Bayern-Ehrenpräsident Hoeneß: Eberl hat "Eigenbrötler-Dasein" geführt, sich aber zum Positiven verändert
Von Alex Frieling
Update 15/09/2026 um 13:04 GMT+2 Uhr
Uli Hoeneß hat beim FC Bayern mit seinen öffentlichen Aussagen über die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl für Unmut gesorgt. Der FCB-Ehrenpräsident räumte nun selbst ein, dass seine Prognose zur später erfolgten Vertragsverlängerung intern alles andere als gut angekommen war. "Mit meinem Interview am Tegernsee, mit meinen 100 Prozent, habe ich genug Ärger gehabt - intern", erklärte Hoeneß.
Uli Hoeneß spricht offen über Max Eberl
Fotocredit: Getty Images
Im Sommer hatte sich Hoeneß mehrfach öffentlich zur Zukunft Eberls geäußert. Vor dem DFB-Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart (3:0) hatte er die Chancen auf eine Verlängerung des ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrags noch auf "60 zu 40" beziffert und damit öffentlich Zweifel an der Zukunft des Sportvorstands geschürt.
Im Trainingslager am Tegernsee legte sich Hoeneß kurz darauf aber nahezu fest und erklärte mit Blick auf eine Eberl-Verlängerung: "Im Moment glaube ich: 100 Prozent."
Nun sprach der 74-Jährige am Rande der Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen der Basketball-Abteilung des FC Bayern über Eberls fixe Vertragsverlängerung (bis 2029).
Hoeneß zufolge seien er selbst, Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Herbert Hainer inzwischen deutlich besser über die Arbeit des Sportvorstands informiert. Zuvor habe Eberl "so ein bisschen ein Eigenbrötler-Dasein geführt", was den Verantwortlichen "nicht gefallen" habe. Das habe Eberl aber mittlerweile "grundlegend geändert".
Hoeneß: "Antwort zwischen Pest und Cholera"
Hoeneß machte deutlich, dass er sich bei seiner 100-Prozent-Antwort in einer schwierigen Situation befunden habe. "Wenn ich an dem Tag 80 Prozent gesagt hätte, dann hätte es noch mehr Ärger gegeben. Deswegen war das eine Antwort zwischen Pest und Cholera", sagte der einstige Bayern-Präsident.
Letztlich sollte Hoeneß mit seiner Prognose aber recht behalten: Wenige Wochen später verlängerte der deutsche Rekordmeister den Vertrag mit Eberl.
Dass sich die Haltung gegenüber dem 52-Jährigen innerhalb der Klubführung gewandelt hat, führt Hoeneß auch auf Veränderungen in der Zusammenarbeit zurück. Eberl habe sich "im letzten halben Jahr innerhalb des Vereins mehr geöffnet", erklärte er zudem.
Auch mit Eberls Arbeit auf dem Transfermarkt zeigte sich Hoeneß zufrieden. Besonders die Strategie, Neuzugänge möglichst frühzeitig unter Vertrag zu nehmen, um mögliche Preissteigerungen nach der Weltmeisterschaft zu vermeiden, sei umgesetzt worden. "Also da ist gute Arbeit geleistet worden", bilanzierte Hoeneß.
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