Der FC Bayern München träumt in der Champions League wieder vom Henkelpott - und geht eine riskante Wette ein

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Mit dem Auftakt gegen Bodö/Glimt, das Überraschungsteam der vergangenen Champions-League-Saison, beginnt für den FC Bayern am Donnerstag die Königsklasse. Doch haben die Münchner im dritten Jahr unter Trainer Vincent Kompany wirklich das Zeug zum Henkelpott? Ist der Kader nach dem Sommertransfer-Fenster besser aufgestellt - oder fehlen echte Backups für Harry Kane und Luis Díaz? Eine Analyse.

Kompany: "Bayern muss die Champions League gewinnen wollen"

Quelle: Perform

Das 0:0 bei Aufsteiger FC Schalke war ein Ausrutscher des FC Bayern München, "eine Eintagsfliege" wie es Kapitän Manuel Neuer nun bezeichnete.
"Wenn wir das richtige Tempo gehen und den Gegner müde spielen können, haben wir Chancen, Schwachstellen auszunutzen", sagte der 40-Jährige mit Blick auf den Beginn der diesjährigen Champions-League-Saison mit dem Auftaktspiel am Donnerstag (21:00 Uhr im Liveticker) in der Allianz Arena gegen Bodö/Glimt aus Norwegen.
Es soll der Startschuss einer ganz besonderen Reise sein. Mit dem Henkelpott als Sehnsuchtsziel am Horizont. Da ist man intern klar.
Diesmal will man bei Bayern nicht um den heißen Brei herumreden, sondern sagen, was Sache ist: Der Pott soll her.

Krönt Bayern die Saison im Juni in Madrid?

Trainer Vincent Kompany, nach zwei Jahren mit fünf nationalen Titeln (darunter zwei Mal der Supercup-Gewinn) dekoriert, machte den Anfang. Der 40-Jährige stellte bereits Anfang August während der Asien-Tour unmissverständlich klar: "Wir wollen die Champions League gewinnen, daran gibt es keinen Zweifel."
Also zog Sportvorstand Max Eberl (52), ansonsten wie der Trainer eher aus der Abteilung Vorsicht, nun in "Sport Bild" nach und sagte: "Wir wollen ins Finale und es im besten Fall auch gewinnen. Dafür werden wir alles tun." Das Ziel: Der Henkelpott, Nummer sieben. Das Finale steigt am 5. Juni am Sehnsuchtsort Madrid, im Stadion von Atlético.
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Champions League: Vincent Kompany will mit dem FC Bayern den größten Titel in Europa gewinnen

Fotocredit: Getty Images

In seiner Debütsaison schafften es die Kompany-Bayern ins Viertelfinale, scheiterten auch aufgrund zahlreicher Verletzungssorgen am späteren Finalisten Inter Mailand (1:2/2:2). Ein Jahr später war nach dem Weiterkommen gegen Real Madrid erst im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain Endstation - ein Jahrhundertspiel und ein Abnutzungskampf (4:5/1:1).
Im Interview mit Eurosport-Partner "TNT Sports" betonte nun Toptorjäger Harry Kane, der dem Titel in der Königsklasse eine gefühlte Ewigkeit nachjagt: "Wir sind sehr nah dran. Vergangene Saison haben Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht. Wir gehen jetzt in diese Saison und sagen: Es muss unser Jahr werden."
Deutlicher kann man es nicht sagen. Das steckt an.
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Harry Kane gewinnt den Goldenen Schuh

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Der Henkelpott als Motivation für Neuers Extra-Jahr

Auch Torhüter Neuer ist vom Henkelpott-Virus infiziert, sagte am Mittwochmittag an der Säbener Straße: "Es ist unser großes Ziel, Champions League-Sieger zu werden. Wir haben bittere Niederlagen erlebt, aber das ist für uns auch eine zusätzliche Motivationsspritze."
Speziell für ihn wäre es ein Traum, auf seiner Abschiedssaison nach dem letzten Pflichtspiel seiner Karriere, die Trophäe entgegennehmen zu dürfen. "Wir haben das Potenzial. Das war auch ein Grund, warum ich weitergemacht habe. Mir würde es persönlich alles bedeuten, wenn es das dritte Mal mit der Champions League klappen würde."
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Manuel Neuer nach dem Spiel gegen seinen Ex-Klub Schalke 04

Fotocredit: Getty Images

Wie einst Bayerns Torhüter-Legende Sepp Maier, der den Europapokal der Landesmeister von 1974 bis '76 drei Mal hintereinander gewann. Andere Zeiten, ein anderer Wettbewerb. Doch es steht in den Geschichtsbüchern. Damals gingen die Münchner um Beckenbauer, Müller, Hoeneß & Co. nach dem ersten Cup-Gewinn als Favorit auf der größten europäischen Bühne ins Rennen.
Und diesmal? Kann der ersehnte siebte Coup gelingen? Dafür müsste erst PSG, der Champion der Jahre 2025 und 2026, eliminiert werden. Oder Finalist FC Arsenal, einer der acht Ligaphasen-Gegner. Hat diese Bayern-Mannschaft den Coup im dritten Jahr Kompany im Tank? Ist man echt titelreif? Weil besser besetzt?

Hamann: "Saibari ist wie ein schlechter Kane"

Didi Hamann, Ex-Bayern-Profi und "Sky"-Experte, glaubt das nicht. "Die Bayern sind nicht besser als letztes Jahr. Die beiden Spieler, die kamen, sind Brown und Saibari", sagte Hamann, "bei Alphonso Davies ist man sich intern nicht sicher, ob der noch mal kommt. Bei Musiala gibt es im Moment aus anderen Gründen auch ein Fragezeichen."
Kane und Saibari seien jeweils "nicht der Schnellste. Bei Saibari sagen sie, dass er vier Positionen spielen kann. Ich glaube, die einzige Position, die Saibari spielen kann, ist hinter Kane, weil er auf außen zu langsam ist. Allerdings ist da Serge Gnabry eine Klasse besser, den sie noch sehr vermissen."
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Kompany: "Haben nicht vergessen, wie gut Gnabry ist"

Quelle: Perform

Der Offensiv-Allrounder steht rund fünf Monate nach seiner schweren Verletzung unmittelbar vor dem Comeback. Hamann mit einem deutlichen Urteil über Saibari: "Er ist ein wunderbarer Fußballer, aber zu langsam. Er ist wie ein schlechter Kane."
Sieht man an der Säbener Straße anders. Mit den Transfers von Nathaniel Brown und Ismael Saibari, zusammen für rund 100 Millionen Euro Ablöse verpflichtet, habe man nicht nur zwei Spieler geholt, sondern decke gleich mehrere Positionen ab.
Brown kann Links- oder Rechtsverteidiger spielen, Zehner wie zuletzt als Musiala-Ersatz, aber auch Achter und Sechser. Der Marokkaner Saibari soll für Flexibilität in der Offensive sorgen. Dahinter hat man noch die Campus-Talente Maycon Cardozo (17) und Tim Binder (19), der am Donnerstag einen Profi-Vertrag bis 2030 unterschrieb, für die offensiven Positionen.

Goretzka und Guerreiro werden nicht vermisst

Das Fazit: Mit dem Tempo, der Passsicherheit und Abschlussstärke von Brown sowie der Undav-mäßigen Gerissenheit von Saibari wirkt Bayern variabler, schwieriger auszurechnen. Die Mittelfeldspieler Leon Goretzka (jetzt Aston Villa) und Raphael Guerreiro (noch ohne Verein) werden nicht vermisst. Mittelfeld-Talent Bara Ndiaye (18) verstärkt den Kader auf der Sechser-Position in der Breite, er braucht noch Zeit.
Einziges Manko in der Zusammenstellung des Kaders, den Trainer Kompany ganz bewusst lieber kleiner und damit kompakt hält: Ein klarer Kane-Backup wie letzte Saison mit Leih-Stürmer Nicolas Jackson vom FC Chelsea (auch bei Aston Villa) fehlt. Intern gilt Gnabry als Kane-Ersatz, auch auf der Mittelstürmer-Position. Auch für Linksaußen Luis Díaz fehlt ein klarer Plan B wie auf dem rechten Flügel mit Lennart Karl für Michael Olise.
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Michael Olise hat beim FC Bayern noch einen Vertrag bis 2029

Fotocredit: Getty Images

Als eher etwas hängende Spitze. Nachdem Arijon Ibrahimovic erst nach der Leihe zum 1. FC Heidenheim und seinem dort sehr ansprechenden Jahr beim Bundesliga-Absteiger im Sommer zurückbeordert war, konnte er Kompany in der Vorbereitung nicht restlos überzeugen. Ibrahimovic wurde kurzfristig noch für eine Saison an den FC Augsburg abgegeben. Den Kaderplatz des 20-Jährigen, der als Zehner oder hängende Spitze agiert, können Nachwuchs-Spieler wie Cardozo oder Binder einnehmen. Linksaußen Wisdom Mike (17) wechselte für fünf Millionen Euro Ablöse plus Boni zum Club Brügge. Zehner Felipe Chávez (19) wurde für eine Saison an den 1. FC Magdeburg verliehen.

"Wir erwarten sehr viel von den Jungs, da hilft diese Extra-Schärfe"

Um alle Superstars und Sternchen bei Laune zu halten, möchte Kompany seinen Kader lieber in überschaubarer Größe anleiten. Motto: Klein, aber oho. Als Anti-Ego-Maßnahme, damit kein (Ersatzbank-)Frust aufkommt. 23 Profis, darunter drei Torhüter – so der Plan. Die zehn Feldspieler-Positionen sind doppelt besetzt, dahinter lauern Talente aus dem eigenen Stall, dem Campus. Die Kompaktklasse soll auch für Qualität im Training sorgen. "Wenn viel Konkurrenz da ist, muss man immer viel leisten", sagte Kompany am Donnerstag. "Wir erwarten sehr viel von den Jungs, da hilft diese Extra-Schärfe." Voraussetzung: Alle sind fit und gesund - was im Laufe einer Saison eher selten der Fall ist.
Die kleine Kadergröße ist ehrenwert, weil dies dem Verein Gehälter einspart. Aber auch zielführend und damit erfolgversprechend? Es ist eine Wette auf die Gesundheit. Zu viele Einzig für Abwehrspieler Sacha Boey fand man im Sommer keinen Abnehmer. Das nächste Transferfenster im Januar kommt bald. So schnell wie der Winter.
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