Balotelli: Der neue Zlatan

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Mit dem AC Mailand und dem FC Barcelona treffen zwei Schwergewichte des europäischen Fußballs aufeinander. Die Verhältnisse sind geklärt - so scheint es. Milan-Besitzer Silvio Berlusconi hofft auf ein Wunder. Mit einer enthusiastischen Generation und einem Offensiv-Duo der besonderen Art kann der große Wurf gelingen.

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"Das hier ist ein anderes Milan, wir bleiben aber immer Milan", stimmt Verteidiger Philippe Mexès seine Kollegen vor der Begegnung mit dem FC Barcelona (ab 20:45 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) ein.
Knapp ein Jahr ist vergangen, seitdem der Franzose mit dem AC Mailand gegen eben jene katalanische "Übermannschaft" im Viertelfinale der Champions League scheiterte. Seither befinden sich die "Rossoneri" im Umbruch. Der Mannschaft wurde ein neues Gesicht verpasst. Junge Spieler geben Grund zu Zuversicht.
Das Nonplusultra - schon wieder!
Milans Vizepräsident Adriano Galliani gibt sich vor dem Duell im Giuseppe-Meazza-Stadion gelassen. "Barcelona ist seit langer Zeit das beste Team Europas, aber wir sind relativ entspannt." Auch wenn er bereits ein wenig mit dem Schicksal hadert: "Der Zufall will es so, dass wir sechs Mal in zwei Saisons gegen Barcelona spielen mussten. Wir haben deshalb aber keinen psychologischen Nachteil."
Besitzer Silvio Berlusconi geht indes einen Schritt weiter. Der große "Zampano" hat schon vor Anpfiff der Partie ein Mittel gegen die aktuell bestens aufgelegten "Katalanen" ausgemacht. "Muntari und Flamini werden gegen Messi spielen, jeder eine Halbzeit lang", kündigt er an. "Es wird schwer, das Feld und das Spiel zu kontrollieren, so wie wir das immer wollen. Aber ich bin sicher, dass wir keine schlechte Figur abgeben werden", verrät er "Sportmediaset".
Und einmal in Fahrt, fordert der ehemalige italienische Ministerpräsident von seiner Mannschaft eine Rückbesinnung auf alte, traditionelle Spielmuster: "Meiner Meinung nach sollte Messi in Manndeckung genommen werden. Ich würde zu einem Mittelfeld und einer Abwehr raten, bei der ein Spieler Messi von Flügel zu Flügel verfolgt. Sonst haben wir keine Chance."
Balotelli schmerzlich vermisst
Der personelle Umbruch bei den Italienern - mit dem Verlust der gestandenen Stammspieler Gennaro Gattuso, Mark van Bommel, Clarence Seedorf und Andrea Pirlo - hat nach einer neuen Mannschaftsstruktur verlangt. Nach dem aufgrund finanzieller Schwierigkeiten notwendig gewordenen Verkauf von Thiago Silva und Super-Star Zlatan Ibrahimovic liegen die Hoffnungen auf Mario Balotelli.
Die Verantwortlichen des Vereins ließen in den vergangenen Tagen keine Möglichkeit aus, ihre Neuverpflichtung in den höchsten Tönen zu loben: "Balotelli inspiriert die anderen Spieler, es ist der gleiche Effekt wie bei Zlatan Ibrahimovic. Er gibt Kraft, seine Leistung hat eine zusätzliche Wirkung auf die Anderen", so "Vize" Galliani.
Doch der Italiener wird seiner Mannschaft nicht helfen können. Da er bereits für seinen Ex-Verein Manchester City in der Königsklasse zum Einsatz kam, ist er international für den Rest der Saison zum Zuschauen verdammt.
Offensiv-Trio der besonderen Art
Geschlossen werden soll die entstandene Lücke vom Offensiv-Trio um Shootingstar Stephan El Shaarawy, Giampaolo Pazzini und Kevin-Prince Boateng. Auch wenn hinter einem Einsatz El Shaarawys noch ein Fragezeichen steht. "Wir hoffen er ist rechtzeitig zum Spiel wieder fit. Er erholt sich noch von einer Entzündung am Knie", so Galliani.
Massimiliano Allegris "Dreier-Gespann" hat sich in den letzten Wochen in herausragender Form präsentiert und sorgt bei den Anhängern für vorsichtige Euphorie. Und auch mannschaftsintern scheint sich eine Aufbruchsstimmung zu entwickeln. "Die neue Generation um diese Spieler ist sehr enthusiastisch. Sie können dem Team eine Menge geben. Milan kann auf sie zählen", so beschreibt Mexès den Stellenwert der neuen "Wilden".
Willkommen im Club der 300er
Auf der gegenüberliegenden Seite überragt - wie sollte es anders sein - Superstar Lionel Messi. Der kleine Argentinier zeigt sich bei den "Blaugrana" weiterhin in bestechender Form. Beim 2:1-Auswärtssieg gegen den FC Granada erzielte er seinen inzwischen 300. Treffer für den Tabellenführer der Primera División. Später ließ er gar seinen 301. folgen.
Diego Maradona, der vielleicht beste Fußballer aller Zeiten, sagt über seinen Landsmann: "In jedem Spiel zeigt er etwas Neues, das ist fantastisch. Wir sehen einen herausragenden Spieler." Messis Kollegen profitieren vom Tor-Lauf des kleinen Ausnahmefußballers. "Es ist gut für ihn und uns, dass er sein Torkonto erhöht", gibt Jordi Alba ehrlich zu.
Einer, der Messi genau kennt, ist Assistenz-Trainer Jordi Roura. Barcelonas zweiter Mann staunt immer noch über das, was Messi Woche für Woche leistet: "Mehr als 300 Tore. Das, was Messi derzeit macht, ist außergewöhnlich."
Ihn in den Griff zu bekommen, sollte somit das oberste Ziel der Italiener sein. "Es braucht ein Wunder, aber Wunder passieren", sagt Berlusconi. Jetzt heißt es abwarten.
VIDEO: Milan vs. Barca, Gala vs. Schalke
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