumindest an der Tabellenspitze war diese Essenz seit Saisonbeginn, sagen wir, absent.
Für Augsburg waren es "nur" drei Punkte, aber für die Liga könnte es ein Aufweckungserlebnis gewesen sein. Die erste Liganiederlage der Bayern nach 322 Tagen oder März 2025 besagt schließlich zweierlei: Das Team "Invincible" (O-Ton Vincent Kompany) ist vincible, also besiegbar.
Und: Die anderen können sie besiegen - nicht durch Glück, sondern weil sie besser waren. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dynamiken. Was heißt das nun?
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Harry Kane und der FC Bayern verlieren gegen den FC Augsburg

Fotocredit: Getty Images

Was macht Verfolger BVB daraus?

Die Meisterschaft ist längst entschieden, habe ich an dieser Stelle schon vor ein paar Wochen herumposaunt, der Osterhase wird den Bayern metaphorisch die Meisterschale überreichen. Das stimmt natürlich immer noch, der LIGAstheniker irrt sich nicht. Aber: Stimmt das überhaupt?
Die Bayern liegen mit acht Punkten und einem nicht mehr einholbaren Torverhältnis vor Dortmund und nur Dortmund kann die Meisterfrage noch beeinflussen.
Das ist einerseits schon wieder eine schlechte Nachricht für die Liga, weil der BVB in solchen sportlichen Zuspitzungen gerne mal die Flatter macht. Nico Schlotterbeck verwies am Wochenende auf die Saison 2022/23, als der BVB schon einmal bis zu zehn Punkte Rückstand auf die Bayern wettmachte, die Tabellenführung übernahm und die Meisterschaft dann doch noch am letzten Spieltag vergeigte.
2019 reichte dem BVB selbst ein 9-Punkte-Vorsprung zur Winterpause nicht zur Meisterschaft, die sich – logisch - der FCB krallte. Was also sagt dieses Augsburg-Momentum am 19. Spieltag für das große Ganze aus? Dreht sich vielleicht gerade noch mal was?

"Nullpunkt" und ein neuer Saisonbeginn?

Bayern-Trainer Kompany spricht vom "Nullpunkt", er meint es positiv und will nächste Woche, am 20. Spieltag, schon wieder eine neue Serie der Unbesiegbarkeit starten.
Genauso könnte aber dieses eine Spiel der Augsburger das Nullpunktspiel einer ganzen Liga sein, insbesondere der Bayern-Verfolger: Wir wissen jetzt, dass es geht und wie es geht! Lassen wir es uns noch einmal durch die Synapsen träufeln: AUGSBURG WAR BESSER ALS BAYERN! Mutiger, überzeugter, aggressiver! Und jetzt wirken lassen… Also: Kann der Saison von hier aus noch mal ein Neustart gelingen?

Schlotterbeck droht den Bayern

Nico Schlotterback, derzeit die heißeste Personalie der Dortmunder, ist schon ob seiner virtuosen Robustheit einer, der gerne mit dem Feuer spielt. Ob beim Tackling im eigenen Strafraum oder bei der Medienarbeit in der Mixed Zone. Sein Vertrag läuft 2027 aus, der BVB möchte verlängern, die nationalen und internationalen Verehrer stehen Schlange.
Aber warum sollte er bei einem Klub verlängern, der das Augsburg-Momentum nicht zu nutzen weiß? Der sich selbst kleiner macht als er ist, während er selbst immer größer wird?
Also nutzt er das Momentum, spricht davon, dass er nicht will, dass die Saison schon im März entschieden sei (er liest offenbar den LIGAstheniker), dass er da sein möchte, wenn die Bayern Fehler machen und straucheln, dass "die" ja noch zu ihnen kommen. Das klingt bei ihm wie eine Drohung und dass ein Dortmunder den Bayern droht, kommt eher selten vor.
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Nico Schlotterbeck und der BVB lassen die Muskeln spielen

Fotocredit: Getty Images

Hat Dortmund jetzt auch sein Momentum?

Dieser 19. Spieltag hatte auch ein Dortmund-Momentum. Das 3:0 gegen Union am Samstagabend, viel besser kann man das kaum spielen. War das schon eine erste, schnelle, unmittelbare Reaktion des BVB auf den bayerischen Nullpunkt gegen Augsburg wenige Stunden zuvor?
Nach dem Motto: Seht her, wir legen jetzt nach, wir sind hier nicht der Osterhase, sondern der Rammler von der Ruhr, der zum letzten Halali ruft. Die Bayern werden frühzeitig Meister, ich bleibe dabei. Immerhin: Spätestens am 24. Spieltag im Heimspiel gegen die Überbayern können Schlotterbeck & Co. mich eines Besseren belehren.

Kommentare bei Eurosport.de geben stets ausschließlich die Meinung des/der jeweiligen Autors/Autorin wieder, nicht die der gesamten Redaktion.
ZUR PERSON: THILO KOMMA-PÖLLATH
Der Sportjournalist und Buchautor ("Die Akte Hoeneß") beleuchtet in seinem wöchentlichen Blog all das Geschehen in der Fußball-Bundesliga für Eurosport.de. Oft skeptisch, ironisch, kritisch - aber einer muss schließlich den Ball flach halten.

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Kompany nach erster Pleite: "Bundesliga ist nicht einfach"

Quelle: Perform


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