Mourinho plötzlich ganz kleinlaut

Sieg für Mesut Özil, Dreierpack von Lionel Messi, Blamage für den FC Chelsea: Während die Favoriten größtenteils problemlos die erste Hürde der Königsklasse meisterten, stolperte ausgerechnet der große José Mourinho.

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José Mourinho stand mit versteinerter Miene auf dem Rasen der legendären Stamford Bridge. Was als triumphale Rückkehr auf die große europäische Fußball-Bühne geplant war, endete für den Trainer und seinen FC Chelsea im Desaster.
Doch anstatt nach Ausflüchten für das peinliche 1:2 gegen den kleinen FC Basel zu suchen, nahm "The Special One" die Heimpleite auf seine Kappe.
"Wenn wir verlieren, spreche ich nicht über meine Spieler. Ich spreche über meine Verantwortung. Ich bin verantwortlich für diese Niederlage", sagte Mourinho nach dem ernüchternden Champions-League-Auftakt der Blues.
Nach dem sensationellen Scheitern in der Gruppenphase der Vorsaison geht beim FC Chelsea plötzlich die Angst vor dem erneuten Vorrunden-K.o. um.
Mourinho gerät unter Druck
"Wir haben drei Punkte verloren, die wir uns jetzt irgendwo wiederholen müssen", sagte Mourinho, der im Sommer als Heilsbringer und Hoffnungsträger zu den Londonern zurückgekehrt war. Wahrscheinlich müsse sein Team nun das Rückspiel in Basel gewinnen, um die Pleite zu kompensieren, sagte Mourinho: "Ich glaube noch immer sehr fest daran, das Achtelfinale zu erreichen." Fakt ist: Nach dem ebenfalls verhaltenen Saisonstart in der Liga (sieben Punkte aus vier Spielen) gerät der Portugiese allmählich unter Druck.
Gegen den Schweizer Serienmeister tat sich der Europa-League-Gewinner von Beginn an schwer. Zwar traf der Brasilianer Oscar (45.) zur Pausenführung, doch Mohamed Salah (71.) und der Ex-Stuttgarter Marco Streller (81.) drehten das Spiel zugunsten Basels. Vor allem die Nicht-Berücksichtigung des deutschen Nationalspielers André Schürrle und von Spaniens Superstar Fernando Torres sorgte für Diskussionen, zumal Neuzugang Samuel Eto'o bei Schalkes Vorrundengegner erneut nicht überzeugte.
Özil widerlegt spanische Kritik
Weitaus unbeschwerter war die Laune am Donnerstag bei Chelseas Lokalrivale FC Arsenal. Die Mannschaft von 50-Millionen-Neuzugang Mesut Özil und Per Mertesacker siegte beim französischen Vize-Meister Olympique Marseille 2:1. Theo Walcott (64.) und Aaron Ramsey (84.) trafen für die Hauptstädter, Jordan Ayew blieb in der Nachspielzeit nur noch der Ehrentreffer.
"Drei Punkte - ein perfekter Start in die Champions League", twitterte Özil, der wie Mertesacker 90 Minuten auf dem Platz gestanden hatte. Der Spielmacher sorgte damit für die perfekte Replik auf die neuerliche Kritik spanischer Medien, die den deutschen Nationalspieler am Mittwoch als "Hasenfuß" verspottet hatten.
In Barcelona werkelte unterdessen Lionel Messi weiter fleißig an seiner Legende. Seine drei Treffer beim 4:0 Barcas gegen den niederländischen Meister Ajax Amsterdam widmete der argentinische Superstar dem neuen Trainer Gerardo Martino, dessen Vater kürzlich verstorben war. "Dieser Sieg ist für Martino. Er macht gerade eine schwere Zeit durch", sagte Messi.
Der Weltfußballer, der im Camp Nou zunächst mit einem sehenswerten Freistoß aus 20 Metern die Führung besorgt hatte und danach mit einem Solo (55.) und einem Flachschuss (75.) erfolgreich war, freute sich über den gelungenen Einstand. "Unser Spiel in den zweiten 45 Minuten war besser als zu Beginn. Wir haben gute Alternativen und profitieren von unserer individuellen Klasse", sagte Messi. 57-Millionen-Neuzugang Neymar hatte bei seinem Champions-League-Debüt das 3:0 durch Gerard Piqué vorbereitet.
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