Wiedersehen mit Chiellini und Evra: Die Vergangenheit holt "Beißer" Suárez ein

Den beißenden Spott muss Luis Suárez jetzt ertragen. In einem Cartoon der französischen Sportzeitung "L'Equipe" putzt sich der Stürmerstar im Trikot des FC Barcelona wie wild die Zähne, darüber ist zu lesen: "Suárez intensiviert seine Vorbereitungen für das Wiedersehen mit Chiellini." Die Vergangenheit holt Suárez ein.

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"Vampir", "Kannibale", "Nager von Natal" - all diese Begriffe fliegen ihm derzeit wieder um die Ohren, denn im Champions-League-Finale am Samstag im Berliner Olympiastadion gegen Juventus Turin trifft Suárez auf Giorgio Chiellini. Den Italiener hatte der Uruguayer bei der WM in die Schulter gebissen. Es folgte eine viermonatige Sperre und eine öffentliche Ächtung. Doch damit nicht genug: Auch Suárez' Aufeinandertreffen mit Juves Patrice Evra, den er während seiner Zeit in England rassistisch beleidigt hatte, sorgt für Zündstoff.
Fußballfans auf der ganzen Welt werden gespannt auf jeden Zweikampf des Barca-Stars mit seinen früheren Opfern blicken, manche vielleicht sogar auf einen erneuten Ausrasters des temperamentvollen Südamerikaners hoffen. Chiellini ist aber auf keinem persönlichen Rachefeldzug. "Es gibt keine Probleme oder Revanchegelüste", sagte der Abwehrspieler: "Natürlich werde ich ihm die Hand geben." Im Internet wird auch dieser Satz genutzt, um sich über Suárez lustig zu machen: Ein Twitter-Nutzer empfiehlt Chiellini beim Händeschütteln eiserne Ritterhandschuhe.
Beißattacke ging um die Welt
Der Blackout am 24. Juni 2014 im brasilianischen Natal wird Suárez ein Leben lang begleiten. Schon 2010 bei Ajax Amsterdam und 2013 beim FC Liverpool hatte er einen Gegenspieler gebissen, doch beim WM-Gruppenspiel schaute die ganze Fußball-Welt zu. Die Bilder, wie der Stürmer zuerst an Chiellinis Schulter nagte und dann mit schmerzverzerrtem Gesicht sein eigenes Gebiss hielt, fehlen in keinem WM-Rückblick.
Vergessen hat auch Evra nicht. Den Franzosen hatte Suárez 2011 als "Neger" beschimpft. Nach einer Acht-Spiele-Sperre verweigerte Suárez dem Außenverteidiger beim nächsten Aufeinandertreffen den Handschlag und sorgte damit für eine Welle der Empörung auf der Insel. "Er ist eine Schande für Liverpool!", wetterte der damalige Teammanager Sir Alex Ferguson von Manchester United: "Sie sollten ihn schleunigst loswerden."
Das neue Traum-Trio MSN
Drei Jahre später verkaufte Liverpool den Torschützenkönig der Premier League für 81 Millionen Euro an Barcelona. Die Katalanen dürften den Preis nach dem WM-Skandal deutlich gedrückt haben, sportlich ausgezahlt hat sich der Transfer auf jeden Fall. Suárez (24 Tore) bildet mit Lionel Messi (58) und Neymar (38) das erfolgreichste Sturm-Trio der Geschichte. Nicht nur die 120 wettbewerbsübergreifenden Tore, sondern auch das fast blinde Zusammenspiel des MSN-Angriffs lässt die Herzen der Fußballfans höher schlagen.
Dazu ist von Suárez in Barcelona bislang nicht einmal das kleinste Skandälchen überliefert. Doch die wirkliche Bewährungsprobe kommt erst noch. Am Samstag im Berliner Olympiastadion. In den Duellen mit Chiellini und Evra. Mit Adrenalin im Blut. Und wieder schaut die ganze Fußballwelt zu.
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