Trainer Sandro Wagner mit dem FC Augsburg vor wegweisendem Duell gegen Heidenheim - Krisenmodus an beim FCA?

Vier Spiele, drei Niederlagen: Trainer Sandro Wagner ist mit seinen Augsburgern in der harten Bundesliga-Realität angekommen. Nach seinem forschen Auftreten vor Saisonbeginn ist der 37-Jährige pragmatischer geworden und fordert von seiner Mannschaft, positiv zu bleiben. Mario Basler aber bezeichnet ihn als "überheblich", Friedhelm Funkel kritisiert den Spielstil. Wie Wagner auf die Krise reagiert.

SotipptderBoss: Wagner und FCA ziehen Kopf aus der Schlinge

Quelle: Eurosport

Spätestens nach dem letzten Spiel ist Sandro Wagner in seiner neuen Bundesliga-Realität angekommen. Ein 1:4 in Überzahl kassierte sein FC Augsburg zu Hause gegen Mainz 05, es ging hinunter auf Platz 16 in der Bundesliga-Tabelle.
Und nun fällt auch noch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw wochenlang wegen eines Innenbandanrisses aus. Das Kellerduell gegen den bisher punktlosen 1. FC Heidenheim (Samstag, 15:30 Uhr im Liveticker) ist schon jetzt richtungsweisend für den FCA - und seinen neuen Coach.
Drei Niederlagen nach vier Bundesliga-Partien - den Start bei seiner ersten Station als Bundesliga-Trainer hat sich Wagner sicher anders vorgestellt.
"Ich habe den Anspruch, den Fans mit schönem Fußball schöne Nachmittage zu bereiten. Das ist uns nicht gelungen und tut wirklich weh", sagte er nach dem Spiel gegen Mainz. Erste Kritiker äußern sich schon, Wagner reagiert mit einem Federer-Vergleich.
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Sandro Wagner beim FC Augsburg.

Fotocredit: Getty Images

Basler kritisch: "Arrogant"

Mit ordentlich Selbstbewusstsein hatte sich der frühere Co-Trainer von DFB-Coach Julian Nagelsmann bei den Fuggerstädtern vorgestellt. Der 37-Jährige sprach davon, "angezündet zu sein von Sekunde eins an" und hoffe, nicht so "grau" zu werden wie Bastian Schweinsteiger.
Auch nach der knappen 2:3-Niederlage gegen den Rekordmeister sorgte Wagner für Verwunderung: Er sagte über seine Mannschaft, er sehe nicht, "dass wir weniger Qualität haben als die Bayern".
Für den früheren FCB-Profi Mario Basler ist vor allem diese Art Wagners problematisch. Basler hält den 37-Jährigen für "überheblich" und "arrogant", wie er im "Doppelpass" auf "Sport 1" sagte.
Das werde ihm auf die Füße fallen, prognostizierte der Experte: "Ich weiß nicht, ob der FC Augsburg das eine ganze Saison durchhält und auch aushält mit dem Trainer. Er muss mal langsam wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen." Also demütiger sein und sich auf den Fußball konzentrieren?

Zweikampfquote im Keller: Funkel kritisiert Spielstil

Neben seiner exzentrischen, selbstbewussten Art gibt es auch sportliche Kritik an Wagner. Trainer-Urgestein Friedhelm Funkel ging in seiner "kicker"-Kolumne besonders auf das letzte Spiel ein.
"Gegen Mainz gewann das Team nur 40 Prozent Zweikämpfe", schrieb Funkel darin. "Doch gerade diese Disziplin sorgte in der Vergangenheit dafür, dass der FCA so lange ununterbrochen in der Bundesliga spielt: Zweikampfhärte, Aggressivität, die Bereitschaft, alles zu geben, um dem Gegner das Leben schwer zu machen."
Mit Wagners Art, Fußball zu spielen habe "Augsburg nicht das Potenzial, in der Tabelle weit nach oben zu klettern." Gegen Heidenheim droht dem FCA sogar, auf den letzten Tabellenplatz abzustürzen.
Schon zehn Gegentore kassierte man, im Schnitt 2,5 pro Partie. Zu fehlerbehaftet das Spiel - zu komplex Wagners Idee dahinter?
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Nach Dominik Kohrs Roter Karte spielte Augsburg gegen Mainz in Überzahl.

Fotocredit: Getty Images

Federer-Vergleich: Wagner gibt sich optimistisch

Immerhin: Der Trainer selbst hat den Glauben an sich und die Mannschaft noch nicht verloren. Im Gegenteil: Er verwies auf der Pressekonferenz vor dem Heidenheim-Spiel auf Tennis-Superstar Roger Federer.
Der Schweizer habe über 80 Prozent seiner Matches gewonnen, allerdings "nur" 54 Prozent der Punkte, sagte der frühere Stürmer: "Fast jeder zweite Ball ist ein Fehler! Da geht es darum, zu switchen und schnell wieder ins Positive zu gehen."
Die aktuelle Trainingswoche der Augsburger sei die "beste" gewesen, die er bisher dort hatte. "Es hat Spaß gemacht, muss ich sagen. Hört sich blöd an, aber ich habe viel gelernt. Die Tage waren echt geil. Als Gruppe haben wir extrem viel mitgenommen."
Das Selbstbewusstsein scheint der 37-Jährige nach drei Niederlagen noch nicht verloren zu haben. Gegen Kellerkind Heidenheim wolle man sich aber auf die Lauf- und Zweikampfstärke konzentrieren. Also: zurück zu den Basics.
Ob der FCA den Spaß und die neue Einfachheit auch auf dem Platz zeigt, wird man gegen Heidenheim sehen. "Ich spüre schon massiv Druck, den habe ich aber von Tag eins gespürt", gestand Wagner bei "Sky" vor dem 5. Spieltag. "Wenn ich mit den Bundesliga-Trainerkollegen spreche, dann spüren sie alle massiven Druck. Aber das wusste ich vorher und zum Glück macht mir das nichts aus. Ich kann damit gut umgehen" - jetzt müssen nur auch die Ergebnisse folgen.
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Quelle: Perform


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