Eurosport
Star-Exitus um Florian Wirtz, Granit Xhaka und Xavi Simons in der Bundesliga: Nur noch Sprungbrett nach England?
Von
Publiziert 05/08/2025 um 13:19 GMT+2 Uhr
Florian Wirtz, Hugo Ekitiké und Thomas Müller sind schon weg, Xavi Simons oder Benjamin Sesko könnten folgen. Die Bundesliga verliert viele Stars - und nur wenige neue kommen hinzu. Die höchste deutsche Spielklasse droht zunehmend zur Ausbildungsliga für die Premier League zu werden. Doch nicht nur England lockt. Immer wieder wechseln Profis im besten Alter auf Deutschland in den Nahen Oten.
Florian Wirtz ist nur einer von vielen Top-Stars, der die Bundesliga im Sommer verlassen hat
Fotocredit: Getty Images
Florian Wirtz bevorzugt für die Jagd nach Europas Krone die Anfield Road. Granit Xhaka spielt lieber in England gegen den Abstieg als in Deutschland um Titel.
Thomas Müller zieht es auf der Karriere-Zielgeraden über den großen Teich. Die Bundesliga hat in diesem Sommer bereits einige ihrer größten Stars verloren - und weitere Attraktionen stehen kurz vor dem Absprung.
Die deutsche Eliteliga spiele "international weiterhin nicht die ganz große Rolle", urteilte Oliver Kahn deshalb im "kicker"-Interview: "Wenn ich mich irgendwo auf der Welt mit Leuten unterhalte, gibt es für die keinen großen Unterschied zwischen der Bundesliga, Serie A und Ligue 1. Die Premier League und La Liga heben sich deutlich ab." Deshalb könne er auch Jungstar Wirtz "gut verstehen", der zum FC Liverpool und nicht zu den Bayern wechselte.
Es müsse die Verantwortlichen aber "schon nachdenklich machen, wenn einer der besten deutschen Spieler lieber nach England wechselt statt zum FC Bayern", führte der frühere Bayern-Vorstand aus. Er sehe im deutschen Fußball "eine trügerische Attraktivität".
Engländer auf Shopping-Tour in Deutschland
Denn Wirtz ist längst nicht der Einzige, den andere Ligen mehr reizen als die deutsche Eliteliga. Volle Stadien, herausragende Stimmung oder perfekte Rahmenbedingungen reichen in der heutigen Zeit längst nicht mehr.
Xhaka beispielsweise wechselt vom Bundesliga-Zweiten Bayer Leverkusen zu Premier-League-Aufsteiger AFC Sunderland, Hugo Ekitiké oder Jeremie Frimpong zieht es für fette Millionenbeträge nach Liverpool.
Auch die Leipziger Benjamin Sesko und Xavi Simons stehen für gutes Geld kurz vor dem Absprung auf die Insel. Selbst bei durchschnittlichen Bundesligaspielern wie Anton Stach oder Damion Downs greifen englische Klubs tief in die Tasche. Finanziell können die deutschen Vereine nicht mithalten.
"Wir können und werden nicht bedingungslos in dieses Rennen einsteigen, wenn Spieler bei den Top-Klubs Begehrlichkeiten wecken", sagte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann im "kicker": "Die Verdienstmöglichkeiten auf dem internationalen Markt haben sich verändert, so auch die Transferkosten für gestandene Spieler mit internationaler Erfahrung."
Echte Top-Stars Mangelware
Die SGE musste neben Ekitiké zuletzt auch Tuta im besten Fußballeralter nach Katar ziehen lassen, der Stuttgarter Enzo Millot geht mit 23 Jahren wohl nach Saudi-Arabien.
Derweil sind neue Stars Mangelware. Als fertiger Weltklassespieler kommt nur Luis Díaz von Liverpool zu den Bayern, ansonsten haben aber auch die national so dominanten Münchner auf dem internationalen Markt Probleme.
In die deutsche Eliteklasse kommen hauptsächlich aufstrebende und hoffnungsvolle Toptalente wie Jobe Bellingham, Jarell Quansah, Malik Tillman oder Johan Bakayoko - die Liga wird als Sprungbrett gesehen, Stichwort: Farmers League.
Um das zu ändern, müsse der deutsche Fußball wieder eine Identität entwickeln. "Bewusst provokativ stelle ich mir, wenn ich den deutschen Fußball gerade sehe, die Frage: Wofür steht der deutsche Fußball heute eigentlich?", sagte etwa Matthias Sammer: "Ich kann es nicht erkennen." Viele Stars offenbar auch nicht.
Das könnte Dich auch interessieren: Streit eskaliert: Barça leitet Verfahren gegen ter Stegen ein
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/08/03/image-9d9d1750-0e56-4a12-9da2-478618f7b24b-85-2560-1440.jpeg)
Son über Abschied: "Worte der Kollegen rührten mich"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung