Bundestrainer Joachim Löw zur Vertragsverlängerung bis 2020: Entscheidung mit "Kopf" und "Herz"

Bundestrainer Joachim Löw hat seinen ursprünglich nach der WM 2018 auslaufenden Vertrag beim DFB vorzeitig bis 2020 verlängert. Auf der Pressekonferenz in der DFB-Zentrale in Frankfurt bestätigten beide Vertragsparteien den neuen Kontrakt. Löw habe die Entscheidung mit "Herz" und "Kopf" getroffen. Seine Visionen und Motivation sei immer noch da. Die wichtigsten Zitate zum Nachlesen.

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Joachim Löw über ...

... einen geplanten Besuch beim Papst: "Es wäre für die Spieler natürlich schön, nach dem Spiel in San Marino mal in den Vatikan zu gehen. Dass wir eine Audienz beim Papst haben, ist etwas tolles und spannendes. Es ist wichtig, dass sich die Mannschaft auch mal um etwas anderes kümmert, als immer nur den Sport."
... was passieren müsste, damit er zurücktritt: "Ich gehe nach einer Vertragsverlängerung nicht von einem großen Misserfolg aus. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Es geht eher darum, ob man noch Visionen hat, noch Ideen, wie man die Mannschaft weiterentwickeln kann."
... die Vertragslaufzeit: "So einen Rentenvertrag bis 2022 würde ich nicht unterschreiben, das ist zu lang gedacht. Bis 2020 ist absolut in Ordnung. Wenn was schiefgehen würde, dann können wir alle offen über alles reden."
... die Verträge von Andi Köpke und Thomas Schneider: "Es ist reine Formsache, bis diese Verträge auch verlängert werden. Ich habe immer gesagt, dass es für mich Voraussetzung ist, dass das Team so bleibt, wie es ist."
... die Entwicklung von jungen Spielern: "Wenn man in einem Turnier ist, muss man die beste Mannschaft spielen lassen. Da darf man nicht die entwicklungsfähigste Mannschaft spielen lassen. Man darf bei jungen Spielern nicht erwarten, dass die Spieler von heute auf morgen Leistungen abrufen, die dafür reichen, Weltmeister zu werden. Die Spieler sind auf einem guten Niveau, aber sie müssen auch noch viel lernen. Ich gebe ganz bewusst solchen Spielern gegen Gegner wie Finnland oder San Marino die Chance, sich im Rahmen der Nationalmannschaft weiterzuentwickeln."
... seine Mannschaft: "Heutzutage sind wir Vorbild für viele Mannschaften und darauf können wir alle, auch die Vereine, stolz sein. Das macht natürlich auch riesig Spaß."
... seine Anfänge beim DFB: "Ich muss auch Jürgen Klinsmann erwähnen, der mich zur Nationalmannschaft geholt hat. Wir haben damals gesehen, dass wir mit unserer Art und Weise Fußball zu spielen, nicht in der Weltklasse befunden haben. Es war für mich toll zu sehen, wie die Mannschaft sich über die Jahre weiterentwickelt haben, bis wir 2014 Weltmeister geworden sind. Die Zeit als Co-Trainer war für mich sehr wichtig. Ich habe mich zu der Zeit enorm entwickelt. Als Vereinstrainer hast du nur den Blick auf die jeweilige Liga. Bei der Nationalmannschaft habe ich das gelernt. Das hat meinen Horizont erweitert."
... die WM-Affäre 2006: "Es steht mir nicht zu, darüber jetzt etwas zu sagen. Mit dem jetzigen Präsidium habe ich großes Vertrauen. Ich spüre als Trainer den Rückhalt und das Vertrauen. Auch bei der Niederlage gegen Frankreich habe ich das gespürt. Als ich gesagt habe, dass ich noch einen weiteren Trainer mit Markus Sorg dabei haben will, hat Herr Grindel sofort gesagt, dass er das versteht und es umgesetzt."
... eine Rückkehr in den Klub-Fußball: "Natürlich kann ich mir das noch vorstellen, noch einmal einen Verein zu trainieren. Ich liebe die Arbeit mit einer Mannschaft auf dem Platz. Meine Entscheidung ist klar für den DFB gefallen, weil mir gerade die Turniere viel Spaß machen. Eine WM oder EM ist für mich wie die Champions League. Für mich ist es eine unheimliche Motivation, mit der jetzigen Mannschaft in Richtung Turnier zu gehen. Es macht mir momentan viel Spaß. Aber es ist nicht unvorstellbar, dass ich noch einmal einen Verein trainiere."
... Klauseln im Vertrag: "Wenn man heute Verträge abschließt, dann gibt es immer die Fragen nach Klauseln. Die gibt es natürlich immer! Ich glaube, dass es wichtig ist, ob die Arbeitsweise erfolgsversprechend ist. Der DFB und ich sind schon lange verbunden, dass Klauseln für mich keine Rolle spielen. Wenn es mal Probleme geben sollte, dann können wir immer darüber reden."
... den Zeitpunkt der Verlängerung: "Ich wusste, dass der Präsident mir die Verlängerung schon während der WM angeboten hatte. Normalerweise stehen die Gespräche nach einer geschafften Qualifikation an. Mich hätten ein paar Fragen über meinen Vertrag aber auch nicht gestört. Ich denke, es war ein guter Zeitpunkt. Ich habe langfristige Visionen und langfristige Ziele."
... die Verlängerung: "Ich bedanke mich bei Reinhard Grindel, bei Generalsekretär Friedrich Curtius, dem gesamten DFB-Präsidium und der Liga für die Unterstützung und das Vertrauen, meinen Vertrag zu verlängern. Bedanken möchte ich mich auch bei Oliver Bierhoff, Andreas Köpke, Thomas Schneider und Marcus Sorg sowie dem gesamten Team hinter dem Team. Unsere Zusammenarbeit ist von großem Vertrauen geprägt. Wir alle wollen bei der WM in Russland den Erfolg von Brasilien bestätigen. Es bereitet mir große Freude, die Mannschaft und die Spieler zu entwickeln, sie an das höchste Level heranzuführen - das spornt mich genauso an, wie einen Titel zu holen. Aktuell zählt für uns einzig und allein, uns als Gruppenerster für die WM in Russland zu qualifizieren."

Reinhard Grindel (DFB-Präsident):

"Ich habe immer betont, dass ich mir keinen besseren Trainer für unsere Nationalmannschaft vorstellen kann als Jogi Löw. Er hat die Mannschaft in den vergangenen Jahren mit seiner Leidenschaft und einer hohen fachlichen Kompetenz geprägt, weiterentwickelt und zum WM-Titel geführt. Er strahlt eine große Entschlossenheit und Motivation aus, den WM-Titel 2018 in Russland verteidigen zu wollen. Es ging beiden Seiten darum, Planungssicherheit zu schaffen und ohne störende Spekulationen konzentriert die sportlichen Herausforderungen angehen zu können. Wir freuen uns, dass wir unsere äußerst vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit über die WM hinaus fortsetzen können und Jogi Löw auch 2020 die 'Mannschaft' führen möchte, wenn wir in München mit unseren Heim-Gruppenspielen in die EURO starten wollen."

Friedrich Curtius (DFB-Generalsekretär):

"Unsere Gespräche waren wie in den vergangenen Jahren auch diesmal geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Jogi Löw ist mit seiner Kompetenz und seinem Auftreten auf und neben dem Platz eine ideale Besetzung als Bundestrainer. Die Verträge von Oliver Bierhoff und Marcus Sorg laufen bereits bis 2020, mit Andy Köpke und Thomas Schneider werden wir jetzt auch sprechen. Wir sind sehr zufrieden, dass wir damit in der Führung der Nationalmannschaft eine Kontinuität gewährleistet haben."
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