Said El Mala verzückt Köln und weckt Erinnerungen wie Begehrlichkeiten: Der beste Teenager seit Lukas Podolski

Zehn Punkte nach sechs Spielen, Platz sechs in der Tabelle - Aufsteiger 1. FC Köln ist die Überraschungsmannschaft der bisherigen Bundesliga-Saison. Zu großen Teilen daran beteiligt: Said El Mala. Der 19-Jährige entschied die Partie am Freitagabend in Hoffenheim quasi im Alleingang. Seine Fähigkeiten erinnern an einen ganz großen Kölner - und wecken Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz.

Said El Mala vom 1. FC Köln sorgt in der Domstadt für Begeisterung

Fotocredit: Getty Images

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Am einen Tag kommt man beim Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus, am nächsten feiert man sein Startelf-Debüt, schießt seine Mannschaft nach einem Super-Solo zum Auswärtssieg und wenig später ziert der eigene Nachname die Headlines der Sport-Magazine des Landes.
So, oder zumindest so ähnlich muss sich Said El Mala nach dem Wochenende gefühlt haben. Das Sturmjuwel des "Effzeh" ließ bei seinem Treffer gegen die TSG am Freitagabend (1:0) gleich drei Hoffenheimer Gegenspieler wie Slalomstangen aussehen.
Vor Lob konnte sich der U21-Nationalspieler anschließend kaum retten. "Said hat ein gesundes Selbstvertrauen. Und er hat bewiesen, dass er das Level für die Bundesliga hat", sagte Mitspieler Joel Schmied nach dem Auswärtssieg.
Trainer Lukas Kwasniok wollte von zu viel "Hype" um den zugegebenermaßen noch eher unerfahrenen El Mala nichts wissen und drückte vorsichtshalber auf die Bremse: "Wir haben so viele Talente gesehen, die schon im Alter von 17 Jahren zum Weltstar geschrieben wurden: Von denen hörst du nichts mehr", sagte der Coach bei "Sky" und fügte hinzu: "Das Einzige, das dir hilft, ist harte Arbeit und demütig zu bleiben."

El Mala über Gladbach-Jugend nach Köln

El Mala wurde 2006 im niederrheinischen Krefeld geboren und durchlief die Jugendmannschaften bei Borussia Mönchengladbach sowie dem TSV Meerbusch. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Malek wechselte er zur Saison 2023/24 in die U19 von Viktoria Köln.
Dort machte der 1,83 Meter große Dribbelkünstler mit 14 Treffern in 42 Drittligaspielen auf sich aufmerksam. Im Sommer 2024 sicherte sich der namhafte Stadtrivale die Dienste der El-Mala-Brüder - der ältere Bruder Malek ist Mittelstürmer.
Aufgrund der Transfersperre beim damaligen Zweitligisten verblieb das Duo noch eine Saison bei Viktoria, ehe in diesem Sommer der Schritt zum "großen" Nachbarn erfolgte.
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Said El Mala (l.) bejubelt seinen Treffer

Fotocredit: SID

Während Malek allerdings vermehrt in der U21 des "Effzeh" zum Einsatz kommt, traf Bruder Said als Ergänzungsspieler am zweiten Spieltag gegen den SC Freiburg, sein Tor-Debüt in der Bundesliga.
Nicht nur deshalb durfte der Jugend-Nationalspieler gegen Hoffenheim dann endlich von Beginn an ran: "Er hat sich das verdient, von Anfang an zu spielen", sagte Teamkollege Dominique Heintz über El Mala, "denn wenn er reingekommen ist, hat er immer für Belebung gesorgt."

El Mala und der Podolski-Vergleich 

In der Medienstadt werden ob seiner Leistungen bereits leise Erinnerungen an einen ganz großen Kölner wach: Lukas Podolski war der letzte 19-Jährige, der im Trikot des FC für solch Furore sorgte, wie nun El Mala.
Der Weltmeister von 2014 unterschrieb im November 2003 seinen ersten Profivertrag, kurz darauf erzielte er - damals noch 18-jährig - gegen Hansa Rostock sein erstes Bundesliga-Tor.
Podolski schrieb im Trikot seines Herzensvereins Geschichte: In 19 Erstliga-Spielen erzielte der spätere Nationalspieler zehn Tore, das war zuvor noch keinem 18-Jährigen in der Bundesliga gelungen. Den Abstieg konnte er zwar nicht verhindern, mit gerade einmal 19 schoss er Köln als Torschützenkönig der 2. Bundesliga (24 Tore in 30 Spielen) aber nach bereits einem Jahr zurück ins Oberhaus.
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Lukas Podolski in seiner Debüt-Saison beim 1. FC Köln im Jahr 2003

Fotocredit: Getty Images

So weit ist El Mala noch lange nicht. Fünf Kurzeinsätze sowie ein Startelfeinsatz können für einen echten Vergleich zur Kölner Legende Podolski natürlich nicht herhalten. Aber seine zwei Tore sowie die Anlagen des jungen Offensivmanns wecken beim lange Zeit arg gebeutelten Müngersdorfer Klub schöne Erinnerungen.
Podolski selbst lobte El Mala im "Express" - drosselte aber gleichzeitig die Euphorie: "Er hat ein schönes Solo-Tor gemacht. Ich habe auch einige schöne Tore gemacht. Aber am Ende zählt für mich: Er hat das Tor gemacht, er hat dem Verein geholfen, drei Punkte zu sammeln und darum geht es. Dass am Ende medial mehr daraus gemacht wird, ist klar."

FC Bayern und BVB strecken ihre Fühler aus

Doch das "schöne Solo-Tor" weckt bereits Begehrlichkeiten: Wie "Sky" berichtete, haben gleich zwei Hochkaräter den Youngster ins Visier genommen. Demnach habe der FC Bayern München und Borussia Dortmund Interesse an den Diensten El Malas.
Wie der Kölner "Express" erfahren haben will, habe sich der BVB bereits nach dem Offensivmann erkundigt, als dieser noch für Viktoria Köln in der 3. Liga gespielt habe.
Doch der "Effzeh" hat vorgesorgt: Erst im Juli verlängerte man den Vertrag des Top-Talents vorzeitig bis 2030, eine Ausstiegsklausel steht nicht in dem Arbeitspapier. In der kommenden Wechselperiode würde der Aufsteiger selbst ein Angebot in von Höhe von 40 Millionen Euro ablehnen, berichtet der "Express".
Die Chancen stehen also gut, dass die Kölner Fans noch eine Weile ihre Freude an El Mala haben dürfen. Vielleicht ist das ja gerade der Beginn einer großen Karriere.
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Polanski: "Bis auf Weiteres gilt bis auf Weiteres"

Quelle: Perform


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