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Trauer um Ulli Potofski: Moderatoren-Ikone nach "kurzer, schwerer Krankheit" verstorben - Lockenkopf mit losem Mundwerk
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Update 06/08/2025 um 15:15 GMT+2 Uhr
Ulrich "Ulli" Potofski ist tot. Der aus Gelsenkirchen stammende Sportjournalist ist nach "kurzer, schwerer Krankheit" am vergangenen Sonntag gestorben, wie sein Sender Sky bestätigte. Potofski, der ein Pionier der modernen Bundesliga-Berichterstattung war, wurde 73 Jahre alt. Zuletzt arbeitete Potofski, der im Frühjahr über mehrere Klinikaufenthalte gesprochen hatte, für den Pay-TV-Sender "Sky".
Ulli Potofski ist tot
Fotocredit: Imago
Ulli Potofski war nie um einen lockeren Spruch verlegen, erst recht nicht mit 73 Jahren. "Auf Schalke suchen sie auch noch einen Trainer", sagte die deutsche TV-Ikone noch im April zu Xabi Alonso, als der damalige Leverkusen-Coach partout nicht über seine Zukunft sprechen wollte.
Sprüche wie diese konnte sich Potofski als prägende Figur der deutschen Sport-Berichterstattung leisten - nun ist seine Stimme für immer verstummt.
Der aus Gelsenkirchen stammende Potofski sei nach kurzer, schwerer Krankheit am vergangenen Sonntag gestorben, teilte sein Arbeitgeber "Sky" mit.
"Ulli war ein echtes Unikat - mit großer Leidenschaft für den Sport, einer unverwechselbaren Stimme und der Fähigkeit, Menschen mit seiner uneitlen Art, Herzlichkeit und Begeisterung zu berühren", sagte "Sky"-Sportchef Charly Classen auf "SID"-Anfrage.
Potofski hatte aus seinen gesundheitlichen Problemen zuletzt kein Geheimnis gemacht. Seit 2019 betrieb er den täglich erscheinenden Podcast "Herz, Seele, Ball", dort erzählte er noch am Donnerstag: "Ich bin wieder in meinem Krankenhaus gelandet, werde hier hoffentlich gut versorgt. Und Herz, Seele, Ball macht weiter." Doch es sollte seine letzte Folge werden.
Mit Fug und Recht darf Potofski als Pionier der Bundesliga-Berichterstattung im Privatfernsehen betrachtet werden. Noch bevor Reinhold Beckmann in der legendären roten Jeansjacke auf "SAT.1" "ran" moderierte, ging Potofski ab 1988 auf "RTL" mit der Sendung "Anpfiff" auf Sendung.
Der Lockenkopf mit losem Mundwerk sorgte für neuen Schwung in den deutschen Wohnzimmern, die jahrzehntelang nur die zunehmend angestaubte "ARD"-Sportschau gekannt hatten.
Show-Elemente, ein lockerer Ton und - damals ein echter Aufreger - Werbepausen brachten Traditionalisten zur Verzweiflung, tatsächlich aber war Potofskis Ansatz wegweisend. Kein Wunder, dass "Sky" bis zuletzt an dem Urgestein festhielt.
"Wir verlieren einen Kollegen, der mit Kreativität, Humor und großem persönlichem Engagement die Sportberichterstattung über Jahrzehnte hinweg bereichert hat", schrieb der TV-Sender.
Auch abseits des Sports war Potofski gerne unterwegs, kommentierte den Domino Day auf "RTL", nahm 2016 an der Tanzshow Let's Dance teil und schrieb Jugendfußball-Romane wie "Locke bleibt am Ball". Zuletzt trat er aber, zunehmend gekennzeichnet von seiner Erkrankung, immer seltener in Erscheinung.
"RTL"/"ntv"-Reporter Felix Görner, ein langjähriger Weggefährte Potofskis, hatte bis zuletzt noch Kontakt zu seinem Kollegen. Potofski habe sein "Schicksal mit großer Kraft angenommen, zuletzt hatte er noch gescherzt, dass er in der neuen Saison noch einmal nach Schalke zurückkehren wolle, um ein paar Interviews am Spielfeldrand zu führen", sagte Görner.
Dazu wird es nun nicht kommen. Potofski hinterlässt seine Lebensgefährtin Nadja, der er Anfang Juli auf Instagram noch eine Liebeserklärung gemacht hatte.
"In guten wie in schlechten Zeiten! Meine Lebensgefährtin Nadja war immer da, ist immer da", schrieb er und fügte an: "Auf die nächsten Jahre in Liebe und Zuversicht." Nun aber ist Ulli Potofski gestorben.
(SID)
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